Liemke Merlin 42 Erfahrungen

Wärmebildgeräte sind für viele Jäger ein unverzichtbares Hilfsmittel. In der Nacht und auch tagsüber lassen sich somit Wärmequellen in der Umgebung erkennen. Das Merlin 42 vom deutschen Hersteller Liemke ist ein leistungsstarkes Gerät. Wie gut das doch relativ teure Produkt wirklich ist, haben wir für euch recherchiert.

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Zusammenfassung für Schnellleser

Mit dem Merlin 42 hat Liemke eine hochwertige, multifunktionale Wärmebildkamera auf den Markt gebracht. Das Modell lässt sich als Vorsatz- und Handgerät gleichermaßen verwenden.

  • Objektivdurchmesser von 42 mm
  • Sichtweite von bis zu 1482 m
  • Für die Feld- und Waldjagd geeignet
  • Displayauflösung 1024 x 768 px
  • Detektorauflösung: 384 x 288 px

Liemke Merlin 42: Technische Details

  • 42 mm Objektivlinse
  • Detektormaterial Hz: 50
  • 384 x 288 px Detektorauflösung
  • 1024 x 768 px Displayauflösung
  • Pixel Pitch 17
  • Gewicht 420 g
  • Detektion: 1482 m
    16 m Sehfeldbreite auf 100 m
  • Stromversorgung: 2x RCR123 Akkus (3,7V) oder 2xCR123 Batterien (3V)

Lieferumfang und erster Eindruck

Das Merlin 42 von Liemke ist ein Wärmebild-Vorsatzgerät, welches Dual-Use verwendet werden kann. Zum einen lässt es sich mittels Klemmadapter vor ein Zielfernrohr montieren. Wer flexibel bleiben oder die Waffe im Schrank lassen will, kann die Thermalkamera als normales, handgeführtes Monokular nutzen. Eines vorweg: Die Klemmadapter zur Montage sind separat erhältlich und nicht Teil des Lieferumfangs. Dieser beinhaltet, neben dem Merlin 42:

  • USB-Kabel für Videoübertragung und zur Stromversorgung
  • Schutztasche
  • 2 x CR123 Batterien 3V
  • mehrsprachige Bedienungsanleitung
  • Abdeckkappen

Mit einem Gewicht von gerade einmal knapp 420 g ist das Gerät relativ leicht und liegt, bedingt durch seine kompakte Form und Länge von ungefähr 15 cm, gut in der Hand. Der erste Eindruck ist gut. Das Gehäuse wirkt hochwertig verarbeitet. Selbst wenn es in der Regel auf die inneren Werte ankommt, so darf man bei einem Preis von über 3700 € (Stand Januar 2023) doch auch ein qualitatives Äußeres erwarten.

Vor- und Nachteile

PRO’S

✅ 384 x 288 px Detektor-Auflösung

✅ automatische und manuelle Kalibrierung möglich

✅ wechselbare Akkus bzw. Batterien

✅ 1482 m Detektion möglich

CON’S 

❌ relativ hoher Kaufpreis

Bedienung

Die Nutzung des Monokulars ist speziell auf die Verwendung als Vorsatz einer Jagdoptik ausgelegt. Das macht sich nicht nur in der Form, sondern zudem in der Anordnung der Bedienelemente bemerkbar. Über die auf der Oberseite angebrachten Buttons erfolgt das Ein- bzw. Ausschalten des Liemke Merlin 42, sowie die Menüführung.

Aufgrund der Gesamtlänge von gerade einmal knapp 15 cm ist es bei den ersten Einsätzen schwierig, direkt den passenden Button zu finden. Besonders, wenn die Wärmebildkamera als Vorsatzgerät genutzt wird. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, alle notwendigen Einstellungen vor Beginn des Ansitzes vorzunehmen oder sich zumindest bei “Trockenübungen” mit der Menüführung vertraut zu machen.

Mittels eines Justierrades lässt sich die Frontlinse manuell einstellen und an die eigenen Dioptrien anpassen. Ansonsten ist die Bedienbarkeit dieses Modells von Liemke fast schon intuitiv. Ein langes Studieren der Anleitung ist nicht notwendig.

Optische Leistung und Auflösung

Die Bildleistung des Liemke Merlin 42 kann sich sehen lassen. Mit der Objektivlinse von 42 mm und der Detektor-Auflösung von 384 × 288 px kann das Gerät auch auf größere Entfernung Wärmequellen erkennen und kontrastreich auf dem integrierten 1024 x 768 px Display abbilden. Der Hersteller selbst gibt an, dass eine Detektion auf bis zu 1482 m möglich wäre.

Einem Testbericht ist zu entnehmen, dass sich ein Sprung Rehe auf etwa 800 m zweifelsfrei als solche identifizieren lässt. Besonders Jungjägern fällt das sichere Ansprechen in der Ferne oft schwer. Auch wenn dies keine waidmännische Entfernung zum Antragen eines sicheren Schusses ist. Zumindest lässt sich mit dem Merlin 42 aber erkennen, dass es selbst fernab von 100 m wildreich zugeht. Etwas gering fällt die Sehfeldbereite aus. Sprich, was der Bildschirm auf 100 m abdeckt. Hier sind es lediglich 16 m.

Nicht nur die technische Ausstattung spielt bei der Frage, auf welche Entfernung sich zuverlässig Wild erkennen lässt, eine Rolle. Selbst die besten Geräte können bei schlechtem Wetter, wie etwa Regen bzw. Nebel kein Weltwunder vollbringen. Andere Faktoren, wie ein dichtes Blätterdach oder ein stark von der Sonne erwärmter Boden, können zu Fehlinformationen und Einschränkungen führen. Dabei ist es unerheblich, ob die Jagd im Wald oder auf dem Feld stattfindet.

Das Einschießen des Vorsatzgerätes ist einfach und eine Wiederholgenauigkeit lässt sich fast spielend einfach erreichen.

Einzelbild- und Videoaufzeichnung

Auch wenn viele Wärmebild-Modelle, welche gerade im Handel erhältlich sind, bereits über integrierte Speichermodule zum Abspeichern von Videos und Fotos verfügen: Das Liemke Merlin 42 kann es nicht. Es lässt sich kein externes Speichermedium nachrüsten. Wer Livestreams, Videos oder Bilder machen will, muss das Vorsatzgerät während des Betriebs mittels Datenkabel mit einem Handy oder Tablet verbinden. Der Anschluss für das USB-Datenkabel (sowie zur Energieversorgung) befindet sich seitlich am Merlin 42.

Hier zeigt sich, dass Liemke seine Geräte mehr auf die jagdliche Praxis ausrichtet. Hin und wieder wäre es dennoch hilfreich, gemachte Sichtungen im Nachhinein Zuhause auswerten zu können.

Stromversorgung

Laut dem Hersteller verfügt das Liemke Merlin 42 über einen optimierten Energieverbrauch. Der Akku bzw. die Batterien halten bis zu 2,5 Stunden. Dies ist relativ wenig im Vergleich mit anderen Modellen. Allerdings muss ein Vorsatzgerät nicht permanent in Betrieb sein, sondern lässt sich bei Bedarf aus dem Stand-By-Modus hochfahren.

Wer die Thermalkamera händisch verwendet, kann bei Bedarf eine Powerbank zur Energieversorgung anschließen. Natürlich wäre dies auch bei der Verwendung auf der Waffe möglich. Allerdings ist es hier aufgrund der Verkabelung ungemein schwerer und unhandlicher. Wichtig zu wissen: Die Akkus im Gerät werden bei Kabelanschluss nicht geladen. Lediglich die Optik wird aktiviert.

Verwendungsmöglichkeiten

Mit der multifunktionalen Wärmebildkamera ist einiges möglich. Das Liemke Merlin 42 lässt sich Dual-Use verwenden. Sprich, es ist vor dem Zielfernrohr und als Handgerät gleichermaßen nutzbar. Auf weite Entfernung, sprich in Feldrevieren, zeigt das Modell, was es kann. Auf Waldlichtungen oder Kirrungsplätzen fühlt es sich schon fast unterfordert. Aber natürlich ist es auch für Wildbeobachtungen auf kurze Entfernungen geeignet.

Thermogeräte kommen häufig beim Objektschutz oder Camping-Ausflügen zur Geltung. Wem der hohe Preis nicht abschreckt, kann über eine größere Distanz hinweg Wärmequellen betrachten. Egal, ob es sich um Menschen oder Tiere handelt.

Fazit

Mit dem Merlin 42 hat Liemke ein multifunktionales Wärmebildgerät auf den Markt gebracht, welches für Jagden im Feld und auch im Wald geeignet ist. Die hohe Auflösung und der 42 mm Objektivdurchmesser sorgen für ein detail- und kontrastreiches Bild. Das aufwändige Studieren des Handbuches ist nicht notwendig, denn die Bedienung erfolgt fast intuitiv.

Wer kein Vorsatzgerät benötigt, kann die Thermalkamera als “normale” Sichtoptik nutzen. Ein interessantes Gerät für Jäger, welche eine kompakte und hochwertige Zusatzoptik benötigen.

Weitere häufig gestellte Fragen zum Thema

Durch das 42 mm Objektiv und die hohe Auflösung kann das Wärmebildgerät gerade in Feldrevieren punkten. Das Erkennen von Thermalquellen auf größere Entfernung ist fast problemlos möglich.

Die Technik des Geräts fängt Wärmequellen in der Umgebung auf und bildet sie auf einem integrierten Display für das menschliche Auge in Fehlfarben ab. Wärmebildgeräte können bei Tag und Nacht verwendet werden.

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