Die besten Drohnen mit Wärmebildkamera für die Jagd im Test

Drohnen mit Wärmebildkameras sind für Aufnahmen bei Tag und Nacht geeignet. Die leistungsfähigen Multicopter erleichtern Landwirten und Jägern in vielen Bereichen die Arbeit. So ist es beispielsweise möglich, bei der Suche nach Rehkitzen Felder abzufliegen, ohne die Pflanzen darauf unnötig zu beschädigen.

Die gewonnenen Informationen werden bei allen Thermal-Fluggeräten auf einen internen Speicher abgelegt und gleichzeitig live an den Drohnenpiloten gesendet.

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Wir haben für Euch eine Liste aktueller Multicopter mit Wärmebildkameras zusammengestellt und listen Euch auf, wie leistungsfähig sie sind.

TOP-PICK

DJI Mavic 3T

Die Drohne von DJI ist ein Hightech-Multicopter, der nicht nur bei der Jagd, sondern auch im gewerblichen Bereich und bei Rettungseinsätzen Verwendung findet.

Unter Berücksichtigung der hohen Auflösung der Thermalkamera (640 x 512 px) und die sauber aufeinander abgestimmten technischen Komponenten, kann man zurecht von einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen.

Der Vergleich der 3 besten Wärmebild-Drohnen

1. DJI Mavic 3T- der universell einsetzbare Allrounder (Top-Pick)

Wer bereits Erfahrung mit Wärmebildtechnik gemacht hat, weiß, dass eine gute Kamera enorm wichtig ist. Mit einer Auflösung von 640 x 512 px, einer 12 MP Zoomkamera und einem 56-fachen Hybridzoom gehört das Rätselraten um die Identifikation der Wärmequellen der Vergangenheit an.
Die DJI Mavic 3T ist eine Hightech-Drohne, die nicht nur bei der Kitzrettung zeigt, was sie zu leisten vermag.

PRO’S

✅ 56-fache Zoomkamera
✅ Maximal 45 Minuten Flugzeit pro Akku
✅ Automatische Umleitung um Hindernisse herum
✅ Extremer Weitwinkel: Äquivalente Brennweite 24 mm, 48 MP

CON’S 

❌ No-Flight Zonen sind im Gerät hinterlegt

❌ 920 g schwer

 

Details

Das Gerät von DJI bringt viele technische Features mit und ein System, das in sich selbst abgerundet ist und das Fliegen fast schon zum reinen Vergnügen macht. Die Drohne ist mit einer Vielzahl von Infrarot- und Sichtsensoren ausgestattet, die einen Schwebeflug und das Fliegen in Innenräumen und im Außenbereich ermöglichen. Eine ausgeklügelte Technik sorgt dafür, dass Hindernisse in alle Richtungen zuverlässig umflogen werden und es zu keiner Kollision kommt.

Die 12 Megapixel Kamera unterstützt bis zu 56-fachem Hybridzoom. So kann euch fast gar nichts entgehen. Punkt- und Flächentemperaturmessungen sowie eine Temperaturwarnung und Farbpaletten sorgen bei der Wärmebildkamera, die eine Auflösung von 640 x 512 px besitzt, zusätzlich für einen gute Objekterkennung.

Wärmebilddrohnen kommen häufig bei Kitzrettungen zum Einsatz. Die Mavic 3T kann mit einer Flugzeit von bis zu 45 Minuten pro Akku punkten und damit eine Fläche von bis zu 2 Quadratkilometern vermessen. Der Akku lässt sich bequem über einen USB-Anschluss direkt in der DJI laden.

Der Hersteller gibt an, dass eine Flughöhe – ohne Nutzlast – von bis zu 6 km möglich wäre. Dieser Wert wird in der Praxis kaum benötigt, bietet dem Anwender jedoch jede Menge Spielraum, um einen günstigen Blickwinkel zu bekommen.

Fazit

Mit der DJI Mavic 3 T bleiben keine Wünsche offen. Das Modell kann durch seine Weitwinkel- und Zoomkamera punkten, zudem sorgen leistungsstarke Akkus für eine lange Flugzeit. In seiner Produktbeschreibung beschreibt DJI, dass eine Bildübertragung in HD-Qualität von mehreren Kilometern möglich ist. In Deutschland dürfen Drohnen von Privatanwendern nur auf Sicht geflogen werden, weswegen diese Angaben nicht relevant sind.


Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei diesem Gerät ist gut. Die Drohne lässt sich für die Kitzrettung ebenso einsetzen wie für eine Vielzahl von Rettungseinsätzen.

2. Parrot Anafi Thermal - preisgünstig und leicht

315 g leicht und mit einer Auflösung von 21 MP ist das Modell von Parrot ein richtiges Fliegengewicht. Zusammengeklappt wirkt die Drohne unscheinbar, ein paar wenige Handgriffe reichen aus, um sie einsatzbereit zu machen. Die Thermalkamera kommt mit einem Lepton-3.5-Sensor und reagiert empfindlich auf Wärmequellen in der Nähe.

PRO’S

✅ Flugzeit pro auswechselbaren Akku beträgt 26 Minuten

✅ 4k HDR Auflösung

✅ Leichte und kompakte Maße

✅ Eine Vielzahl unterschiedlich programmierbarer Flugmodi

CON’S 

❌ Drohne muss aufgrund niedriger Thermal-Auflösung niedrig fliegen

❌ Hersteller ist für Beratung oder Supportanfragen nicht erreichbar

Details

Der Multicopter mit GPS und 3-fachen Zoom wirkt im Vergleich mit anderen Drohnen eher wie ein Spielzeug.

Vor allem die fast intuitive und schnelle Bedienung der Drohne begeistert viele Anwender. Akku aufladen und schon ist das Gerät einsatzbereit.

Es gibt keine No-Flight-Zonen, wie bei den Modellen von Mitbewerbern. Dadurch lässt sich die Anafi nahezu überall einsetzen (gesetzliche Bestimmungen beachten!).

Verschiedene Flugmodi, wie “Dolly-Zoom-Effect”, “Cameraman” oder “Slow Motion” machen die Wärmebild-Drohne nicht nur für den jagdlichen, sondern auch künstlerischen Einsatz interessant.

Die Problematik, dass die Drohne wie ein Stein vom Himmel fällt, wurde mit einem der letzten Software-Updates behoben.

Fazit

Die solide Technik, der im Jahr 2018 auf dem Markt erschienenen Drohne von Anafi hat noch immer ihre Daseinsberechtigung, auch wenn es mittlerweile leistungsfähigere Modelle auf dem Markt gibt. Durch die geringe Auflösung der Thermalkamera ist es oft notwendig, dichter in Bodennähe zu fliegen.

Der Preis der Parrot Anafi Thermal schwankt zwischen 1700 und 2500 €, trotzdem ist sie ein günstiges Modell und brauchbar für jagdliche Flüge in Wald und Flur. Bei Reparaturen oder anderen Problemen muss man selbst Hand anlegen oder einen Drittanbieter finden. Der Hersteller selbst ist nicht dafür erreichbar. Mehr Detailinfos zur Parrot Anafi Thermal finden sie hier.

3. Parrot Anafi USA

Parrot hat mit seinen Drohnen den zivilen Markt verlassen. Die Wärmebilddrohne “Anafi USA” ist dennoch auch für “normale Bürger” käuflich erwerbbar.

Das Gerät besitzt ein Gewicht von etwa 500 g und einen Flir Boson 320×256 IR Wärmebilderkamera-Sensor.

Ausstattung und Funktionen wurden für Militär und Industrie entwickelt, allerdings profitieren auch Jäger (und alle anderen Outdoor- und Drohnenfans) davon.

Bild: dronesforhire.com.au
Bild: dronesforhire.com.au

PRO’S

✅ Hohe Auflösung

✅ Lange Flugzeit

✅ Geringes Gewicht

✅ Zahlreiche verschiedene Flugmodi

CON’S 

❌ Relativ hoher Anschaffungspreis

Details

Käuferberichte bei Amazon oder anderen Plattformen sucht man aktuell noch vergebens. Lediglich die Meinung von Personen, welche die Drohne ausgiebig in der Praxis getestet haben, existiert.

Die Parrot Anafi USA wurde zur Aufklärung entworfen. Ihre geringen und leichten Maße sowie die Wendigkeit prädestinieren sie auch für den Flug in geschlossenen Räumen.

Der 32-fache Zoom in Kombination mit den beiden 21 Megapixeln Kameras erlaubt die Ortung von Wärmequellen in bis zu 5 km Entfernung. Die visuelle Kamera macht wichtige Details in bis zu 2 km Entfernung erkennbar.

Die Drohne ist schnell einsatzbereit, die Bedienung erfolgt fast intuitiv. Eine lange Lernphase ist für den Piloten nicht notwendig.

Das Gehäuse schützt die empfindliche Technik zuverlässig vor Staub und Wasser. Dadurch ist die Anafi USA auch bei Regenwetter einsetzbar.

Bilder und Videos werden live empfangen und zusätzlich auf einer Speicherkarte gesichert. Knapp eine halbe Stunde verbringt das Gerät pro Akku in der Luft.

Fazit

Die Parrot Anafi USA ist das Nachfolgemodell der Parrot Anafi Thermal und mit ihrer Ausstattung besonders für gewerbliche Anwendungen interessant. Mit der hohen Auflösung kann sie wesentlich höher fliegen als ihr Vorgänger, was die Gefahr eines Zusammenstoßes mit Bäumen minimiert.

Das Aufspüren von Wild, ob zur Nachsuche oder Aufklärung, ist problemlos möglich. Durch die gute Verarbeitung sind auch windige oder regnerische Tage kein Problem für die Drohne. Leider sind die Anschaffungskosten doch noch relativ hoch.

Weitere gesetzliche Auflagen

Die neue Drohnenverordnung beinhaltet noch einige weitere Bedingungen:

  • Der EU Kompetenzausweis, umgangssprachlich kleiner Drohnenführerschein genannt, ist für alle Multicopter erforderlich. Eine Ausnahme bilden nur Bestandsdrohnen mit einem Startgewicht von unter 250 oder klassifizierte Klasse C0 Drohnen.
  • Die maximale Flughöhe von 120 m darf nur mit behördlicher Genehmigung oder auf Modell-Flugplätzen überschritten werden.

Tipp: Um auf Nummer sicher zu gehen, solltet Ihr vor dem generellen Einsatz Eurer Drohne Rücksprache mit dem Luftfahrtbundesamt halten.

Falls euch das alles zu kompliziert ist, könnt ihr euch auch für eine reguläre und kompakte Wärmebildkamera, wie z. B. die Flir Scout TK entscheiden (mehr Infos hier).

Weitere häufig gestellte Fragen zum Thema

Unbemannte Flugobjekte dürfen in Deutschland nicht überall fliegen. Am 31. Dezember 2020 wurde eine neue Drohnenverordnung erlassen, die in der EU und auch Liechtenstein, Island, Schweiz und in Norwegen angewendet wird.

Daneben reguliert in der Bundesrepublik zusätzlich die LuftVO (Luftverkehrsordnung), wo und wann man mit seinem Multicopter abheben darf.

Ein generelles Verbot von Drohnen-Flügen gilt zum Beispiel:

  • Über Wohngebieten
  • Krankenhäusern
  • Justizvollzugsanstalten
  • Katastrophengebiete
  • Flughäfen und -plätzen
  • Kraftwerken
  • Militärische Gebiete und -anlagen

In einigen Fällen, wie um Truppenübungsplätze herum, darf die Drohne auch im direkt angrenzenden Bereich nicht geflogen werden. Ob eine Ausnahme möglich ist, müsst Ihr selbst bei den zuständigen Behörden in Erfahrung bringen. Unter bestimmten Voraussetzungen könnt Ihr einen Drohnenflug in diesen Gebieten beantragen.


Hinweis: Über Wohngebieten bzw. -grundstücken darf ohne Genehmigung geflogen werden, wenn die Drohne ein Gewicht von unter 250 g besitzt und keine Kamera und Sensoren zur Aufzeichnung personenbezogener Daten hat. Sprich, das Produkt aus der Spielzeugabteilung darf uneingeschränkt als nettes Gadget genutzt werden.

Bis Ende 2020 mussten nur Modelle ab einem Gewicht von 250 g mit einer Plakette gekennzeichnet werden, mittels welcher sich das Gerät dem Eigentümer zuordnen ließ.

Seit Inkrafttreten der neuen EU-Drohnenverordnung gilt diese Auflage nun für alle Drohnen. Diese eID (elektronische UAS-Betreiber-ID” wird mittels Drohnen-Plakette direkt auf dem Fluggerät sichtbar angebracht.

  • Drohnen mit Wärmebildkameras sind technisch leistungsfähig und kostenintensiv. Achtet beim Kauf nicht nur auf die Ausstattung des Geräts, sondern holt Erkundigungen ein, an wen Ihr Euch bei Problemen oder Rückfragen wenden könnt.
  • Viele Händler haben sich auch gezielt auf den Verkauf professioneller Multicopter spezialisiert und bieten häufig auch Flugkurse für ihre Produkte dafür an.

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