Lockmittel für Schwarzwild selber machen

Die sozial lebenden Tiere sind sehr intelligent und lernfähig. Ihre Fähigkeit, sich ganzjährig zu vermehren, führt aber vielerorts zu einer starken Population. Daraus resultieren Krankheiten sowie Schäden in der Landwirtschaft. Stellenweise haben die Sauen auch festgestellt, dass es sich in menschlicher Nähe besonders üppig leben lässt. Ein Blick in die Berliner Vororte reicht, um das damit verbundene, zerstörerische Ausmaß zu begreifen.

Wer bereits einmal einem kapitalen Keiler gegenüberstand, wird schnell begreifen, warum die stattlichen Tiere keine natürlichen Fressfeinde haben. Auch ein gesunder und erfahrener Wolf wird sich nicht mit Schwarzwild anlegen. Fachleute, welche sich genauer mit der Thematik befassen, wissen dies. Das ist einer der Gründe, warum der Mensch regulierend in den Wildschweinbestand eingreifen muss.

Die Sache mit der Kirrung

Zurück zur Thematik “Sauen anlocken”: Wie schon erwähnt, ist die Wildart lernfähig und meist dämmerungsaktiv. Sie bei gutem Büchsenlicht zu Gesicht zu bekommen, ist schwierig. Selbst dann, reicht eine falsche Bewegung oder Geruch aus und die Schwarzkittel sind weg. Oft lassen sie sich über einen längeren Zeitraum nicht mehr an diesem Ort blicken. Für eine zuverlässige und erfolgreiche Bejagung ist es aber sinnvoll, die Wildschweine für einen längeren Zeitraum an einen Ort zu binden. Und, um den Erfolg zu erhöhen, sogar regelmäßig.

Für viele Nicht-Jäger stellt sich oft die Frage: Warum soll Schwarzwild angelockt werden? Würde es nicht ausreichen, sie zur Vermeidung von Wildschäden einfach zu vergrämen? Natürlich meiden die Tiere einen Bereich, den sie mit potenzieller Gefahr in Verbindung bringen. Ihren Hunger und immensen Fortpflanzungstrieb stillt dies jedoch nicht. Deswegen ist eine regelmäßige Reduzierung des Bestands sinnvoll.

Das natürliche Nahrungsspektrum

Schwarzwild gehört, wie normalerweise auch unsere Hausschweine, zu den Allesfressern. Was ihnen vor die Rüssel läuft und nicht schnell genug weg ist, wird gefressen. Wenn sie nicht gerade die Felder der Bauern unsicher machen oder sich durch Berliner Vorgärten graben, haben die borstigen Zeitgenossen Eicheln, Käfer, Pilze, Wurzeln, Gräser und Mäuse zum Fressen gern. Die Nahrungsliste ist lang und könnte noch ewig weitergeführt werden. Auch Aas wird nicht verschmäht. Ganz im Gegenteil.

Mit dem Anlegen einer Kirrung ist es möglich, Wildschweine für einige Zeit an einen bestimmten Ort zu “binden”. Kleine Leckerbissen, zum Beispiel in Form von Mais oder Apfeltrester oder auch spezielle Lockmittel, beispielsweise Buchenholzteer, haben sich in dem Fall bewährt. Dabei ist zu beachten: Es handelt sich um keine Fütterung. Sinn und Zweck ist es nicht, dass sich die borstigen Zeitgenossen satt fressen. Sie sollen sich nur eine gewisse Zeit an einem Platz aufhalten.

Lockmittel für Kirrungen selber machen

Schweine sind normalerweise wenig wählerisch. Trotzdem kann es passieren, dass bereits nach wenigen Tagen der gewählte Lockstoff uninteressant wird und der präparierte Platz verwaist. Mit einigen Tricks und dem richtigen Rezept kann man seinem (Jagd) Glück etwas nachhelfen:

Mais aromatisieren

Die gelben Körner üben eine magische Anziehungskraft auf die Wildschweine aus. Wenn sie intensiv riechen – um so besser. Aromatisiert den Mais mit einer größeren Menge Maggie. Als Alternative könnt Ihr auch Anispulver verwenden. Oder aber experimentiert herum und verwendet eine Kombination aus Anis, Maiskörnern und Maggie. Auch das Mischungsverhältnis ist nicht in Stein gemeißelt. Probiert aus, worauf Eure Schwarzkittel so abfahren. Den Mais im Anschluss breitgefächert als Kirrgut ausbringen. Oder eine Kirrtrommel verwenden.

Speiseöl mit Anispulver

Es lohnt sich, etwas mit dem Lockstoff “herumzuspielen” bzw. diesen hin und wieder auszutauschen. Vermischt etwas Raps- oder Sonnenblumenöl mit einer kleinen Packung Anispulver. Geht nach Gefühl vor, eine genaue Mengenangabe dafür gibt es nicht.

Tipp: Anstelle von Mais verwenden viele Jäger auch Halibut Pellets. Diese sind als Angelköder erhältlich.

Wichtig zu wissen

Es gibt kein Wundermittel. Das gilt für Kauf-Produkte ebenso wie für einen selbst hergestellten Lockstoff. Wildschweine reagieren äußerst sensibel auf Veränderungen. Und wenn es anderweitig eine verlockendere Nahrungsquelle gibt, ziehen sie diese ebenfalls vor. Hier ist es wichtig, nicht die Geduld zu verlieren. Denn neben dem vielbesungenen “Sitzfleisch” gehört eine ordentliche Portion Glück und Abwarten zu den Tugenden von passionierten Jägern. So lässt sich die Wahrscheinlichkeit von Jagderfolg erhöhen.

Hinweis: Buchenholzteer ist nach wie vor das Nummer 1 unter den Lockmitteln. Auf einer Wildschwein-Kirrung wird das dickflüssige Mittel auf Mahlbäumen aufgetragen. Zur Vermischung mit dem Kirrgut ist das Mittel jedoch nicht geeignet.

Carmen

Carmen

Ich bin Carmen, 38 Jahre jung und bin Jägerin. Darüber hinaus schreibe ich Artikel für Webseiten und beschäftige mich auch intensiv mit dem Thema Falknerei.