Prepping mit Budget – so gelingt es

Auch ohne viel Budget und Zeit ist es möglich, dass du dich auf den Krisenfall vorbereitest. Wichtig dabei sind lediglich die richtige Einstellung und Entschlossenheit. 

Prepping mit wenig Budget

 

Folgende Punkte solltest du im Vorfeld klären:

  1. Akzeptiere, dass du für dich selbst verantwortlich bist – PUNKT.
  2. Entscheide, auf welche Notfälle du dich vorbereiten willst. Ist es ein Tornado, Hurrikan, Arbeitsplatzverlust, Stromausfall oder das Ende der Welt?
  3. Wie viel Prozent deiner Bemühungen und Mittel du in die Vorbereitung investieren möchtest.
  4. Was BRAUCHST du?
  5. Involviere alle Personen, die direkt von deinen Vorbereitungen betroffen sind. 
  6. Verbünde dich mit Gleichgesinnten.
  7. Übe deine Fähigkeiten, damit sie bereit sind, wenn du sie brauchst.
  8. Ändere, wie du deine ZEIT bisher verbringst.
  9. Ändere dein Konsumverhalten.

Verantwortung übernehmen

Gehe nicht davon aus, dass jemand anderes in der Nähe sein wird, um in einem Notfall zu helfen. Du bist für dich selbst verantwortlich und wahrscheinlich noch für einige andere, wie die Familie. Selbst in guten Zeiten kann es 20 Minuten dauern, bis ein Krankenwagen oder Polizist eintrifft.

Als Erstes solltest du ein Szenario auswählen, welches am ehesten wahrscheinlich ist und für welches du gewappnet sein willst. Neben Naturkatastrophen wie Überschwemmungen kann dies ebenso ein Stromausfall oder der Verlust des Arbeitsplatzes sein. Beginne mit den Vorbereitungen. 

Im Laufe der Geschichte wurden die Menschen mit Herausforderungen konfrontiert und haben sie überwunden. Jetzt bist du an der Reihe.

 

So viel Vorbereitung ist sinnvoll

Du musst für alle Eventualitäten gerüstet sein und dementsprechend planen. Definiere einen Geldbetrag und entscheide, welchen Teil du davon für den Alltag und wie viel Prozent für den Krisenfall aufwenden wirst. 

Ein Beispiel: Wenn du in einem hochwassergefährdeten Gebiet lebst, könnten 85 % deines Geldes für “normale Zeiten” und 15 % für Überschwemmung gedacht sein. Water 

Wenn du dir noch unschlüssig bist, dann lege mindestens 5 Euro von 100 € zur Seite. 

 

Was BRAUCHST du wirklich?

Bevor du dich auf ein Budget festlegst, beginne mit den Grundlagen. Finde heraus, wo du Nahrung, Wasser und Schutz bekommst. Es spielt keine Rolle, ob es ein paar Tage ohne Strom oder ein anderes Szenario sind, diese drei Dinge sind essentiell. Fange an, Wasser und Nahrung für drei Tage einzulagern. Steigere den Vorrat und die Zeit, welche du damit überbrücken kannst, langsam. 

Halte Behältnisse bereit, in welchen du vor einem Stromausfall (sofern bekannt) Wasser einlagern kannst. In einer Badewanne zum Beispiel kannst du für dich und deine Familie für einige Tage Trinkwasser aufbewahren. Zusätzlich ist ein kleiner Filter buchstäblich Gold wert und hilft dir dabei, kontaminiertes Wasser wieder aufzubereiten.

Kaufe lang haltende Lebensmittel ein, aber achte auf ihre Qualität. Chips und Schokolade sind in vielen Situationen unverzichtbar, ein kleiner Lichtblick in Krisenzeiten. Aber keinesfalls sollte dein gesamter Vorrat aus derartigem “Junkfood” bestehen. Konserven und Trockenware sind Monate, teilweise sogar jahrelang haltbar.

Halte diverse Fluchtrucksäcke und -taschen bereit. Immer abgestimmt auf die Route und das Transportmittel. Wenn du zu Fuß unterwegs sein wirst, bringt dir der schwere Reisekoffer nichts. Im Auto jedoch kannst du wesentlich mehr mitnehmen. Das Fahrrad eignet sich ebenfalls, um schnell den Ort zu wechseln. 

 

Kommunikation

Wenn du einen Teil deines Lebens ändern willst, teile dies auch deiner Familie und engen Freunden mit. Nicht immer wird das akzeptiert. Konzentriere dich auf den Part, bei dem dich deine Lieben unterstützen bzw. diesen tolerieren. Oft ist es sinnvoll, gemeinsam Geld zu investieren, um größere Mengen auf Vorrat zu kaufen. Vielleicht könnt ihr aber auch zusammen einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen oder Prepper Kommunikation anderweitig euer Wissen und die Fähigkeiten für den Ernstfall vertiefen. 

 

 

 

 

 

 

Schließe die mit Gleichgesinnten zusammen

Finde andere Menschen, die die gleichen Hoffnungen und Träume haben. Trete einer Prepper-Gruppe bei oder starte sie. Stelle fest, auf wen du dich in einer Überlebenssituation verlassen kannst. Eine Gruppe ist stärker als ein Individuum. Teams gewinnen auf lange Sicht.

Sobald du eine Gruppe hast, könnt ihr voneinander lernen und euch aufteilen, gute Informationsressourcen zu finden. Ihr könnt zum Beispiel gute Angebote für Lebensmittel, Vorräte usw. recherchieren und miteinander austauschen. Sei aber vorsichtig, wem du dein Vertrauen schenkst. Nicht alle Menschen bereiten sich auf Krisensituationen vor. Im Ernstfall würdest du bzw. dein Vorrat aber eine begehrte Anlaufstelle sein.

 

Übung Überlebensfähigkeiten

Vorbereitet zu sein erfordert Übung. Trainiere für den Notfall. Finde heraus, wo deine Stärken und Schwächen liegen und vertiefe das Wissen.

Versuche zum Beispiel, 24 Stunden ohne Strom zu leben. Wie kochst du ohne Strom? Wie gehst du mit deiner Tiefkühlkost um? Mache dir Notizen über die wichtigsten Punkte, welche du im Ernstfall berücksichtigen musst. Was musst du tun, wenn du 24 Stunden ohne fließendes Wasser bist? Mache bei Regen oder Schnee Wanderungen in der freien Natur. Teste deine Ausrüstung und ergänze sie bei Bedarf. Je mehr du erfährst, desto eher kannst du planen. Dies ist ein fortlaufender Prozess.

 

Verwalte deine Zeit

Du kannst dich vorbereiten und für den Ernstfall lernen, ohne viel Geld zu investieren. Schau dir Videos an, lese Bücher oder hol dir Informationen aus dem Internet. Reduziere die Zeit, welche du damit verbringst, unnütz vor dem Fernseher oder mit Videospielen zu verbringen. Es ist sinnvoller, dir Wissen anzueignen. 

Unsere Empfehlung ist, Fähigkeiten oder Handlungen auszuwählen, die sowohl zu guten als auch zu schlechten Zeiten passen. Es ist zum Beispiel sehr hilfreich zu wissen, wie du in verschiedenen Situationen Feuer machst und damit kochst.

Einige Beispiele über nützliche Kenntnisse:

  • Gartenarbeit – auch in einer kleinen Wohnung kannst du diverse Dinge anbauen
  • Kräuterkunde, Nahrungssuche
  • Jagd, Angeln und andere Outdoor-Aktivitäten
  • Grundlegende medizinische Fähigkeiten. Besuche Erste-Hilfe-Kurse oder ziehe es in Betracht, als Ersthelfer zu fungieren. 
  • Handwerkliche Berufskenntnisse sind sehr wertvoll (Bauwesen, Schweißen, Elektrik etc.)
  • Nähen, Feuer entfachen, alles, was dir helfen kann, das Leben in der Wildnis bzw. im Survivalfall angenehmer zu gestalten. Wähle ein Thema und werde darin Experte. 
  • Erfahre mehr über die Auswirkungen von Strahlung, Ballistik, Hydraulik und Aerodynamik.

Verwalte dein Geld

Erstelle Listen von Dingen, die du kaufen könntest, wenn dein Budget es zulässt. Teile die Liste in folgende Stichpunkte auf: Mögen, Wollen, Brauchen. Konzentriere dich zuerst auf die Dinge, die du wirklich für den Krisenfalls BRAUCHST. 

Frage dich vor dem Bezahlen bzw. Bestellen immer, ob du dieses Produkt wirklich benötigst oder ob es dir beim Überleben helfen kann. Konzentriere dich dabei auf dein Budget und deine Bedürfnisse. Es gibt viele Angebote, welche dir suggerieren wollen, die eierlegende Wollmilchsau und die Lösung auf all deine Probleme zu sein. In vielen Fällen wirst du feststellen, dass sich andere über dein Geld freuen, dir aber das gekaufte Produkt in keiner Weise weiterhilft.

Prepping mit Budget Pic 1Sofern du es benötigst, finde heraus, wie du mehr Geld verdienen kannst. Dieses Gehalt kannst du wiederum in Wissen und Ausrüstung investieren. 

 

Erforschung der Lebensmittelkosten

Finde heraus, wie du an günstige Lebensmittel kommst. Bei Sonderangeboten kannst du dich zum Beispiel eindecken. Stelle aber sicher, dass du alles trocken und insektenfrei einlagerst. Nichts ist schlimmer als festzustellen, dass du mit dem neu gekauften Mehl Motten in die Vorratskammer eingeschleppt hast und nun alles verdorben ist. Durch den Anbau von Gemüse kannst du die Kosten ebenfalls senken. Es ist auch möglich, mit Gärtnern zusammenzuarbeiten und Arbeitszeit gegen Lebensmittel zu tauschen. Der Vorteil: Du bekommst Erfahrung und Essen.

 

Reduziere die Kosten für Lebensmittel

Es ist kein Geheimnis, dass Essen gehen wesentlich teurer ist, als selbst zu kochen. Ein abendlicher Besuch im Restaurant mit der 4-köpfigen Familie verschlingt Kosten, welche du in den Wocheneinkauf frischer Produkte investieren könntest. Du musst kein Gourmetkoch sein, um dich und deine Lieben zu bekochen. Mit der richtigen Planung ist es auch möglich, nicht Stunden in der Küche zu verbringen und trotzdem gut zu essen.

 

Vermeide Fertiggerichte

Im Allgemeinen sind vorgefertigte Lebensmittel 2x bis 40x teurer als die einzelnen Zutaten. Wenn du selbst kochst, sparst du Geld und bestimmst selbst, welche Produkte letztendlich in deinem Essen landen. 

 

Erste-Hilfe-Lieferungen

Dein Erste-Hilfe-Kasten kann nur aus Bandagen und Alkohol, einer Schere und Klebeband bestehen. Prepping mit Budget erste hilfeDu musst nicht sofort mit dem Kauf von Blutdruckmanschetten und fortschrittlichen medizinischen Geräten beginnen. Hole dir nur die Ausrüstung, mit welche du auch umzugehen weißt.

 

Kaufe Sachen im Angebot (aber keine Dinge, die du nicht brauchst)

Erstelle einen Plan und schreibe auf, welche Produkte du täglich verwendest und wie viel du für ein oder zwei Wochen benötigst. Das gibt dir ein Gefühl dafür, wie viel Produkte du von einer Sorte auf Vorrat brauchst. Wenn du diese Dinge im Angebot siehst, greif zu. Decke dich mit größeren Mengen von Lebensmitteln und Hygieneprodukten ein. Aber hole keine Artikel, welche du im Alltag nicht nutzt, selbst wenn der Preis gerade noch so verlockend sein mag. 

Wenn du Schwierigkeiten hast, den Impulskauf zu kontrollieren, hole dir einen “Einkaufspartner”. Dieser kann dir dabei helfen, den Budgetplan einzuhalten.

 

Reparatur/Wiederverwendung

Repariere etwas, anstatt es wegzuwerfen. Verwende Dinge wieder, sofern möglich. Ein altes T-Shirt kann ein Lappen sein oder in Streifen geschnitten werden, um Gemüse zu binden oder im Ernstfall das Toilettenpapier zu ersetzen. 

 

Reduzierung der Vertragskosten

Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime und Disney sind teuer und kosten monatlich viel Geld. Reduziere die Kosten und verbringe deine Zeit lieber damit, zu lernen und deinen Vorrat aufzustocken. Überlege, ob es wirklich ein neues, teures Smartphone sein muss oder aber ob das alte Gerät nicht doch noch seinen Zweck erfüllt. Gehe alle monatlichen Fixkosten durch und streiche bzw. kündige die Sachen, welche du nicht brauchst.

 

Nutze wiederaufladbare Batterien

Sobald du Geräte hast, welche Batterien benötigen, solltest du dir zusätzlich wiederaufladbare Akkus, ein Ladegerät und ein kleines Solarladegerät zulegen. Prepping BatterienLetzteres kann besonders beim Camping nützlich sein. Batterien belasten die Umwelt und deinen Geldbeutel. 

Gebrauchte Artikel kaufen

Erkundige dich, wo du gebrauchte Artikel kaufen kannst, welche du brauchst. Neben Flohmärkten wirst du auch auf Auktionsplattformen und Online-Kleinanzeigen fündig. Mit etwas Geduld ist es möglich, gebrauchte Sachen für kleines Geld zu bekommen.

 

Kaufe hochwertige Sachen

Billig ist nicht gleich gut. Viele Produkte, die du günstig kaufen kannst, gehen schnell kaputt und müssen ersetzt werden. Investiere das Geld in gute Arbeitsschuhe und strapazierfähige Kleidung, auch wenn diese Anschaffung das Budget belastet. Es gilt der Satz: Wer billig kauft, kauft zweimal. 

 

Häufig gestellte Fragen

 

Wie ist dieser Artikel gemeint? Muss ich mein ganzes Leben auf Prepping umstellen?

Natürlich nicht. Es ist nicht verkehrt, sich auf bestimmte Situationen vorzubereiten. Und sei es nur auf einen länger anhaltenden Stromausfall oder durch Schnee unpassierbare Straßen. Dieser Beitrag soll dir einige Tipps und Anregungen an die Hand geben. Wenn du zum Beispiel auf diverse Freizeitaktivitäten nicht verzichten willst, dann mach es nicht. Du kannst dennoch einen Teil deiner Zeit und deines Geldes investieren, um gut gerüstet zu sein für den Ernstfall.

Ich wohne in einer kleinen Wohnung, wie und wo soll ich einen Vorrat anlegen?

Sei erfinderisch! Platz ist auch in der kleinsten Hütte. Ein bekanntes skandinavisches Möbelhaus hat sich beispielsweise auf kleine Wohnungen spezialisiert. Hole dir Anregungen und Tipps, wo und wie du Vorsorge treffen kannst.

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