31 Artikel zur Prepper- und Survival-Ausrüstung

Inhalte

Survival-Ausrüstung für den Katastrophenfall

Im folgenden Beitrag wollen wir uns mit einer Vorrats- und Equipment-Liste befassen, die im Worst Case das Überleben sichert. Diese Art von Vorräten und Ausrüstung legen zum Beispiel Rettungsdienste und das Militär an, doch auch Zivilpersonen sollten einmal darüber nachdenken. Inzwischen ist eine Bewegung von “Preppern” entstanden (von to be prepaired – vorbereitet sein), die sich auf den SHTF-Fall vorbereiten. Dieses Kürzel steht für “Shit Hits The Fan” und meint, dass irgendeine unvorhersehbare Katastrophe eintritt. Doch auch Menschen, die nicht an ein Untergangsszenario glauben, sollten sich auf Katastrophen vorbereiten und tun das verschiedentlich auch. In einigen von regelmäßigen Naturkatastrophen geplagten Weltregionen (wie in den USA mit den Hurrikanen) richten sich Privatleute schon länger dementsprechend ein. In Europa wurden solche Notfallausrüstungen im Kalten Krieg jedermann empfohlen, zumindest Behörden und Schulen legten sie an. Neuerdings verschlechtert sich das politische Klima wieder drastisch. Vor allem die Kündigung des INF-Vertrages, der bislang landgestützte atomar bestückte Mittelstreckenraketen verbot, macht sehr vielen Menschen Sorgen. Fast zwangsläufig sprach die deutsche Bundesregierung im Winter 2018/2019 die Empfehlung aus, auch privat wieder eine Notfallausrüstung und Vorräte bereitzuhalten. Katastrophen drohen aber nicht nur durch einen Krieg zwischen den Supermächten, sondern auch auf gänzlich andere Weise:

  • flächendeckender Brand wie zuletzt in den USA, als die Kleinstadt Paradise komplett niederbrannte
  • große Überschwemmungen, die wir in Deutschland zur Genüge kennen
  • Terroranschlag, von dem sehr viele Menschen betroffen sind (zum Beispiel Giftanschlag auf die Wasserversorgung einer Stadt)
  • Freisetzung von radioaktivem Material
  • Chemie-Unfall
  • längerer, flächendeckender Stromausfall wie im Februar 2019 in mehreren Berliner Stadtbezirken

Die folgenden Hinweise für eine nötige Ausrüstung decken verschiedene Katastrophenfälle, aber auch den Worst Case ab, also den schlimmsten denkbaren Fall, bei dem die öffentliche Versorgung und Ordnung zusammenbricht. Das schien bislang nur ein Fall für das Science Fiction Kino zu sein, aber Experten warnen, dass wir in unserer durch und durch vernetzten und gleichzeitig extrem instabilen Welt deutlich verletzbarer geworden sind. Unsere Infrastruktur kann heute durch Online-Angriffe ausfallen. Die Vorbereitung auf so ein Worst Case Szenario ist also gar nicht wo weit hergeholt, wie es auf den ersten Blick erscheint. Daher wollen wir uns mit den elementar nötigen Dingen wie Wasser und Nahrung beschäftigen, aber auch die weniger bekannte Ausrüstung besprechen, die unter Umständen sehr nützlich sein kann. Für alle Artikel stellen wir einige hervorragende Lösungen vor. Am Ende verfügen Sie über Notfalllisten für mehrere Szenarien. Vorbereitet sein ist heute wichtiger denn je.

1. Wasser

Sauberes Wasser ist für alle erdenklichen Zwecke im Katastrophenfall unverzichtbar – nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Kochen, Waschen und für weitere Anwendungen. Es muss in großen Menschen zur Verfügung stehen. Wer in der Nähe von Gewässern wohnt, ist eindeutig im Vorteil. Es kann sich um einen Fluss oder Bach, einen Teich oder einen See handeln. Fließendes Wasser ist vorzuziehen, aber auch aus stehenden Gewässern lässt sich mit dem richtigen Equipment sauberes Trinkwasser gewinnen. Allerdings besteht bei manchen Katastrophen die Gefahr, dass Hauptwasserquellen austrocknen oder kontaminiert werden. Kontaminiertes Wasser macht mindestens krank oder bringt uns sogar in Lebensgefahr, ohne Wasser verdursten wir unweigerlich. Das geht sogar relativ schnell, weshalb Wasser auf der Prioritätenliste ganz weit oben steht. Je nach Platzkapazität können Sie sich einen unterschiedlich großen Wasservorrat anlegen. Damit Sie diesen überhaupt nutzen können, sollten Sie die folgenden Hilfsmittel nutzen. 1.1 FiltrationssystemSie sollten zunächst sauberes Trinkwasser in einem Wasserspeichersystem einlagern. Hierbei kommt es auf die Art des Systems an: Idealerweise rostet es nicht inwendig und ist luftdicht verschlossen. Damit kann das Wasser theoretisch unbegrenzt lange gelagert werden. Behälter aus Plastik können für den Privathaushalt das Mittel der Wahl sein. Wenn aber ein länger andauernder Katastrophenfall eintritt und dabei die Wasserversorgung ausfällt, müssen Sie irgendwann aus einer natürlichen Quelle Wasser entnehmen und dieses dann zwingend filtern. Unbehandeltes Wasser aus der Natur sollten Sie niemals trinken, im Katastrophenfall erst recht nicht. Es gibt unterschiedlichste Arten von Kontaminierungen. Die harmlosesten sind gewöhnlicher Schmutz, viel gefährlicher sind aber biologische, chemische und radioaktive Kontaminierungen. Für solche Zwecke gibt es Filtersysteme. Einige sind sehr klein und funktionieren ohne Chemie und auch ganz ohne Elektrizität, allerdings ist ihr Leistungsvermögen begrenzt. Wenn Sie eine größere Menge Wasser aufbereiten müssen, brauchen Sie hierfür eine aufwendige, größere Filteranlage. 1.2 Bleichmittel für die biologische ReinigungEine der häufigsten und erwartbaren Verunreinigungen von natürlichem Wasser ist biologischer Natur. Es müssen gar keine extremen Krankheitserreger ins Wasser gelangt sein, schon tote Insekten oder größere Tierkadaver kontaminieren das Wasser biologisch. Daher ist es in jedem Fall sehr gefährlich, Wasser aus stehenden Gewässern zu trinken. Die biologische Reinigung funktioniert auch mit Bleichmittel, das es in Flaschen gibt. Es ist billig und einfach zu lagern. Bei der Aufbereitung von ganz normalem Wasser, das wahrscheinlich nicht chemisch oder radioaktiv verseucht wurde, kann es genügen. Chlor erfüllt eine ähnliche Funktion. Bleichmittel und Chlor töten herkömmliche Viren und Bakterien ab, die Stoffe sind preisgünstig, allerdings büßen sie ihre Wirkung nach einiger Zeit ein und sollten daher etwa im Jahrestakt ersetzt werden. Gerade Bleichmittel muss dem Wasser nur in geringen Mengen zugesetzt werden. Wenn Sie einen entsprechenden Vorrat anlegen und ihn nach einem Jahr ersetzen, können Sie die Altbestände im Haushalt für die normale Reinigung verwenden. Durch Chemie oder Radioaktivität verseuchtes Wasser wird damit allerdings nicht trinkbar! 1.3 LagertanksÜber die Lagerung von Wasservorräten haben wir schon unter Punkt 1.1 geredet. Dabei ging es zunächst nur um die Einlagerung von sauberem Trinkwasser. Doch es kann auch wichtig sein, überhaupt Wasser zu beschaffen und einzulagern, unabhängig von seinem Verschmutzungsgrad. Dieses Szenario tritt bei einem längeren Katastrophenfall mit ausgefallener Wasserversorgung ein. Sie glauben, so etwas gibt es kaum? Das ist ein Irrtum: In afrikanischen Flüchtlingslagern ist das der Alltag! Aufgrund eines plötzlich aufgeflammten kriegerischen Konflikts fliehen sehr viele Menschen und lassen sich beispielsweise in einer Halbwüste nieder, in welcher es anfangs noch Wasser geben mag. Auch könnte für eine gewisse Zeit die externe Wasserversorgung durch Helfer funktionieren. Doch es kann die Situation eintreten, dass die natürlichen Ressourcen aus klimatischen Gründen versiegen und die Helfer das Flüchtlingscamp nicht mehr erreichen. Dann wäre es klug gewesen, wenn diese Menschen schon vorher alles Wasser, was sie finden konnten – auch verunreinigtes Wasser –, in Tanks aufbewahrt hätten. Sie können Literkrüge, Hektoliter-Behälter und Tanks nutzen. Das Wasser aus der Natur sammeln sie zunächst in Tanks für Schmutzwasser. Dann filtern sie es und füllen es in Tanks für Trinkwasser um. Schmutzwasser kann für bestimmte Zwecke – vorrangig für die Sanitäreinrichtungen – auch ungefiltert genutzt werden. 1.4 Handfilter für die WasserfiltrationFür kleine Wassermengen gibt es Hand- oder Taschenfilter. Einige von ihnen sind sehr klein und unkompliziert zu bedienen, wobei immer das Problem der vergleichsweise geringen Leistungsfähigkeit besteht. Die folgenden drei Filter halten wir für sehr brauchbar:

  • LifeStraw: ein sehr kleiner Filter ohne Chemie oder Strom, ideal für Rucksacktouristen oder für die Notfallversorgung von ein bis zwei Personen, filtert problemlos 1.000 Liter Wasser
  • Steripen: tötet 99,9 % aller Viren, Bakterien und Protozoen im Wasser, auch Cryptosporidium und Giardia, ist ein einfacher Stab, auch in einer Version für das Militär erhältlich
  • Katadyn: Rolls-Royce unter den Handwasserreinigern, stammt aus der Schweiz, reinigt bis zu 50.000 Liter Wasser
  • Chlortabletten: als kurzfristige Zwischenlösung für bis zu 40 Liter Wasser geeignet

2. Lebensmittelvorräte

Natürlich müssen Sie auch Lebensmittelvorräte anlegen, damit Sie im Katastrophenfall nicht verhungern. Diese Gefahr ist nicht so unmittelbar gegeben wie die des Verdurstens, ein Mensch kann je nach körperlichem Zustand rund zwei bis drei Monate ohne Nahrung überleben. Der Tod durch Verdursten tritt hingegen schon nach drei bis vier Tagen ein. Dennoch möchte niemand verhungern oder überhaupt hungern, ohne Nahrung überstehen Sie also eine Katastrophe nicht. Es gibt verschiedene Arten von Lebensmitteln, die sich auch langfristig aufbewahren lassen. Solche Vorräte legt beispielsweise das Militär an, sie halten mindestens ein Jahr lang und werden dann von den Soldaten meistens bei Manövern und in Feldlagern verbraucht, um sie zu ersetzen. Es gibt durchaus Nahrung, die noch deutlich länger unbeschadet gelagert werden kann. Wir stellen einige Varianten vor. 2.1 Gefriergetrocknete MahlzeitenSich einen Vorrat an gefriergetrockneten Mahlzeiten anzulegen ist der schnellste und einfachste, aber nicht der billigste Weg dieser Vorsorge. Wer jedoch über die Mittel verfügt, kann sich mit einer größeren Menge dieser Art von Nahrung bevorraten. Diese Mahlzeiten sind fix und fertig, sie müssen im Bedarfsfall nur noch in kochendem Wasser angerührt werden. Es gibt sie in großer Vielfalt, vor allem aber sind sie sehr lange haltbar: Viele Anbieter garantieren 25 Jahre Lagerzeit ohne Schaden für die Mahlzeiten. Die Verpackung erfolgt in Mylar-Säcken in einer Stickstoffhülle, das sorgt für diese unglaublich lange Haltbarkeit. Die Mahlzeiten sind auch gewürzt, sie sind extra für Katastrophenfälle oder auch für sehr lange Schiffsreisen etc. konzipiert worden. Das hat den Vorteil, dass Sie keine Gewürze lagern müssen, die zwar lange, aber nicht ewig halten. Für Personen mit ausreichend viel Geld wäre das die ultimative Lösung. Die Kosten liegen zwischen rund 10 und 20 Euro pro Tag und Person (je nach Art der Mahlzeit). Da jedermann etwas Abwechslung wünscht, dürften sich Menschen, die auf diese Variante setzen, für rund 15 Euro pro Person und Tag bevorraten. Wer nun einen Vorrat für 100 Tage (reichlich drei Monate) anlegt, würde dafür pro Person 1.500 Euro ausgeben. Eine vierköpfige Familie müsste also allein in diesen Bestandteil ihrer Notfallvorsorge 6.000 Euro investieren. Das ist teuer. Sie überlegen nun, ob es wirklich 100 Tage sein müssen, doch stellen Sie sich einfach mal den kompletten Zusammenbruch der Infrastruktur oder gar einen radioaktiven Fallout vor. Bei solchen Szenarien sind 100 Tage in Wahrheit eine sehr kurze Zeit. Wiederum bemühen wir das Beispiel afrikanischer Flüchtlingslager: Die Menschen dort sind vor einem unmittelbaren kriegerischen Ereignis geflohen, um ihr nacktes Leben zu retten. Oft müssen sie dann viele Monate oder gar Jahre im Lager ausharren und bauen nur ganz allmählich – wenn überhaupt – eine Selbstversorgung auf. In manchen Weltregionen wie in Palästina wurden Menschen schon vor einem halben Jahrhundert zu Flüchtlingen. Sie und inzwischen ihre Kinder und Enkel leben immer noch in Lagern, die inzwischen zu Städten herangewachsen sind – aber ohne die herkömmliche zivile und wirtschaftliche Struktur. Es ist also ein vollkommen erwartbares Szenario, dass in einem Katastrophenfall zunächst über Wochen und Monate keine Hilfe in Sicht ist. Wer sich darauf vorbereiten möchte, sollte schon einen Nahrungsmittelvorrat für die ersten 100 Tage besitzen. Doch nicht jede Familie legt für 6.000 Euro einen Lebensmittelvorrat an. Alternativ käme ein Do-it-Yourself-Vorrat infrage. Diesen wollen wir uns im nächsten Punkt anschauen. 2.2 DIY-LebensmittelvorratNatürlich können Sie sich auch preiswert selbst Lebensmittel für einen langfristigen Vorrat zubereiten. Diese Option erfordert Zeit, Planung und Mühe, spart aber Kosten. Sie brauchen zunächst eine Liste derjenigen Lebensmittel, die wirklich lange haltbar sind. Wählen Sie unter anderem Reis, Nudeln, Bohnen und Weizen. Kaufen Sie diese Lebensmittel, wenn Sie dazu die Möglichkeit haben, im Großhandel. Selbstständige erhalten dort Einkaufsmöglichkeiten, vielleicht gehören Sie zu dieser Gruppe. Wenn nicht: Suchen Sie sich einen selbstständigen Freund, der Sie mit in den Großmarkt nimmt. Wenn Sie die Preise vergleichen, achten Sie auf die Kalorienzahl pro Euro. Das ist etwas ungewohnt, aber zu diesem Zweck die richtige Methode. Wählen Sie Nahrung, die ohne Kühlschrank sehr lange hält. Im Katastrophenfall haben Sie wahrscheinlich keinen Strom für den Kühlschrank. Lagern Sie dann diese Lebensmittel daheim kühl und trocken. Achten Sie auch darauf, dass keine Schädlinge an Ihre Vorräte gelangen. Verschließen Sie diese also luftdicht. Sie können sich Mylar-Säcke besorgen, darin die Lebensmittel verstauen und sie zusätzlich in lebensmittelechte Plastikeimer packen, die Sie mit einem Deckel verschließen. Besorgen Sie sich einen Sauerstoffabsorber, der den Sauerstoff in den Säcken eliminiert. Das verlängert deutlich Haltbarkeit der Lagerbestände. Informieren Sie sich umfassend über den Prozess der langfristigen Lagerung von Lebensmitteln. Denken Sie auch nicht nur an Reis und Bohnen, diese Ernährung wäre im echten Katastrophenfall über Monate sehr einseitig. Zunächst einmal benötigen Sie bei der DIY-Methode auch Gewürze, die Sie ebenfalls auf die beschriebene Weise lagern müssen, damit sie sehr lange halten. Außerdem benötigen Sie weitere Lebensmittel, die den Speisenplan etwas auflockern und gleichzeitig lange haltbar sind. Erdnussbutter wäre beispielsweise ein Favorit. Wenn Sie sich auf diese Weise vorbereiten, sollten Sie auch an die Lebensmittelrotation denken. Es gibt Lebensmittel, die zwar problemlos ein halbes Jahr überstehen – wie etwa Erdnussbutter –, die Sie aber nicht mehrere Jahre für den Notfall aufbewahren. Legen Sie sich von diesen Lebensmitteln – bleiben wir bei dem Beispiel der Erdnussbutter – zunächst nach und nach einen größeren Vorrat an und verbrauchen Sie dann immer die älteste Charge. Dann kaufen Sie wieder nach und sortieren den Nachkauf dem Datum entsprechend in Ihren Vorrat ein. Auf diese Weise bleibt der Vorrat relativ “jung”. Mit den anderen, länger haltbaren Lebensmitteln können Sie ebenso vorgehen. Prinzipiell eignet sich diese Methode der Lebensmittelrotation für alle Konserven, deren Haltbarkeit unter einem Jahrzehnt liegt. An diesen Prozess müssen Sie sich gewöhnen. Wenn Sie diese Organisation verpassen, dürften einige Ihrer Vorräte verderben. Das hat zwei schädliche Konsequenzen:

  • Sie haben Geld verloren.
  • Im wirklichen Katastrophenfall verfügen Sie nicht über genügend unverdorbene Lebensmittel. Schlimmstenfalls essen Sie aus Not die verdorbene Nahrung und werden dabei krank.

DIY ist zweifellos die kostengünstigste Methode für das Anlegen von Nahrungsmittelvorräten. Sie verlangt aber wirkliche Umsicht. Sie können auch Überlebenssamen horten. Wenn die Umwelt intakt bleibt, jedoch die Infrastruktur zusammengebrochen ist, können Sie sich damit in einem eigenen Garten Ihre Nahrung heranziehen. 2.3 VitaminversorgungDie beschriebenen Nahrungsmittelvorräte haben eine leichte Schwachstelle: Lange aufbewahrte Lebensmittel verlieren teilweise an Vitaminen, die wir aber für unsere Gesundheit brauchen. Nach einem SHTF-Fall ist es nicht einfach, alle wichtigen Vitamine zu bekommen. Die Mineralien bleiben hingegen überwiegend auch in Fertignahrung erhalten. Besorgen Sie sich daher lange haltbare Vitamindragees. Diese können Sie wiederum auch für Ihren normalen Alltag nutzen, daher nach der ersten Bevorratung allmählich verbrauchen und wie beschrieben der Lebensmittelrotation unterziehen. 2.4 Brennstoffquellen für das KochenWenn der Worst Case eintritt, werden wir keinen Zugang zu herkömmlichen Energiequellen mehr haben. Daher können wir auch nicht wie gewohnt kochen, obwohl große Teile der oben beschriebenen Fertignahrung mit kochendem Wasser zubereitet werden sollen. Zwei Varianten wären sehr hilfreich: die Möglichkeit, Wasser zu kochen, oder ein Backofen. Doch wie wir alle vom Camping wissen, gibt es hierfür gute Hilfsmittel. Das einfachste von ihnen ist der Propangaskocher, für den Sie ausreichend viel Propan und/oder Butan lagern müssen. Auch Kerosin können Sie einlagern, es hat einen sagenhaft hohen Brennwert und lässt sich daher in kleineren Volumenmengen länger nutzen. Rucksacktouristen verwenden einen kleinen Heizofen, zu dem einige Kraftstoffkanister gehören. Denken Sie einfach daran, dass Sie alle Lebensmittel Ihres Vorrats erhitzen wollen. Sie brauchen also Energie für vielleicht 100 Tage. Wenn Sie nun Propan oder Butan lagern, haben Sie ein Sicherheitsproblem. Sie werden hier einen vernünftigen Kompromiss suchen und sich wahrscheinlich einige Flüssiggasflaschen hinstellen, um im weiteren Verlauf der Katastrophe auf Brennholz umzusteigen. Für Brennholz, so Sie es nicht nachträglich in der Natur suchen wollen, benötigen Sie Platz – sehr viel Platz. Auch hier wird es den Kompromiss geben müssen, dass Sie sich in einem gewissen Umfang mit dem Holz bevorraten und darauf hoffen, bei einer länger dauernden Katastrophe zusätzliches Holz aus der Natur beschaffen können. Zum Kochen und Heizen ist das Holz ausgezeichnet geeignet. Sie schaffen einen Holzofen an, dessen Abwärme vielleicht zusätzlich einen kleinen Generator antreibt, mit dem Sie Batterien aufladen können. Es gibt noch eine sehr elegante Lösung: Sie können sich einen Solarofen zulegen, der die Sonnenenergie so perfekt nutzt, dass man damit sogar kochen kann. Diesen Ofen können Sie schon ab sofort in Ihrem Alltag nutzen, er stellt die umweltfreundlichste Lösung dar. Außerdem kostet er keinen Unterhalt, denn Sie brauchen keinen Brennstoff zu besorgen. In der Anschaffung ist ein Sonnenofen gar nicht so teuer, kleinste Geräte zum Kaffeekochen gibt es schon unter zehn Euro. Etwas größere Solaröfen kosten einige Hundert Euro, doch sie sind eine Anschaffung für die Ewigkeit und funktionieren auch bei leichter Bewölkung. Wer sich sehr vernünftig vorbereiten will, setzt auf alle drei Lösungen: Gas, Holz und Solarenergie. Allein auf den Sonnenofen zu vertrauen könnte riskant sein, denn es kann eine Situation eintreten, in der über sehr lange Zeit nur wenig Sonnenlicht zur Erde durchdringt. Der Ausbruch eines Supervulkans, der riesige Aschemengen in die Atmosphäre schleudert, wäre so ein Szenario, das es in der Erdgeschichte schon gegeben haben muss. 2.5 VorratshaltungIn diesem Abschnitt wollen wir darauf eingehen, wie sich bestimmte Vorräte aufbewahren lassen. 2.5.1 ZuckerZucker lässt sich luftdicht verpackt praktisch unbegrenzt lange aufbewahren. In der Regel schaffen Sie es nicht, sämtliche Luft aus einer Zuckerverpackung herauszubekommen, daher gibt es in Wahrheit Grenzen für die Aufbewahrung. Doch gehen Sie einfach davon aus, dass sich Zucker wirklich sehr lange hält. Versuchen Sie nicht, die Haltbarkeit mit einem Sauerstoffabsorber in der Zuckerverpackung zu erzwingen: Dieser macht den Zucker steinhart. 2.5.2 SalzSalz brauchen Sie als lebensnotwendiges Mineral, aber auch für die Konservierung Ihrer Lebensmittel. Es hält sich unter den gleichen Bedingungen wie der Zucker. Sie brauchen pro Jahr und Person rund drei Kilogramm Salz. 2.5.3 HonigHonig kann den Zucker ersetzen und ist außerdem ein wirksames Antibiotikum, des Weiteren ein Energiebooster und drittens ein Heilmittel für die Wund- und Verbrennungsbehandlung. Bewahren Sie ihn in Gläsern auf. 2.5.4 ReisWählen Sie den einfach zu lagernden weißen Reis. Brauner Reis enthält etwas Öl, das die Haltbarkeit verkürzt. 2.5.5. Bohnen bzw. HülsenfrüchteReis und Bohnen lassen sich gemeinsam sehr lange lagern und können das Überleben sichern. Diese Kombination enthält viel Eiweiß, Sie brauchen daher praktisch kein Fleisch. 2.5.6 HaferDieses Grundnahrungsmittel ist sehr günstig und lässt sich trocken und kühl bis zu 30 Jahre lang aufbewahren. Für die Zubereitung brauchen Sie nichts als kochendes Wasser. Mit etwas Zucker und sehr wenig Salz zum Hafer sind Sie versorgt. Darüber hinaus ist Hafer gut für die Cholesterinwerte und den Blutzucker, außerdem ist er eine erstklassige Tiernahrung. 2.5.7. Weizengehört ebenfalls in einen langfristigen Ernährungsplan und lässt sich genauso wie Hafer aufbewahren. 2.5.7. MehlSie können Getreide lagern, doch etwas Mehl ist natürlich auch sehr praktisch. Achten Sie unbedingt darauf, Schädlinge vom Mehl fernzuhalten. 2.5.8. PastaDiese hält sich verpackt rund zwei Jahre und ist daher kein Vorrat für die Ewigkeit, aber eine gute kurzfristige Option. Sie können Pasta in einer Mylartasche aufbewahren. 2.5.9. MilchpulverMilch können Sie gar nicht lange aufbewahren, Milchpulver hingegen schon. Kaufen Sie pulverisierte Trockenmilch, keine Instant-Milch! 2.5.10. EnergieriegelAuch diese gehören eher zu den Kurzfristoptionen Ihres Notfallplans, dennoch sollten Sie einen gewissen Vorrat davon besitzen. 2.5.11. KokosnussölDieses Öl kann alles: Es ist ein gutes Speiseöl, dient als Butterersatz und wird auch zur Wundheilung eingesetzt. Normale Speiseöle werden schnell ranzig, während sich natives Kokosnussöl bei trockener, dunkler und relativ kühler Lagerung bis zu vier Jahre hält. 2.5.12. Soda / BackpulverSoda ist ein vielseitiges Mittel. Es dient zum Kochen, zum Zähneputzen, gegen Sodbrennen und als Haushaltsreiniger. Sie können es wie Zucker und Salz ewig und drei Tage aufbewahren. 2.5.13 KaffeeBeim Kaffee geht es nicht allein um den Genuss oder das Wachhalten, er ist auch lange haltbar – im richtigen Behältnis bis zu zehn Jahre, solche Packungen werden angeboten. Kaffee ist im Katastrophenfall ein Tauschmittel, allein deshalb sollten Sie ihn bereithalten. 2.5.14 TeeHierzu lassen sich fast dieselben Dinge wie zu Kaffee sagen. Bewahren Sie entweder Teebeutel oder lose Teeblätter vakuumversiegelt auf. 2.5.15 Maisstärkehält ewig an einem trockenen und kühlen Ort. Sie ist ein Nahrungsmittel, hilft aber auch gegen Sonnenbrand und Hautausschlag, ist ein Deodorant und sogar ein Shampoo für Haustiere. 2.5.16 EssigAls Nahrungsmittel und zum Reinigen ist Essig ein spottbilliges Mittel erster Güte. Er hält sich ebenfalls ewig, ohne an Qualität einzubüßen. 2.5.17 Thunfisch und Gemüse in DosenDiese Vorräte sind für eine Haltbarkeit von einigen Monaten ausgelegt, kühl gelagert halten sie auch länger als ein Jahr. Einen nicht zu langen Katastrophenfall überstehen Sie damit am komfortabelsten. Wenn Sie anfangen, Gemüse und Thunfisch in Dosen zu lagern, nehmen Sie diese Speisen in Ihre Lebensmittelrotation mit auf (siehe oben). 2.5.18 DosenöffnerNicht zuletzt brauchen Sie natürlich für Ihre vielen Konserven mehrere Dosenöffner (sie verschleißen bei häufigem Gebrauch). 2.6 Geschirr, Besteck und weitere lebensmittelbezogene Artikel2.6.1 Unzerbrechliches GeschirrStellen Sie sich vor, Sie hocken wirklich für lange Zeit in einem Bunker. Dabei würde gutes Porzellan wahrscheinlich nach und nach entzweigehen. Besorgen Sie sich daher unzerbrechliches Geschirr aus Kunststoff oder aus Emaille. Auch Pappteller sind keine schlechte Idee. Deren Überreste verfeuern Sie. 2.6.2 Besteck, Küchenpapier, UtensilienSie benötigen ausreichend viel Besteck, das nicht schick, aber belastbar sein muss. Außerdem brauchen Sie viele Utensilien, die mit der Küche assoziiert sind, darunter Küchenpapier. Wenn Sie Sonderangebote für solche Artikel sehen, besorgen Sie sich eine kleine Ausrüstung davon. Mit Küchenpapier können Sie viele Reinigungen durchführen – sogar die des eigenen Körpers, wenn Sie unbedingt Wasser sparen müssen. 2.6.3 TierfutterIn vielen Fällen sind Haustiere mit an Bord. Einen Wachhund können Sie ohnehin sehr gut gebrauchen. Denken Sie also auch an Tiernahrung, die es wiederum in sehr lange haltbarer Form gibt.

3. Kleidung, Schuhe und Zubehör

Die meisten Menschen besitzen viel mehr Kleidung, als sie benötigen. Wenn Sie sich auf einen Worst Case vorbereiten, dann lagern Sie einige Kleidungsstücke ein, die Sie sonst immer in die Altkleidersammlung gegeben haben. Wählen Sie vor allem praktische Sachen, denn im Katastrophenfall gehen Sie nicht mehr zur Modenschau und liefern auch keine mehr ab. Sie brauchen Hemden, Unterwäsche, Mäntel, Thermojacken, Socken, Mützen, Schals, Handschuhe, T-Shirts – eben alles, was warm und trocken hält. Konzentrieren Sie sich auf robuste, pflegeleichte Kleidung. Einiges kann billig sein, aber gerade die Unterwäsche soll über sehr gute Aufnahmefähigkeiten verfügen, sodass sie nötigenfalls auch einige Tage lang getragen werden kann. Diese Art von Unterwäsche ist gerade nicht billig. Doch bedenken Sie: Vielleicht kommen Sie tage- und wochenlang nicht dazu, Wäsche zu waschen, hocken aber mit anderen Menschen in einem Bunker auf engstem Raum zusammen und wollen dabei nicht riechen. Das könnte nämlich Aggressionen auslösen. Unterschätzen Sie also für dieses Szenario nicht den Wert guter Unterwäsche. 3.1 Einiges zur ErsatzkleidungWir wollen das Thema der Kleidung und Ersatzkleidung noch etwas vertiefen. Folgende Punkte sollten Sie besonders beachten:

  • Sie müssen ganz besonders auf warme Kleidung achten. Das gilt natürlich für alle kühleren Klimazonen, doch denken Sie daran, dass sich das Wetter im Katastrophenfall – vor allem nach einer Klimakatastrophe – überall ändern kann. Es könnte extrem kalt werden. Im Winter 2018/2019 wurden zeitweilig in Chicago -40 °C gemessen. Vielleicht wird es auch noch kälter.
  • Wir empfehlen robuste Blue Jeans, warme Flanellhemden, dicke lange Unterhosen, Ganzkörperanzüge und lange Wollsocken, sehr wärmende Mützen und Schals, dicke Handschuhe, feste, warme Schuhe und Thermojacken oder sehr gut wärmende Mäntel. Setzen Sie bei Mänteln auf Knöpfe, weniger auf Reißverschlüsse. Letztere lassen sich bei Kälte schlecht schließen und gehen schneller entzwei.
  • Machen Sie sich von Ihre Kleidung eine Inventarliste. Sie müssen diese Kleidung nötigenfalls schnell zur Hand haben. Es gibt Situationen, in denen es blitzartig extrem kalt wird.
  • Vergessen Sie bei der Kleidung alles, was mit Mode zu tun hat. Denken Sie nur daran, dass die Kleidung wirklich wärmt.

3.2 NähenBesorgen Sie sich Nähzeug und beginnen Sie schon jetzt damit, gelegentlich Ihre Kleidung durch Nähen, Flicken und Stopfen auszubessern. Die meisten Menschen können das nicht mehr, doch es sichert Ihnen bei extremer Kälte und knappen Ressourcen das Überleben. Unsere moderne Wegwerfgesellschaft macht solche kleinen Arbeiten eigentlich überflüssig, aber im Katastrophenfall sind wir darauf angewiesen. Sie müssen lernen, wie man etwas flickt. Nähen Sie alles von Hand. Eine Nähmaschine ist gar nicht so einfach zu bedienen, außerdem braucht sie Strom, den Sie im Extremfall gar nicht haben oder der knapp ist, weil sie ihn aus Akkus beziehen. Sie brauchen ihn dann für andere Dinge nötiger. Flicken ist traditionell eine Handarbeit. Sie ist leicht zu erlernen und unglaublich wichtig. 3.3 ÜberlebenshandschuheDem Thema der Überlebenshandschuhe widmen wir aus gutem Grund einen gesonderten Abschnitt. Diese haben eine entscheidende Bedeutung. Sie müssen um jeden Preis – vielleicht mehr als alles andere – Ihre Hände schützen. Diesen drohen alle möglichen Gefahren: Kälte, Schnitte, Splitter, Bruchstücke, Verbrennungen, Quetschungen, Kontakt mit Säuren und noch mehr. Sie brauchen aber Ihre Hände dringender denn je. Außerdem kann eine Infektion an einem Fingerknöchel im schlimmsten Fall tödlich enden. Antibiotika oder medizinische Hilfe gibt es vielleicht nicht. Natürlich müssen einige dieser Handschuhe sehr warm sein, gleichzeitig sollten sie Ihnen erlauben, damit gut zu hantieren. Besorgen Sie sich mehrere Paar Handschuhe mit unterschiedlicher Dicke – für extreme Kälte und auch für mäßiges Wetter, bei dem die Handschuhe eher Ihre Finger bei diversen Arbeiten als nur vor Kälte schützen sollen. Sie müssen mit Handschuhen ein Werkzeug oder eine Waffe bedienen können. Es gibt solche Handschuhe in allen erdenklichen Varianten. Das Militär, Bergsteiger und andere Outdoorfreunde nutzen sie. Informieren Sie sich jetzt darüber und schaffen Sie diese Handschuhe an. 3.4 SchuheFür die Schuhe benötigen wir nochmals eine eigene Kategorie. Um Ihre Füße müssen Sie sich genauso wie um Ihre Hände kümmern, wenn Sie überleben möchten. Wählen Sie feste, nicht zu billige Schuhe. Gute Stiefel halten auch bei täglichem Tragen für lange Zeit. Was Sie sich in einer Notfallsituation nicht leisten können, sind Blasen an den Füßen oder geprellte Knöchel. In vielen Situationen werden Sie sich schnell und sicher bewegen müssen. Nicht umsonst tragen Soldaten, Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte sehr festes Schuhwerk. 3.5 MützenSie brauchen in kalten Umgebungen sehr warme Mützen oder sogar hochwertigen Skimasken, die das Gesicht fast vollständig abdecken. Möglicherweise müssen Sie sich in einer sehr kalten Umgebung längere Zeit aufhalten – ohne beheiztes Fahrzeug. Dann gilt es, den Kopf, die Ohren, die Nase und die Gesichtshaut zu schützen. 3.6 Zehen- und HandwärmerDiese speziellen Teile schützen die letzten Extremitäten – Finger und Zehen – so, dass diese beweglich bleiben. Das ist oft nötig, wenn sie im Freien bei großer Kälte komplizierte Bewegungen ausführen müssen. Die Finger und Zehen müssen bedeckt bleiben, es sind diejenigen Körperteile, die zuerst erfrieren. Genau das können Sie sich aber nicht leisten. 3.7 RegenponchoDer Poncho mit Kapuze schützt Sie bei Regenwetter, das dem Körper sehr viel Wärme entziehen kann. Das ist nicht nur ungemütlich, sondern ab einer gewissen Kälte auch sehr gefährlich. Eine Princeton-Studie hat aufgezeigt, dass sich der Wärmeverlust des Körpers bei nasser Kleidung um das Fünffache erhöht. Ein guter Poncho hält das Wasser ab und lässt sich doch auf kleinem Raum verstauen. Sie können ihn bequem im Rucksack mit sich führen. Er sollte über eine Kapuze verfügen und sehr belastbar sein, denn er darf in der Wildnis nicht zerreißen. Solche Ponchos kosten ein wenig Geld, aber diese Anschaffung werden Sie nicht bereuen. Es ist ein Teil, das Sie auch für normale alltägliche Wanderungen nutzen können.

4. Unterkunft beheizen

In Gegenden mit kalten Jahreszeiten müssen Sie daran denken, wie Sie über Monate heizen können. Strom haben Sie wahrscheinlich keinen zur Verfügung, Propan- oder Butangas muss in Flaschen gelagert werden. Das verbraucht Platz, ist ein Sicherheitsrisiko und außerdem in der Anschaffung teuer. Dennoch können und sollten Sie sich mit Gas oder auch Kerosin bevorraten und einen entsprechenden Ofen anschaffen, doch es gibt hierzu weitere Alternativen, die wir uns anschauen wollen. Prinzipiell geht es darum, auch mehrere kalte Winter zu überstehen. 4.1 Verwendung eines HolzofensNicht immer wird es möglich sein, einen Holzofen einzusetzen, dennoch wäre er die beste Option. Daher wollen wir uns diese Möglichkeit zuerst anschauen. Holzöfen gibt es schon seit Menschengedenken, dennoch entwickeln sie sich weiter. Neue, sehr effiziente Modelle beheizen mit relativ wenig Holz ganze Häuser. Gleichzeitig lassen sich diese Öfen für die Zubereitung von Essen nutzen. Jeder Prepper wünscht sich daher, einen Holzofen und dazu sehr viel gutes Brennholz zu besitzen. Wer an einem Wald wohnt oder auf dem eigenen Grundstück viele Bäume hat, wird sich auf jeden Fall für diese Variante entscheiden. 4.2 Wärme aus alternativen EnergiequellenWir gehen bei einem Worst Case Szenario immer davon aus, dass es keinen elektrischen Strom aus dem Netz gibt. Wenn gleichzeitig kaum Holz zur Verfügung steht und der Holzofen daher keine passende Option ist, gibt es eine Reihe von alternativen Energiequellen für die Heizung des Hauses. Wir wollen nicht alle dieser Energiequellen nennen, das würde den Rahmen dieses Survival-Guides sprengen. Stattdessen listen wir an dieser Stelle nur die bekanntesten und beliebtesten auf. Entscheiden Sie selbst, welche Variante zu Ihrer Umgebung und Ihren Ressourcen gut passen könnte.

  • Wasserkraft durch ein Wasserrad, falls ein fließendes Gewässer in der Nähe ist
  • Solarenergie (Solarthermie und Fotovoltaik)
  • Biogasgenerator
  • Windkraftanlage
  • Fahrradgenerator

Es handelt sich zum Teil um DIY-Energiequellen wie beispielsweise das Wasserrad oder der Fahrradgenerator. Sie brauchen hierfür nur einen Generator und können sich dann das Antriebsrad bzw. die Verbindung zwischen Antrieb und Generator selbst bauen. Jede dieser Quellen hat bestimmte Vor- und Nachteile. Wichtig könnte sein, ob die Energievariante auf ein großes System skalierbar ist. Das ist dann bedeutsam, wenn Sie plötzlich eine größere Gruppe von Menschen mit Wärme und Strom versorgen müssen. Wenn Sie sich im Vorfeld schon vorstellen können, wie Ihre Situation im Katastrophenfall aussehen könnte, werden Sie sich leichter dafür entscheiden, ob Sie in ein großes System investieren oder sich für eine kleinere dedizierte Anwendung entscheiden. Die genannten Systeme können bei entsprechender Auslegung jeweils gleichzeitig für Strom und Wärme sorgen. 4.3 NotfallschlafsackEs könnte durchaus passieren, dass Sie keine Möglichkeit haben, eine eigene Wärme- und Stromversorgung aufzubauen. In diesem Fall müssen Sie sich vor Temperaturverlust schützen. Die letzte Option ist dann ein Notfallschlafsack. Diesen benötigt jedes Familienmitglied. Gerade nachts ist die Gefahr sehr groß, im Schlaf extrem zu unterkühlen. Die meisten Menschen erfrieren im Schlaf. Der Notfallschlafsack ist daher ein unerlässliches Überlebensinstrument, wenn Sie tatsächlich nicht heizen können. Vielleicht sollten Sie ihn auf jeden Fall beschaffen. Notfallschlafsäcke sind so beschaffen, dass sie die Körperwärme wirklich sehr gut speichern. Menschen, die im Winter im Freien schlafen, nutzen ebenfalls solche Schlafsäcke. Sie sind den traditionellen Schlafsäcken aus Baumwolle oder Synthetik überlegen. Diese geben zwangsläufig Wärme an die Umgebung ab, sodass der Schläfer im Laufe der Zeit unweigerlich auskühlt. Der Notfallschlafsack hingegen – ein sogenanntes Tact Bivvy – kann durch sein Material, das für die Raumfahrt entwickelt wurde, bis zu 90 % Ihrer Körperwärme bei Ihnen halten. Das reicht sogar für Übernachtungen bei starken Minusgraden. 4.4 Kleinere Hilfsmittel für die EnergieerzeugungWir haben die größeren alternativen Energielösungen genannt, doch es gibt auch kleinere, sehr nützliche Setups. Diese verbrauchen wenig Platz und sorgen für etwas Strom, den Sie schnell, aber nur vorübergehend brauchen. 4.4.1 SolarladegerätSchon länger gibt es am Markt relativ kleine tragbare Solarmodule, die erstaunlich viel Energie aus dem Sonnenlicht generieren. Manche Menschen schließen diese in Reihe zusammen und können damit und mit einer größeren Solaranlage auf dem Dach energetische Autarkie erzeugen. Manche dieser Geräte sind etwas teurer, doch ihre Anschaffung kann sich lohnen. Investieren Sie beispielsweise in einen PowerBank Solar Charger, dann liefert dieser Strom für all Ihre Werkzeuge und Geräte, die Sie im Katastrophenfall besonders dringend brauchen und von denen viele nur mit Strom funktionieren. Das könnten eine Bohrmaschine und eine elektrische Säge, ein Computer, ein Radio, Akkus für die Beleuchtung und Walkie-Talkies sein. Auf einige dieser Dinge werden Sie sehr dringend angewiesen sein, um den Kontakt zur Außenwelt herzustellen, andere brauchen Sie für Ihre Versorgung.

5. Feuer

Feuer ist in einer Notfallsituation das absolute Lebenselixier. Wir brauchen es, um Wasser abzukochen, Essen zuzubereiten, um zu heizen und für die Sicherheit. Es gibt verschiedene Varianten, ein Feuer zu entfachen. Natürlich gehen wir davon aus, dass wir ein Feuerzeug und/oder Streichhölzer besitzen, doch was passiert, wenn diese Utensilien fehlen oder unrettbar feucht geworden sind? Lassen Sie uns schauen, welche Möglichkeiten es gibt, ein Feuer anzuzünden. 5.1 Sturmsichere und wasserfeste StreichhölzerDiese Streichhölzer lassen sich auch bei sehr starkem Wind anzünden, dann brennen sie relativ zuverlässig. Sehr beeindruckend ist ihre Fähigkeit, nach dem Eintauchen ins Wasser weiterzubrennen (nicht direkt im Wasser, doch nach dem Herausziehen). Besorgen Sie sich unbedingt einen größeren Vorrat dieser Streichhölzer. 5.2 Ferro Rod StrikerDer Ferro Rod Striker ist ein Gerät, mit dem Sie nur mit Holz aus der Natur ein Feuer entfachen können. Er basiert auf einer Speziallegierung, die beim Reiben Funken erzeugt. Sie müssen damit ein wenig üben, dann können Sie ohne Feuerzeug oder Streichhölzer einfach mit den Ästen oder Zweigen eines Baumes ein Feuer anzünden. Der Ferro Rod Striker kostet wenig und soll rund 3.000 Zündungen ermöglichen. Besorgen Sie sich dieses hervorragende Werkzeug für Ihr Überleben! 5.3 Elektrisches FeuerzeugDas elektrische Feuerzeug zündet mit elektrischen Spulen, die einen Lichtbogen erzeugen. Dieser widersteht Wind und Nässe, die Technologie gilt gegenüber herkömmlichen Gasfeuerzeugen als deutlich zuverlässiger. Allerdings braucht das Feuerzeug einen Akku, der sich über einen USB-Anschluss aufladen lässt. Den nötigen Strom können ein Solarladegerät, ein Handgenerator oder ein Bio-Generator liefern. Es ist nicht viel Strom, das Feuerzeug hingegen ist äußerst zuverlässig und ein erstklassiges Survival-Instrument. 5.4 ZunderEin erfahrener Überlebenskünstler findet natürlichen Zunder im Wald. Doch wie entfacht man damit ein Feuer? Wir sind es gewohnt, hierfür alte Zeitungen zu verwenden. Doch diese haben wir im Katastrophenfall wahrscheinlich nicht mehr. Für ein Feuer brauchen Sie daher eine gute Zunderquelle. Eine sehr gute Lösung ohne trockenen Zunder aus dem Wald, der nicht immer vorhanden ist (zum Beispiel nach einem Regen) sind Wattebällchen. Diese funktionieren hervorragend als Zunder. Kaufen Sie diese in großen Mengen, denn sie sind billig, leicht und gut aufzubewahren. Fügen Sie etwas Vaseline hinzu, dann brennen die Wattebällchen noch besser. Wenn Sie aber aus Holz Zunder gewinnen möchten, dann besorgen Sie sich hierfür ein passendes Werkzeug. Solche Werkzeuge gibt es: Sie bestehen aus einem feinen Rost für das Herstellen des Zunders aus Holz und außerdem aus einer Lupe, die den Zunder anbrennt. Natürlich können Sie auch die Späne eines Bleistiftanspitzers als Brennmaterial für die Initialzündung verwenden. 5.5 LupeBesorgen Sie sich auf jeden Fall eine kleine Lupe, die alles Mögliche mit Sonnenlicht entzündet. Sollten Ihnen alle anderen Möglichkeiten ausgegangen sein, funktioniert die Lupe immer.

6. Medizinische Versorgung

Im Katastrophenfall wird wahrscheinlich selten ein Arzt mitsamt seiner Ausrüstung in der Nähe sein. Überwiegend müssen wir selbst zu Ärzten werden. Zu diesem Zweck benötigen wir einige Basics. Den Erste-Hilfe-Kasten sollten Sie sich in vielfacher Ausführung zulegen, doch denken Sie darüber hinaus an diejenigen medizinischen Hilfsmittel, die Sie mangels funktionierender Infrastruktur nun nicht mehr in der Apotheke an der Ecke erhalten. 6.1 Persönliche MedikamenteViele Menschen nehmen ganz bestimmte Medikamente dauerhaft ein. Sie erhalten diese im Normalfall immer wieder neu aus der Apotheke. Doch im Katastrophenfall gibt es keine Apotheke mehr. Sie müssen sich daher mit diesen Medikamenten bevorraten. Das stößt auf einige Schwierigkeiten: Einige dieser Medikamente erhalten Sie nur auf Rezept, das niemals für einen großen Vorrat reicht. Andere halten nicht ewig. Versuchen Sie daher, etwas von diesen Medikamenten anzusparen und unterziehen Sie die verderblichen Medikamente einer Rotation, wie wir das oben für die Lebensmittel beschrieben haben. Verwenden Sie also immer die ältesten Chargen und versuchen Sie, Ihren Vorrat langsam wachsen zu lassen. Reden Sie eventuell mit Ihrem Arzt darüber oder geben Sie gelegentlich an, dass Sie etwas von der Medizin verloren haben und Nachschub brauchen. Schauen Sie nach rezeptfreien Alternativen. Über dieses Problem müssen Sie intensiv nachdenken, wenn Sie eine bestimmte Medizin regelmäßig brauchen. 6.2 AntibiotikaDiese benötigen Sie sehr dringend. Vor der Erfindung dieser Arzneimittel konnte ein kleiner Kratzer ein tödliches Ereignis sein, denn Infektionen sind nur noch schwer vom Körper zu bekämpfen, wenn sie erst in den Blutkreislauf gelangt sind. Im Katastrophenfall werden Sie weder Ihren Arzt besuchen noch Antibiotika aus der Apotheke beschaffen können. Legen Sie sich deswegen einen guten Vorrat davon an. Verschreibungspflichtige Antibiotika werden Sie allerdings schwer horten können. Die Mengen werden streng kontrolliert. Stellen Sie daher auf nicht verschreibungspflichtige Mittel um. 6.3 VerbandsmaterialSie benötigen jede Menge Verbandsmaterial, falls Sie von Verletzungen betroffen sind. Mull ist ideal geeignet, doch auch ganz normale Pflaster und Verbände sind ausgezeichnete Helfer, die sich lange lagern lassen. Belassen Sie diese unbedingt in der verschweißten Originalverpackung. 6.4 LippenstiftFür die Pflege Ihrer Lippen und der Gesichtshaut bei großer Kälte benötigen Sie Lippenstift – und zwar auch als Mann. 6.5 Erste-Hilfe-HandbücherSie können sich nur schlecht vorab als Ersthelfer ausbilden lassen. Zwar sollte jeder Mensch über ein gewisses Grundwissen verfügen, doch im Ernstfall ist es nötig, gewisse Dinge nachzuschlagen. Besorgen Sie sich daher ein wirklich gutes Erste-Hilfe-Handbuch. Heutzutage lesen wir alles online nach – doch im Katastrophenfall wird das Internet nicht mehr funktionieren. 6.6 Chirurgische BänderDiese Bänder halten Mullbinden und Bandagen in der gewünschten Position, wenn Sie sich trotz einer Verletzung intensiv bewegen müssen. 6.7 PflasterWir haben sie oben schon erwähnt, doch kommen wir noch einmal darauf zurück: Sie brauchen jede Menge Wundpflaster. Für die Versorgung kleiner Schnittwunden eignen sie sich ideal. Gerade diese Wunden werden bei einem Leben unter Katastrophenbedingungen wahrscheinlich häufiger auftreten, gleichzeitig sind sie nicht nur lästig und schmerzhaft, sondern wegen der Infektionsgefahr auch höchst bedenklich. 6.8 SchmerzmittelWahrscheinlich werden Sie und Ihre Angehörigen viel häufiger als im normalen Alltag von Schmerzen betroffen sein. Besorgen Sie sich also einen größeren Vorrat an lange haltbaren Schmerzmitteln. Befassen Sie sich außerdem mit natürlichen Schmerzmitteln. Dazu gehören unter anderem Kiefern- und Fichtennadeln, aus denen Sie eine schmerzstillende Essenz gewinnen können. 6.9 VaselineDieses Mittel haben wir schon weiter oben als Feuerbeschleuniger erwähnt. Doch das ist nicht der einzige Verwendungszweck von Vaseline. Sie heilt aufgesprungene Lippen, Hautausschläge und trockene Haut. In Ihrer medizinischen Ausrüstung darf sie nicht fehlen. 6.10 BlutgerinnungsschwammSehr tiefe Wunden verhindern oft die Blutgerinnung. Ein Blutgerinnungsschwamm unterstützt aber diesen Vorgang. Im Bedarfsfall drücken Sie ihn für längere Zeit intensiv auf die Wundstelle. Er wird die Blutung stoppen und den Heilungsprozess unterstützen. 6.11 SekundenkleberSekundenkleber können Sie für handwerkliche Arbeiten gut gebrauchen, doch auch für medizinische Anwendungen ist er nützlich – etwa zum schnellen Fixieren eines Verbandes. 6.12 Sterile AlkoholpadsWunden müssen sofort sterilisiert werden, dazu dienen diese Pads mit medizinischem Alkohol. Er reinigt die Wunde, indem er die Bakterien abtötet, die Infektionen verursachen würden. 6.13 WasserstoffperoxidAuch mit Wasserstoffperoxid säubern Sie Wunden und halten die Bakterien fern. 6.14 TourniquetHierbei handelt es sich um ein Abbindesystem. Das Wort Tourniquet bedeutet auf Französisch “Drehkreuz”, im Deutschen kennt man dieses medizinische Hilfsmittel als Aderpresse. Es stoppt den Blutfluss und ist ein etwas stärkeres Mittel als der Druckverband, um schwere Blutungen zu stoppen. Möglicherweise müssen Sie nicht unbedingt ein medizinisches Tourniquet anschaffen, doch Sie sollten die Funktionsweise kennen und nötigenfalls in der Lage sein, aus normalem Verbandmaterial und mechanischen Hilfsmitteln das Tourniquet zu bauen. 6.15 WattestäbchenSie brauchen saubere Ohren, um Infektionen zu vermeiden und klar zu hören. Das ist nämlich ein gewaltiger Überlebensvorteil. Wattestäbchen dienen noch vielen anderen Zwecken. Unter anderem lassen sich damit prima kleiner Mengen einer medizinischen Salbe auftragen. Gebrauchte Wattestäbchen können Sie als Zunder verwenden. 6.16 Pinzetten und NagelbesteckIn jeden Erste-Hilfe-Kasten gehört eine Pinzette, mit der Sie beispielsweise Splitter entfernen können. Darüber hinaus müssen Sie Ihre Finger- und Zehennägel kurz halten. Das vermeidet Verletzungen und Schmutz, der Infektionen auslösen könnte. 6.17 InsektenschutzmittelBei einer Klimakatastrophe könnten plötzlich in Mitteleuropa Moskitos auftauchen, die sehr gefährliche Krankheiten übertragen. Insektenschutz ist dann nicht mehr nur eine Frage des Komforts, sondern des Überlebens. 6.18 SonnenschutzAuch vor der Sonne müssen Sie Ihre Haut im Katastrophenfall schützen. Besorgen Sie sich Sonnenschutz etwa mit dem Lichtschutzfaktor 30.

7. Persönliche Hygieneartikel

Die persönliche Hygiene steht im Katastrophenfall vor gigantischen Herausforderungen. Die tägliche heiße Dusche wird es auf gar keinen Fall mehr geben. Machen Sie sich in dieser Hinsicht auf die größten Veränderungen gefasst. Sie werden erstens gar nicht viel Wasser für die Körperhygiene haben, zweitens werden Sie es nicht ohne Not erhitzen. Drittens werden Sie wahrscheinlich kein Wasser mit Druck durch eine Leitung schicken, sodass es aus einem Duschkopf auf Sie herunterprasselt. Höchstwahrscheinlich werden Sie sich oft nur feucht abwischen oder bestenfalls in eine kleine Badewanne steigen. Das warme Wasser darin haben Sie zuvor mit einem Holzofen erwärmt. Diesen Luxus gibt es im wirklichen Katastrophenfall vielleicht nur noch monatlich oder bestenfalls wöchentlich. Das bedeutet: Sie benötigen Hygieneartikel, die Ihren Körper auch ohne viel fließendes und heißes Wasser sauber halten. 7.1 SeifeMit Seife können Sie sich ausgezeichnet reinigen. Verwenden Sie relativ pH-neutrale Seife ohne große Duftstoffe. Die Seife muss Sie reinigen und lange reichen. Seife lässt sich auch selbst herstellen, doch eines der Ausgangsprodukte ist hierbei Kernseife. Diese wiederum lässt sich in großen Mengen sehr günstig anschaffen. 7.2 RasierklingenViele Männer werden im Katastrophenfall einen Bart tragen, aber dieser hat viele Nachteile. Er ist ein Hort der Verschmutzung und in bestimmten Situationen sogar gefährlich. Wenn Sie eher auf glatte Haut setzen, brauchen Sie viele Rasierklingen für eine lange Zeit. 7.3. MundhygieneIm Worst Case können Sie nichts weniger gebrauchen als kranke Zähne. Daher müssen Sie wie eh und je auf Ihre Zahnpflege und Mundhygiene achten. Elektrische Zahnbürsten werden aber voraussichtlich nicht mehr funktionieren. Also besorgen Sie sich einen großen Vorrat an herkömmlichen Zahnbürsten und Zahncreme in der Menge, die Sie problemlos lagern können. Achten Sie dabei auf wirklich nützliche Zahncreme. Sie brauchen nicht unbedingt schöne weiße, sondern kariesfreie Zähne. Vor allem denken Sie an Zahnseide, die eigentlich zur täglichen Zahnpflege gehört, die aber viel zu wenige Menschen benutzen. Im Katastrophenfall sollten Sie vorsichtig sein und Ihre Zahngesundheit damit bewahren. 7.4 FrauenhygieneWahrscheinlich werden Sie sich als Frau einen großen Vorrat an Tampons anlegen, doch auf sehr lange Sicht könnten Ihnen diese ausgehen. Denken Sie daher auch an eine Menstruationstasse. 7.5 HanddesinfektionsmittelDass Sie mehr als je zuvor an die Sauberkeit Ihrer Hände denken, versteht sich von selbst. Doch Seife könnte hierfür nicht genügen. Legen Sie sich daher auch einen Vorrat an Handdesinfektionsmittel an. Sie müssen um jeden Preis die Kontamination mit gefährlichen Viren und Bakterien vermeiden. Sollten Sie an einem Durchfall erkranken, könnte dieser ohne medizinische Versorgung schlimmstenfalls tödlich enden. Prävention durch saubere Hände ist daher die Methode der Wahl. 7.6 ToilettenpapierEs versteht sich von selbst, dass Sie größere Mengen an Toilettenpapier benötigen. Denken Sie darüber hinaus daran, dass es Ihnen in einem sehr langen Katastrophenfall ausgehen könnte. Dann werden Sie vielleicht auf Blätter aus der Natur umsteigen, wenn es diese gibt. Wenn nicht, lassen sich für diesen Zweck auch kleine Handtücher verwenden, die Sie reinigen und erneut verwenden.

8. Sicherheit

8.1 NachbarschaftsverteidigungSie sollten vielleicht schon jetzt Ihre Nachbarn gut kennenlernen. Im Katastrophenfall, wenn die öffentliche Ordnung nicht mehr durchgesetzt wird, bleiben Sie höchstwahrscheinlich dort, wo Sie jetzt sind – Ihre Nachbarn ebenfalls. Diese werden nun zu Ihren nächsten Verbündeten oder zu Ihren ärgsten Feinden. Gehen Sie davon aus, dass ein Nachbar, mit dem Sie jetzt schon Streit wegen des harmlosen Rasenmähens haben, im Katastrophenfall zu einem Gegner wird, mit dem es tödliche Konflikte geben könnte. Sichern Sie also Ihr Heim gegen diesen Nachbarn ab. Ein Nachbar hingegen, der immer freundlich und hilfsbereit war, könnte das auch beim Worst Case bleiben – das ist aber nicht zwingend. Vielleicht schottet er sich auch ab. Viele Menschen sind sehr freundlich, wenn die Sonne scheint. Im Ernstfall ist ihnen aber das Hemd näher als der Rock. Wir alle denken mehr oder weniger so. Die besten Nachbarn sind intelligente, fähige und moralisch integre Personen, die nicht nur helfen und kooperieren wollen, sondern es auch können. Denken Sie auch daran, dass Sie im Katastrophenfall möglichst niemandem zur Last fallen. Versuchen Sie, Ihre Lasten allein zu tragen, so lange es geht. Seien Sie zu guten Nachbarn im Rahmen Ihrer Möglichkeiten hilfsbereit. Dann können Sie – vielleicht – auf Hilfe rechnen, wenn Sie diese wirklich benötigen. Wenn Sie diese Punkte geklärt haben, denken Sie an die Verteidigung Ihres Domizils und Ihrer Siedlung gegen fremde Feinde. Es wird marodierende Plünderer geben, die vor keiner Gewalt zurückschrecken. Überlegen Sie gut, mit welchen Nachbarn Sie gemeinsam eine Verteidigung organisieren können. 8.2 WachhundIhr bester Freund im Katastrophenfall kann ein Wachhund sein. Informieren Sie sich über gute Wachhunde. Gute Rassen sind beispielsweise Rottweiler und Schäferhunde. Wenn Sie glauben, dass Sie jagen werden, besorgen Sie sich einen Jagdhund. Es gibt nur wenige Rassen, die sich als Jagd- und Wachhund gleichermaßen eignen, der Dackel gehört beispielsweise dazu. Wenn Sie einen Hund anschaffen, benötigen Sie für ihn ausreichend Futter und auch einen Platz, an dem er sich aufhalten kann. 8.3 Verteidigungswaffen: Schusswaffen, Taser, Pfefferspray, Messer, BeileSie können sich Taser und Pfefferspray als Verteidigungswaffen besorgen. Für eine richtige Schusswaffe benötigen Sie einen Waffenschein, den Sie nach entsprechendem Training und der vorgeschriebenen Prüfung erhalten. Sportschützen und Jäger können diesen Waffenschein beantragen und mit ihm legal – wenn es ihr polizeiliches Führungszeugnis hergibt – eine großkalibrige Schusswaffe erwerben. Im ganz normalen Alltag schreibt das deutsche Gesetz vor, dass diese Schusswaffe sicher im Waffenschrank aufbewahrt wird. Sie dürften damit nach deutscher Rechtslage kaum auf einen Einbrecher schießen, es sei denn, Sie könnten ganz unzweifelhaft Notwehr nachweisen, die Ihnen keine andere Möglichkeit als den Gebrauch der Schusswaffe ließ. Im entsprechenden Notfall müssten Sie dann noch genügend Zeit haben, um den Waffenschrank zu öffnen, damit Sie sich gegen die tödliche Bedrohung durch einen gefährlichen Einbrecher wehren könnten. So sind die Gesetze wirklich, und wahrscheinlich ist das auch gut so. Doch im Katastrophenfall wird keine Polizei mehr überprüfen, auf welche Weise Sie Ihre Waffe getragen hatten. Wenn Sie sich damit sicherer fühlen, dann besorgen Sie sich einen Waffenschein, indem Sie Mitglied in einem Sportschützenklub werden, kaufen Sie einige Schusswaffen und ausreichend Munition und verwahren Sie all das gesetzeskonform – bis zum Eintritt der Katastrophe. Das wäre die wirklich eleganteste Lösung für jedermann. Sie können sich auch mit Kampfmessern, Beilen, Macheten und ähnlichen Waffen verteidigen. Doch denken Sie daran, dass es für die meisten Menschen sehr schwer ist, einen anderen Menschen direkt körperlich anzugreifen, also mit einem Beil oder Messer auf diesen loszugehen. Denken Sie auch daran, dass marodierende Räuber wahrscheinlich über Schusswaffen verfügen. Es ist besser, wenn Sie diese auch besitzen. Sie können dann im Katastrophenfall rings um Ihr Haus Schilder aufstellen, mit denen Sie darauf hinweisen, dass hier ohne Vorwarnung scharf geschossen wird. Das könnte marodierende Räuber abschrecken. 8.4 Sperrholz zur FenstersicherungWenn Sie nach dem Eintritt der Katastrophe feststellen, dass Ihre Siedlung plötzlich in einem Hochrisikogebiet liegt, können Sie mit Sperrholz Ihre Fenster verkleinern. Das erschwert Räubern den Zutritt. 8.5 AlarmanlagenWenn Sie über genügend Strom verfügen – und sei es aus Akkus – , können Sie Kameras und Alarmanlagen installieren. Sollten Sie gar keinen Strom für diesen Zweck verwenden wollen, können Sie um das Haus herum Stolperdrähte verlegen, an deren Enden kleine Glocken hängen. Diese Drähte werden allerdings auch gelegentlich durch Tiere berührt. Doch auf irgendeine Weise sollten Sie sich auch durch einen Alarm schützen. 8.6 Bargeld und TauschgegenständeSie brauchen im Katastrophenfall etwas Bargeld. Hierfür werden stets Summen von einigen Hundert Euro genannt, doch es darf ruhig mehr sein – so viel, wie Sie aufbringen können. Die Geldwirtschaft wird im Katastrophenfall für einige Monate erhalten bleiben. In dieser Phase hoffen alle Menschen, dass es irgendwann wieder ein normales Leben mit normalem Geld gibt. Also nehmen sie für Leistungen und Waren auch Geld entgegen. Sie können in dieser Phase bei jemandem zum Beispiel – zu welchem Preis auch immer – Lebensmittel kaufen. Irgendwann lässt dann die Hoffnung nach, es etabliert sich eine Tauschwirtschaft. In dieser könnten immer noch sehr hochwertige Gegenstände wie teurer Schmuck als Tauschgut dienen, doch noch eher etablieren sich Kaffee, Zigaretten, Alkohol, Treibstoff und langlebige Lebensmittel wie beispielsweise Öl, Getreide, Zucker, Salz und Mehl als Tauschgut. Anfangs brauchen Sie auf jeden Fall Geld. Es kann sogar dazu dienen, Sie von einem Überfall freizukaufen. 8.7 EdelmetalleIn die eben genannte Kategorie fallen auch Edelmetalle als sehr werthaltige Tauschgegenstände. Wir widmen ihnen einen eigenen Abschnitt, weil sie eine besondere Position einnehmen: Ihr Wert ist sehr gut einzuschätzen, wenn es sich um anerkannte, geprägte Barren oder Münzen handelt. Das ist ein Unterschied zu einem mit einem Brillanten besetzten Goldring, dessen Wert eben nicht besonders gut einzuschätzen ist. Dieser verliert dann drastisch an Wert. Besorgen Sie sich also durchaus als Bargeldersatz einige Münzen aus 999/1000 Gold oder Silber. Setzen Sie auf sehr bekannte Münzen wie den Wiener Philharmoniker, die vergleichsweise günstig abgegeben werden. Hierfür müssen Sie sich ein wenig interessieren. Nur kurz zur Info: Ein Goldeuro kostet Ende Februar 2019 in der Größe 1 oz (eine Unze) 1.911 Euro, ein Wiener Philharmoniker in derselben Größe nur 1.193 Euro. Beide Anlagemünzen haben eine Reinheit von 999,9/1000. Warum der Goldeuro so teuer gehandelt wird, erschließt sich nur hartnäckigen Fans von Anlagemünzen. Das muss Sie für Ihre Katastrophenvorsorge nicht interessieren. Sie wollen jetzt Goldmünzen (oder auch Barren) so günstig wie möglich und so bekannt wie möglich einkaufen. Der Wiener Philharmoniker wäre in Europa die Münze der Wahl. All das gilt auch für Silbermünzen. Es gibt diese Münzen auch in viel kleineren Größen (1/2 oz, 1/4 oz etc.). Sie müssen nicht unbedingt Münzen für über 1.000 Euro pro Stück als Tauschgut vorhalten. Kleinere Gold- und Silbermünzen wären vielleicht sogar praktischer. 8.8 Beleuchtung Ihres HausesAchten Sie darauf, im und um das Haus Licht zu haben. Das schreckt mit und ohne Katastrophenfall Einbrecher ab. Besorgen Sie sich hierfür Solarlampen.

9. Wichtige Handwerkzeuge

Die meisten von uns haben daheim tolle Elektrowerkzeuge, doch die werden uns im Katastrophenfall ohne Strom nichts mehr nutzen. Daher müssen wir daran denken, rein handbetriebene Werkzeuge anzuschaffen. 9.1 DrahtWir fangen mit einem Utensil an, das auf Ihrer Prioritätenliste vielleicht nicht ganz oben stand: Draht. Er kann Leben retten, denn es lassen sich mit ihm die wichtigsten Reparaturen wenigstens notdürftig ausführen. Mit Draht bringen Sie Ihren Zaun und Ihren Hühnerstall, Maschinen, Werkzeuge, Fenster, Türen und Dächer in einen funktionsfähigen Stand. 9.2 ReißverschlüsseSo universell wie Draht sind auch Reißverschlüsse. Damit lassen sich ebenfalls sehr viele provisorische Reparaturen durchführen bzw. Dingen zusammenhalten. Reißverschlüsse benutzen nicht viele Menschen wirklich, sie setzen stattdessen lieber auf Klebeband. Doch gerade für Textilien sind Reißverschlüsse das Mittel der Wahl. Schaffen Sie diese in verschiedenen Größen an. 9.3 MüllsäckeDie Müllsäcke nehmen nicht nur Müll, sondern praktisch alles auf. Schaffen Sie auch diese reichlich und in verschiedenen Größen und Stärken an. Sie können damit alles erdenkliche Gut verwahren, wie wir es auch im normalen Alltag oft genug machen. 9.4 Stifte und PapierDenken Sie auch daran, dass Sie wieder auf Papier schreiben werden. Wahrscheinlich werden Sie ohne Strom keinen Computer mehr benutzen. Verwenden Sie am besten Bleistifte, die ewig haltbar sind. 9.5 HammerSie brauchen einen Hammer, vielleicht sogar verschiedene Sorten wie den normalen Schlosserhammer und einen Klauenhammer. Ein guter Hammer hält sehr lange. Idealerweise erwerben Sie auch einen Kugel-, Gummi- und Vorschlaghammer. 9.6. SchaufelnAuch Schaufeln gehören zu den Standardwerkzeugen. Sie werden viel graben müssen – eventuell, um Bäume zu pflanzen, häufiger jedoch für das Ausheben von Latrinengräben, Vorratsgruben oder auch Gräbern. Besorgen Sie sich daher eine sehr robuste Schaufel und noch einige Ersatzstiele. Auch eine Schneeschaufel und Handschaufeln sind sehr nützlich. 9.10 ÜberlebensmesserEin hochwertiges Überlebensmesser hat viele Funktionen und ist ein unersetzliches Universalwerkzeug. Schauen Sie sich einmal solche Messer an und erforschen Sie deren Möglichkeiten. Dann entscheiden Sie sich für ein Modell und lernen Sie dessen Optionen gründlich kennen. Zum Messer brauchen Sie außerdem einen hochwertigen Messerschärfer. 9.11 Zangen, Schraubenschlüssel, SchraubstockSie werden viele DIY-Projekte ausführen, die ohne Zange nicht funktionieren. Auch bei Zangen gibt es einige Standardvarianten, die Sie wahrscheinlich komplett benötigen. Als erfahrener Heim- oder Handwerker kennen Sie diese Varianten, die Sie jetzt schon in Ihrem Werkzeugkasten haben – all diese brauchen Sie. Außerdem sollten Sie einen wirklich vollständigen Satz von Schraubenschlüsseln griffbereit haben. Der Schraubstock wird Ihnen bei vielen Arbeiten eine sehr wertvolle Hilfe sein. Er ist zwar etwas größer und auch schwer, jedoch ein sehr guter Freund des Handwerkers. 9.12 SägenBei den Sägen ist die Vielfalt ebenfalls groß. Auf jeden Fall brauchen Sie mehrere Holz- und Metallsägen. Sie werden wahrscheinlich sehr viel sägen. Die Sägeblätter verbrauchen sich (werden durch häufigen Gebrauch stumpf), legen Sie daher einen gewissen Vorrat an. In einem Überlegensmodus sind Tischlerarbeiten sehr wichtig. Denken Sie vielleicht auch daran, etwas mehr Werkzeug anzuschaffen, um es im Notfall als Tauschmittel zu nutzen. Andere Menschen waren vielleicht nicht so umsichtig wie Sie in ihrer Vorbereitung. Sie geben Ihnen dafür andere Dinge, an die Sie nicht gedacht haben. 9.13 Beile und ÄxteHolz wird zu einer Ihrer wesentlichsten Ressourcen. Um es zu schlagen und zu bearbeiten, brauchen Sie gute Beile und Äxte. Gleichzeitig sind es Waffen (siehe oben), die Sie hoffentlich niemals brauchen, doch es ist gut, sie zu besitzen. Denken Sie an mindestens eine wirklich große Axt. Wahrscheinlich müssen Sie Bäume fällen. Sie können auch eine sehr große Säge anschaffen, mit der zwei Mann einen Baumstamm zersägen können. In der Praxis brauchen Sie meistens beides: Axt und Säge. Fragen Sie einmal einen Forstarbeiter, wie ein sehr großer Baum von Hand gefällt wird. 9.14 HandmühleAuch für die Küche sollten Sie noch etwas zusätzliches Gerät bzw. Werkzeug anschaffen. Eines davon ist die Handmühle. Mit ihr können Sie Getreide schroten und auch Kaffee mahlen. Denken Sie auch an alle anderen üblichen Küchenwerkzeuge. 9.15 HandpumpeEine Handpumpe brauchen Sie für das Aufpumpen Reifen und Matratzen. Besorgen Sie sich dazu ein Set an Adaptern, damit Sie wirklich alles Mögliche aufpumpen können. Wählen Sie zwei Versionen: die kleine Fahrradpumpe und die etwas größere zum Hinstellen. Sie werden wahrscheinlich viel mit Fahrrädern unterwegs sein.

10. Beleuchtung

Sie brauchen diverse Beleuchtungslösungen für den Alltag und für Notfälle. Denken Sie auch daran, dass Sie oft nachts Ihre Umgebung gut ausleuchten müssen. Die Beleuchtung wiederum sollte auch auf Akkubasis funktionieren, denn Strom aus der Leitung wird es wahrscheinlich nicht geben. Die Akkus wiederum können Sie über Generatoren oder Solarpanels aufladen. 10.1 LED-ScheinwerferWählen Sie LED-Scheinwerfer, die Einstellungen für Fern- und Abblendlicht mitbringen. Sie sollten sehr leistungsstark sein. LED-Lampen verbrauchen nicht viel Strom, sodass Sie mit Akkus sehr gut zurechtkommen. 10.2 LeuchtstäbeMit Leuchtstäben – wiederum auf LED-Basis – können Sie hervorragend ganze Flächen ausleuchten. Das ist in bestimmten Situationen hilfreicher als der auf eine Stelle gerichtete Lichtspot.

11. Kommunikationsgeräte

Für die Kommunikation müssen Sie gut gerüstet sein. Dazu gehören Funkgeräte und Radios oder auch ein Fernsehgerät für den Empfang von Nachrichten. Ohne Kommunikation werden Sie wahrscheinlich nicht überleben. Sie müssen Kontakt zu vielen Personen und den noch funktionierenden Behörden halten und außerdem permanent Informationen sammeln. Das ist schon in normalen Zeiten für uns alle alltäglich, doch im Katastrophenfall ist es unsere Lebensversicherung. Mithilfe von Kommunikationswerkzeugen erfahren Sie alles über potenzielle Bedrohungen, über neue Entwicklungen, die Versorgungslage, Hilfsangebote oder das Wetter. Je mehr Informationen Sie nutzen können, desto besser können Sie planen. Im Rahmen von Verteidigungsstrategien sind Informationen der Kern. Denken Sie daran, dass die Mobilfunknetze wahrscheinlich ausfallen. Es könnten jedoch weiter Radio- und Fernsehstationen arbeiten. Vielleicht ist auch mobiles Internet zu empfangen, das ist gar nicht ausgeschlossen. Werfen Sie daher Ihr Smartphone nicht weg, doch richten Sie sich auch auf traditionellere Signalübertragungen ein. So sind beispielsweise Walkie-Talkies für Gruppen sehr nützlich, die untereinander den Kontakt halten müssen. 11.1 Radio mit HandradEs gibt Radios, an denen eine Kurbel einen kleinen Generator für den Strom antreibt. Diese Radios funktionieren gänzlich ohne Akkus, sie wurden für Extremsituationen konzipiert. Akkus können Sie natürlich auch einlegen, wenn Sie welche haben. Die Radios empfangen im AM-, FM- und NOAA-Digitalbereich. Der AM-Frequenzbereich zwischen 526,5 und 1.606,5 kHz (die sogenannte Mittelwelle) funktioniert auch nach einer radioaktiven Verstrahlung der Umwelt, der UKW-Bereich hingegen nicht. Außerdem funktioniert die Mittelwelle weltumspannend, weil die Signale von der Stratosphäre reflektiert und damit um den ganzen Globus geschickt werden. Der UKW-Funk hingegen endet am Horizont. In solchen Frequenzbereichen setzt das Militär auch Morsenachrichten ab. Diese sind verschlüsselt und nutzen Ihnen nichts, aber vielleicht morst jemand Klartext. Das kann in einer absoluten, globalen Katastrophe Ihre Lebensrettung sein. Morsezeichen sind die letzten Signale, die noch zu identifizieren sind, wenn alles andere nicht mehr verständlich ist. Besorgen Sie sich daher ein Morsealphabet und lernen Sie ein wenig morsen. Idealerweise bringen Sie es auf rund 50 bis 60 Zeichen pro Minute, die Sie verstehen und mitschreiben, vielleicht auch selbst geben können (hierzu ist ein Morsetaste hilfreich, doch es funktioniert auch mit blanken Drahtenden). Militärfunker morsen bei rund 100 bis 130 Zeichen pro Minute, doch wenn man Sie per Morsenachricht warnen möchte, wird man die Zeichen langsamer geben. Ihr Handrad-Radio kann mit seinem Generator übrigens auch Akkus aufladen oder eine kleine Lichtquelle zum Leuchten bringen. 11.2 FunksprechgeräteBesorgen Sie sich so viele Walkie-Talkies, wie Sie an Personen in Ihrer Gruppe erwarten. Sie übertragen Signale – Sprache und Morsezeichen – auf kürzere Entfernungen. Die Mitglieder Ihrer Gruppe werden sich nicht allzu weit voneinander entfernen, müssen aber den Kontakt halten. 11.3 Equipment für den AmateurfunkAmateurfunker nutzen eine eigene Technik, die wiederum überwiegend auf dem Mittelwellenbereich basiert und auch im Katastrophenfall einsatzbereit bleiben dürfte. Ein entsprechendes Equipment, das Sie natürlich auch beherrschen müssen, kann sehr nützlich sein.

12. Ihre persönlichen Daten

Auch im Katastrophenfall müssen Sie sich irgendwann ausweisen und auf bestimmte persönliche Daten zugreifen können. Damit befasst sich dieser Abschnitt. 12.1 Kopien personenbezogener DatenFertigen Sie jetzt schon Kopien Ihres Passes, des Führerscheins, der Geburts- und Heiratsurkunden sowie weiterer Ausweise an. Diese verwahren Sie am besten für die ganze Familie in einem Minitresor, der zu Ihrem Notfallset gehört. 12.2 PasswörterSicheren Sie auf Papier alle Passwörter und auch Zugangsdaten für Konten etc. Diese Informationen müssen Sie natürlich sehr diskret aufbewahren. Sie können eine zusätzliche digitale Sicherung auf einem USB-Stick vornehmen. Sichern Sie auch Ihre letzten Steuererklärungen bis rund drei Jahre zurück (als Selbstständiger bis 10 Jahre). 12.3 Kopien von weiteren UrkundenEs gibt neben den sehr persönlichen Urkunden unter Punkt 12.1 noch viele weitere Urkunden, die sehr bedeutsam sind und die Sie in Kopie und natürlich möglichst auch im Original sichern sollten. Das sind folgende Dokumente:

  • Grundbuchauszug und notarieller Kaufvertrag für Ihr Haus
  • Kreditverträge
  • Fahrzeugbrief
  • Krankenakten
  • Testamente
  • Arbeitsvertrag oder Gewerbeschein

Auch Familienartefakte, Bilder, Videos und Erbstücke sollten Sie versuchen zu sichern. Sie dokumentieren Ihre Wurzeln.

13. Dinge für den Komfort

Wenn Sie beziehungsweise wir alle von einer Katastrophe betroffen sind, brauchen wir einige Wochen oder gar Monate, um uns in der neuen, höchst gefährlichen Situation einzurichten. Doch irgendwann haben wir uns arrangiert, empfinden nicht mehr in jeder Sekunde die Lebensgefahr und kommen auch seelisch etwas zur Ruhe. In diesem Moment entsteht der Wunsch nach etwas Komfort. Denken Sie auch an solche Dinge bei Ihren Vorbereitungen. Kein Mensch kann immer nur kämpfen und auf der Hut sein. Wir sind ganz sicher, dass schon Urmenschen inmitten der Bedrohung durch die Wildnis um sie herum irgendwelche Komfortzonen besaßen. 13.1 SchokoladeDiese ist eine süße Nervennahrung, die deshalb jedermann liebt. Gute Schokolade hält sich ein bis zwei Jahre und auch noch etwas länger. Decken Sie sich also ein wenig damit ein. 13.2 BonbonsWenn Sie Kinder dabei haben, werden diese Ihnen die billigsten Bonbons aus der Hand reißen. Das ist natürlich nicht besonders gut für die Zähne, lassen Sie daher bei der Zahn- und Mundhygiene weiterhin große Umsicht walten. Aber gönnen Sie den Kleinsten ab und zu etwas Süßes in dieser Art. 13.3 DeodorantAuch an Deodorant, Schminke und ähnliche Luxusartikel sollten Sie denken. Sie werden wenigstens gelegentlich das Gefühl von Normalität in Ihren Katastrophenalltag bringen. 13.4 BrettspieleWahrscheinlich werden Sie oft von Langeweile betroffen sein, denn die übliche Ablenkung durch das Fernsehen, das Internet, Konzerte, Kinobesuche, Tanzabende, Shoppingtouren und Urlaubsreisen wird es nicht geben. Mit Brettspielen können Sie sich auf großartige Weise die Zeit vertreiben. 13.5 BücherWenn Sie es schaffen, einen gewissen Vorrat an Büchern einzulagern, dann tun Sie es. Vergessen Sie dabei die gute alte Bibel nicht, deren Weisheiten Sie vermutlich viel häufiger als bisher nachschlagen werden. Dort werden Untergangszenarien zur Genüge geschildert. Sie können sich auch jede Menge Literatur auf einen eReader laden. Generatoren für die Stromversorgung werden Sie auf jeden Fall nutzen, weil Sie für viele Zwecke Akkus aufladen müssen – warum nicht auch den für den eReader? Dadurch sparen Sie gigantisch viel Platz. 13.6 AlkoholDieser kann die letzte Rettung in einer hoffnungslosen Situation sein, doch er ist auch ein erstklassiger Tauschartikel. 13.7 ZigarettenAuch diese sind Tauschartikel der ersten Wahl, wie sich regelmäßig in einer Kriegs- und Nachkriegswirtschaft zeigt. Legen Sie sich also einen Vorrat an. 13.8 KaugummiDas ist ein überwiegend gesunder Komfortartikel, der Stress abbaut. Besonders Kinder profitieren davon. Kaugummi fördert die geistige Wachheit und verbessert die Moral.

14. Sonstiges Zubehör zum Überleben

Sie können sich denken, dass immer noch etwas Zubehör fehlt, das wir so vollständig wie möglich erfassen wollen. 14.1 AkkusWir haben sie schon oft erwähnt, gehen wir nochmals ausführlicher darauf ein: Sie brauchen Akkus in diversen Größen und Formen. Besorgen Sie sich alles, was sich elektrisch aufladen lässt. 14.2 GeneratorenAuch diese kamen schon zur Sprache. Sie brauchen Generatoren auf Kraftstoff- und Holzbasis, Generatoren für Hand-, Wasser- und Windkraft sowie Solarpaneele. 14.3 Taktischer StiftSo ein taktischer Stift dient zum Schreiben, kann aber noch viel mehr. Er verfügt über eine Hartmetallspitze, die auch als Glasbrecher oder Schlagwaffe verwendet werden kann. Damit wird er zur persönlichen diskreten Verteidigungswaffe.

Fazit: Haben wir etwas vergessen?

Bestimmt gibt es noch einige Dinge mehr, an die Sie denken können und sollten. Versuchen Sie einfach, sich verschiedene Katastrophenszenarien vorzustellen. Dann richten Sie sich dementsprechend ein.

Like this article?

Share on facebook
Share on Facebook
Share on twitter
Share on Twitter
Share on linkedin
Share on Linkdin
Share on pinterest
Share on Pinterest