Liemke Keiler 13 Pro Test

Der deutsche Hersteller Liemke ist einer der marktführenden Unternehmen im Bereich Wärmebildgeräte und Jagdoptiken. Das Keiler 13 Pro ist ein Einsteigermodell der 3. Generation und äußerst kompakt. Um herauszufinden, wie leistungsstark das Monokular ist, haben wir es für euch etwas genauer unter die Lupe genommen.

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Zusammenfassung für Schnellleser

Das Liemke Keiler 13 Pro ist ein Wärmebildgerät für Jäger und Naturbeobachter, welche auf kurze Entfernung gelegentlich eine Thermalkamera benötigen.

  • gegen Wasser und Staub geschützt nach IP66 Zertifizierung
  • Taschenformatgröße
  • Auflösung 240 x 180 px
  • bis zu 12 h Betriebsdauer mit dem integrierten Akku
  • 13 mm Linsendurchmesser

Liemke Keiler 13 Pro: Technische Details

  • Auflösung Bildschirm: 720 x 540 px
  • Frontlinsendurchmesser: 13 mm
  • Auflösung Sensor: 240 x 180 px
  • Bildtaktrate: 50 Hz
  • Sehfeld auf 100 m: 31 m
  • Digitalzoom: 2-fach
  • Optische Vergrößerung: 1,2-fach
  • Gewicht: ca. 330 g
  • Videoausgang
  • Stativanschlussgewinde
  • Überbelichtungsschutz
  • Batterielaufzeit: bis zu 12 h

Lieferumfang und erster Eindruck

Mit knapp 330 g, einem Durchmesser von etwa 6 cm und einer Länge von 16 cm ist das Liemke Monokular ein Leichtgewicht, welches sich auch im Jagd- bzw. Wandergepäck kaum bemerkbar macht. Auf den ersten Blick fällt einem die zigarrenförmige Form ins Auge. Der Hersteller setzt auf Ergonomie, was sich durch die Anordnung der Bedienelemente auf der Oberseite des Gehäuses offenbart.

Das beigelegte Zubehör fällt etwas mau aus. Neben dem Gerät liegt der Verpackung ein Ladekabel inkl. Stecker zum Aufladen des Akkus, ein Schutzbeutel sowie eine Gebrauchsanweisung bei. Weitere Teile, wie etwa ein Reinigungstuch oder eine stabile Box zur Aufbewahrung, fehlen komplett.

Vor- und Nachteile

PRO’S

✅ robustes und kompaktes Design

✅ spritzwasser- und staubgeschützt

✅ breites Sichtfeld mit 31 m auf 100 m Entfernung

CON’S 

❌ geringe Auflösung

❌ kein integrierter Speicher für Foto- bzw. Videoaufnahmen

Bedienung

Die Bedienung des Wärmebildgeräts erfolgt über die auf der Oberseite angebrachten 5 Tasten. Sie sind leicht zu erreichen, allerdings ist die Handhabung mit kalten Fingern oder Handschuhen etwas schwierig. Eine Individualisierung der Buttons bzw. Programme ist nicht möglich. Hier ist das Liemke Keiler 13 Pro relativ einfach gehalten. Über den Ein- bzw. Ausschalt-Button lässt sich der Standby-Modus aktivieren.

Die Optik dieses Modells kalibriert nicht automatisch und muss vom Anwender selbst vorgenommen werden. Das ist vor allem dann notwendig, wenn die Bildqualität abnimmt. Der Vorgang nimmt einige Zeit in Anspruch. Dies sollte beim Ansprechen bzw. bei der Beobachtung von Wild mit eingeplant werden.

Optische Leistung

Bei dem Liemke Keiler 13 handelt es sich um ein Einsteigermodell. Das macht sich nicht nur im Preis, sondern auch in der Auflösung bemerkbar. Der Keramik VOx Detektor mit 17 μm Pixel Pitch verfügt über 240 x 180 px. Die Auflösung des im Gehäuse integrierten Farbdisplays beträgt 720 x 540 px. Mit 31 m auf 100 m Entfernung fällt das Sichtfeld relativ großzügig aus.

Auch der Durchmesser der Frontlinse ist mit 13 mm klein. Liemke selbst gibt an, dass sich mit dem Keiler 13 Pro Thermalgerät Wärmequellen auf bis zu 459 m Entfernung erkennen lassen. In der Praxis kann dieser Wert nur unzureichend gehalten werden. Auch wenn Wetter und Umgebung mitspielen, so lassen sich Tiere auf diese Entfernung kaum sicher ansprechen. Positiv zu bewerten ist die Bildtaktrate von 50 Hz. Diese liefert ein stabiles und nahezu ruckelfreies Bild.

Zusätzlich verfügt das Modell über einen 2-fachen Digitalzoom und einer festen Vergrößerung von 1,2. Auf einer näheren Distanz ganz passabel, um Thermalobjekte zu vergrößern, bei größerer Entfernung wirkt das Ganze dadurch jedoch stark verpixelt. Insgesamt vier verschiedene Betrachtermodi lassen sich darstellen. Welche davon die Beste ist, muss jeder Anwender für sich selbst herausfinden.

Einzelbild- und Videoaufzeichnungsfunktion

In einigen Situationen ist es hilfreich, wenn man Beobachtungen oder Situationen auf Bild oder Video aufzeichnen und im Nachhinein noch auswerten kann. Das Keiler 13 Pro verfügt über kein integriertes Speichermodul und kann auch nicht mittels SD- oder einer anderen Speicherkarte nachgerüstet werden.

Will man Videoaufnahmen machen, muss man das Wärmebildgerät mittels Datenkabel mit dem Smartphone, Tablet oder PC verbinden. Ein Video-Ausgang dafür ist vorhanden, ebenso wie ein Gewinde für den Anschluss eines Stativs.

Stromversorgung

Der Akku des Geräts ist fest verbaut. Ein Wechsel, beispielsweise weil der Akkustand während des jagdlichen Ansitzes sich dem Ende zuneigt, ist nicht möglich. Ein weiterer Nachteil: Liegt ein technischer Defekt am Akku vor, muss das gesamte Produkt eingeschickt werden.

Da der Ladezyklus etwa 5 Stunden in Anspruch nimmt, ist es sinnvoll, die Wärmebildkamera rechtzeitig aufzuladen. Der Energieverbrauch der Keiler 13 Pro ist optimiert, was zu einer Laufzeit von bis zu 12 Stunden führt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, das Modell über eine externe USB-Stromquelle zu betreiben und aufzuladen. Beim Camping bzw. einer längeren Jagdaktion ist es sinnvoll, eine Powerbank für diese Zwecke mit sich zu führen.

Zusätzlich ist es ratsam, die Thermalkamera bei Nichtgebrauch in den Standby-Modus zu versetzen. Dies verlängert die Lebenszeit des Akkus.

Verwendungsmöglichkeiten

Liemke Keiler 13 Pro ist ein Modell der Einsteigerklasse. Dies macht sich nicht nur im Preis, sondern auch in der Ausstattung bemerkbar. Das nach IP66 zertifizierte Gerät ist durch seine geringe Leistung besonders für die Jagd im Wald und auf Kirrplätzen geeignet. Auch im Bereich Camping kann sich das Produkt bewähren. So lässt sich sicherstellen, dass sich keine unliebsamen Gäste in der unmittelbaren Umgebung befinden.

Im Bereich des Objektschutzes ist das Keiler 13 Pro nur eingeschränkt tauglich. Zumindest, wenn die Beobachtung aus größerer Entfernung erfolgen muss.

Fazit

Das Modell aus dem Hause Liemke ist ein zuverlässiges Wärmebildgerät. In seiner Ausstattung lässt das Keiler 13 Pro jedoch sehr zu wünschen übrig. Zumindest, wenn man sicher Wild ansprechen und sich nicht nur auf die Jagd auf kurze Entfernung einschränken will. Mit knapp 1100 € ist das Gerät mit seinen technischen Features relativ teuer. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er für den gelegentlichen Einsatz günstigere No-Name-Produkte verwendet oder aber eher auf Produkte eines namhaften Herstellers setzt.

Weitere häufig gestellte Fragen zum Thema

Das Wärmebildgerät besitzt eine geringe Auflösung und ist für das Erkennen von Thermalbjekten auf kurzer Distanz geeignet. Wie etwa zur Beobachtung von Tieren auf einer Waldlichtung oder Menschen auf einem Campingplatz.

Nein. Dieses Monokular ist kein Dual-Use-Gerät und nur darauf ausgelegt, in der Hand gehalten zu werden. Das Anbringen vor oder hinter einem Zielfernrohr ist nicht möglich.

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