Die FLIR Scout TK im Test – Thermal-kamera im Taschenformat

Zusammenfassung für Schnellleser

Die kleine Thermalkamera FLIR Scout TK besitzt eine IP67 Zertifizierung und ist für Tierbeobachtungen ebenso geeignet wie zum Campen und für die Security-Überwachung von Gebäuden. Mit ihren 170 g ist sie relativ leicht, der herausnehmbare Akku hält ungefähr 5 Stunden durch.

  • Auflösung 160 x 120 Pixel bei einer Reichweite von 90 m
  • Kein Digitalzoom
  • Schusspräzision von unter 4 cm
  • 8 Farbmodi

Sieht aus wie ein U-Boot, ist aber eine Thermalkamera im Taschenformat: die FLIR Scout TK.

Dabei sind es jedoch die inneren Werte, welche zählen. Und da hat die kompakte Wärmebild-Monokular Kamera doch einiges zu bieten.

Mit dem harten Gehäuse mit IP67 Zertifizierung ist das Gerät staubdicht, stoßfest und bestens für den Outdoor-Einsatz geeignet. Selbst Regen kann der FLIR keinen Schaden zufügen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr die Kamera zur Jagd, fürs Camping oder aber nur für reine Tierbeobachtungen verwenden möchtet.

Wir haben für Euch die wichtigsten Fakten und Testberichte ausgewertet, sodass Ihr mehr über die Stärken und Schwachpunkte des Modells erfahrt.

Sie wollen sich nicht auf einen ewig langen Testartikel einlassen, sondern kommen lieber gleich zu den relevanten Punkten? Dann hier die Informationen zur technischen Ausstattung des FLIR Scout TK:

FLIR Scout TK: Technische details

  • Auflösung: 160 x 120 Pixel
  • Reichweite: 90 m
  • Digitalzoom: nein
  • Integriertes Display: LCD-Display 640 x 480 px
  • Farbpaletten: einstellbar sind Black Hot, White Hot, InstAlert, Rainbow, Iron, Lava, Graded Fire und Arctic
  • Gewicht: 170 g
  • Größe (L x B x H): 152,2 mm x 50,8 mm x 50,8 mm
  • Akkunutzungsdauer (Betrieb): > 5 Stunden

Lieferumfang und erster Eindruck

Die FLIR Scout TK wird in einer stabilen Umverpackung geliefert. Im Set enthalten sind, neben der Kamera natürlich, noch ein Tragegurt, Objektivdeckel sowie ein USB-Kabel. Auch eine Anleitung liegt bei, allerdings ist diese nur in englischer Sprache verfügbar. Eine deutsche Version erhaltet Ihr leider nur online im PDF-Format bei FLIR direkt -> Benutzerhandbuch in Deutsch

Der erste Eindruck, den das Monokular macht, ist gut. Durch die geringe Größe und die gummierte Oberfläche liegt es sicher in der Hand. Wie sich aus verschiedenen Scout TK Test-Berichten entnehmen lässt, verhindert das Material, dass das Gerät bei Kälte oder nasser Haut leicht aus den Händen rutschen kann.

Was definitiv noch ins Auge fällt, ist das Design und die 4 Tasten an der Seite. Diese sind leicht erhaben, sodass man sie auch bei Dunkelheit leicht finden und bedienen kann. Auch der USB-Anschluss, zum runterladen von Videos und Bildern, befindet sich hier. Doch dazu später mehr. Wenn Euch das Aussehen der TK Thermal an ein U-Boot erinnert, so liegt ihr gar nicht verkehrt.

Mit einer Länge von knapp über 15 cm und einer Höhe von etwa 5 cm lässt sich die Kamera unproblematisch in jeder Gewehrtasche oder im Rucksack verstauen. Auch wenn das Objektiv durch einen Deckel geschützt wird, wäre eine separate Tasche zum Schutz des Gerätes nützlich gewesen. Hier müsst Ihr selbst improvisieren. Es lohnt sich, die Wärmebildkamera in einem kleinen Beutel unterzubringen. Denn dieser bietet Schutz und hilft dabei, die FLIR im Dunkeln bzw. im Taschenchaos schnell wiederzufinden.

PRO’S

✅ Anschlussgewinde für gängige M52x0,75 Klemmadapter vorhanden

✅ CMOS-Sensor mit Full-HD-Auflösung

✅ herausnehmbarer Akku

✅ Powerbankbetrieb ist möglich

✅ Schusspräzision von unter 4 cm

CON’S 

❌ Käufer berichten, dass einige Geräte nicht schussfest waren

Bedienung

Die TK Wärmebildkamera wurde für die einhändige Bedienung entwickelt. Das macht sich auch in der fast schon intuitiven Bedienung und der kompakten Größe bemerkbar. Alle Einstellungen werden über die vier seitlich angebrachte Tasten vorgenommen.

Zu den wählbaren Funktionen gehören Helligkeit, Farbpaletten, Scrollen, Leistung und Löschen. Trotzdem ist es ratsam, vor der ersten ernsthaften Verwendung, bei Tageslicht alle Einstellmöglichkeiten ausreichend zu testen.

Eine lange Wartezeit, bis die Kamera startklar ist, gibt es nicht. Innerhalb von etwa 5 Sekunden nach Drücken des Startknopfes ist das Gerät einsatzbereit. Um den Akku zu schonen, lohnt es sich, besonders bei längeren Ansitzen oder Spaziergängen das Modell auszuschalten.

Optische Leistung

Das Wichtigste an einer Thermalkamera ist nicht zwangsläufig ihr Aussehen, sondern was sie in der Praxis zu leisten vermag. Wärmebildkameras sind in der Lage, zu jeder Tages- und Nachtzeit lebende bzw. warme Objekte aus der Umgebung herauszufiltern und durch Falschfarben anzuzeigen.

Die Scout TK besitzt 8 unterschiedliche Farbmodi, mit denen sich die Differenz zwischen kalten und warmen Bereichen optisch ausspielen lässt. Findet bzw. übt selbst, welche Farbkombination Euch am ehesten liegt. Als besonders kontrastreich hat sich der Schwarz / Weiß-Modus bewährt.

Das monokulare Okular ist einfach zu bedienen und breit genug, damit Ihr nicht die Augen zusammenkneifen müsst, um das Bild zu erkennen. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass der Abstand der Linse weit genug vom Auge weg ist, um nicht zu drücken. Der Augenabstand kommt auch Brillenträgern zugute. Diese muss nicht abgesetzt werden, um durch das Okular zu schauen.

Auflösung

Die TK Wärmebildkamera verfügt über einen 640 x 480 LCD-Bildschirm und die Bildverarbeitung erfolgt mittels einer digitalen Detailoptimierung (FLIR Digital Detail Enhancement™). Der Infrarot VOx Microbolometer selbst hat eine Auflösung von 160 x 120 bzw. 19.200 Pixeln. Das ist vergleichbar mit vielen einfachen Thermalkameras, die sich an Anfänger richten.

Der Hersteller gibt an, dass man mit dem Gerät problemlos warme Objekte, Tiere und auch Menschen auf eine Entfernung von bis zu 90 m leicht und detailliert erkennen kann. Das trifft teilweise zu. Der Tenor in den unterschiedlichen Rezensionen und Testberichten ist ähnlich: Größere Lebewesen sind auch bei einer Entfernung von bis zu 120 m erkennbar. Allerdings nicht immer und mitunter ist es schwierig, das Zielobjekt genau anzusprechen.

Erfahrene Waidmänner und -frauen können Hasen beispielsweise in 100 m aufgrund ihrer arttypischen Bewegung noch bestimmen. Für Laien wird es da schon schwieriger. Für die gezielte Jagd auf eine Rotte Schwarzwild oder zum gezielten Beobachten von Tieren bei Nacht ist die Wärmebildkamera nur bedingt geeignet. Etwas mehr Kontrast lässt sich durch Änderung der Farbmodi herausholen – oder aber man schafft es, sich näher an das Objekt der Begierde heranzupirschen.

Wo die TK definitiv ihre Stärken zeigt, ist bei Beobachtungen in der Dämmerung. Bei schlechtem Büchsenlicht könnt Ihr sie zum Beispiel einsetzen, um Wildtiere gezielt anzusprechen.

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Einzelbild- und Videoaufzeichnungsfunktion

Das Gerät verfügt über die Funktion, einzelne Fotos und Videos aufzuzeichnen. Verbindet dazu die Kamera per USB mit einem PC und übertragt die Daten auf die Festplatte. So könnt Ihr Eure Sichtungen nach der Jagd oder einem Spaziergang im Nachhinein auf einem größeren Bildschirm auswerten und immer wieder anschauen. Ihr solltet diese Gelegenheit direkt nutzen, und die Aufnahmen vom internen Speicher der Scout löschen.

Denn auch wenn dieser bis zu 1000 Fotos und knapp 4 Stunden an Videomaterial speichern kann, ist dieses Kontingent bei regelmäßiger Nutzung schnell erschöpft. Und unterwegs bleibt Euch nur die Möglichkeit, die Daten unwiderruflich von der FLIR zu löschen. Ein USB-Kabel ist im Lieferumfang enthalten.

Stromversorgung

Der interne Li-Ion Akku wird mittels USB Schnittstelle aufgeladen. Eine rot blinkende LED zeigt den Ladevorgang an. Sobald dieser abgeschlossen ist, leuchtet es permanent grün. Laut Hersteller hält der Akku knapp 5 Stunden durch. Dies bestätigen auch viele Nutzer, welche das Modell bereits längere Zeit im Einsatz haben.

Wie bereits weiter oben erwähnt ist es sinnvoll, das Gerät bei Nichtgebrauch abzuschalten. Der Akku ist allerdings auch ein Schwachpunkt. Denn er ist fest mit der Scout verbunden und lässt sich nicht auswechseln. Im Fall eines Defekts muss die gesamte TK zu FLIR geschickt werden.

Verwendungsmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten für das Thermal Monokular sind vielfältig. Auch wenn Ihr vielleicht nicht die Jagd ausübt, können Wärmebildkameras nützlich sein. Zum Beispiel für:

Sicherheit und Personenschutz: Ein kurzer Blick mit dem Gerät reicht aus, um Tiere oder Personen in der Nähe zu erkennen. Auch wenn die Auflösung gering ist, werdet Ihr dennoch eine Wärmequelle in Eurer Nähe aufspüren können.

Überwachung von Grundstücken: Diese Möglichkeit ist (nicht nur) für den Security-Bereich interessant. Auf Anhieb könnt Ihr erkennen, ob sich jemand auf Eurem Grundstück befindet.

Beobachtung von Tieren: Erkennt während eines Spaziergangs oder Camping-Ausflugs tierische Wärmesignaturen in Eurer Nähe. Auch wenn Ihr Euch alleine fühlt, selten seit Ihr es wirklich. Die Scout zeigt Euch zuverlässig warme Objekte an.

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Fazit

Die FLIR Scout TK ist eine preisgünstige Wärmebild-Monokular, welche durch ihre robuste Verarbeitung und ein wetterfestes Gehäuse punktet. Das praktische Taschenformat macht sie zu einem idealen Begleiter für Outdoor-Einsätze.

Selbst bei schlechten Lichtbedingungen schafft es die Thermal, Menschen, Tiere und warme Gegenstände über eine Entfernung von weit über 90 m zu erkennen. Insgesamt ist die Wärmebildkamera benutzerfreundlich und verfügt über die Möglichkeit, Video und Einzelbilder aufzuzeichnen.

Die Nachteile sind leider auch nicht von der Hand zu weisen: So ist die Auflösung nicht hoch genug, um detailreiche Bilder zu erhalten. Bei größeren Objekten mag das kein Problem sein, aber mit zunehmender Entfernung, einer warmen Umgebung und schwindendem Licht wird die Erkennung schwieriger.

Auch ist die FLIR Scout nicht dafür geeignet, um HLK-Leckagen zuverlässig zu orten. Der fest verbaute Akku erschwert eine etwaige Reparatur des Geräts.

Das Preis-Leistungsverhältnis ist angemessen. Wer mehr Details und Leistungsfähigkeit sucht, sollte auf ein anderes Modell umschwenken.

Weitere häufig gestellte Fragen zum Thema

Das Modell besitzt eine geringe Auflösung und einige Käufer erwähnen in ihren Bewertungen, dass sie ein nicht schussfestes Gerät erhalten haben. Ansonsten sind keine technischen Probleme bekannt, die wiederholt und vermehrt auftreten.

Erfahrene Waidleute sind in der Lage, Wildtiere aufgrund ihrer arttypischen Silhouette und Bewegung auf etwa 100 m noch zu bestimmen. Größere Wärmequellen lassen sich damit bis zu einer Reichweite von 120 m erkennen, allerdings wird deren Einordnung bzw. das Ansprechen hier schwieriger.

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