Wanderschuhe einlaufen

Wanderschuhe sind unverzichtbar, wenn du im unwegsamen Gelände unterwegs bist. Egal, ob du eine kurze Bergtour machst oder aber eine stundenlange Tour durch den Wald. Deswegen ist gut sitzendes Schuhwerk wichtig. Doch es braucht Zeit, ehe sich dieses an deine Füße anpasst. Nimm dir Zeit, ein neu gekauftes Paar Wanderschuhe einzulaufen. So wirst du viele Kilometer komfortabel und beschwerdefrei laufen können.

Jedes Schuhmodell hat unterschiedliche Einlaufzeiten. Leichte Wanderschuhe fühlen sich vielleicht schon beim ersten Anprobieren perfekt an, während Produkte aus Leder Wochen brauchen, um sich anzupassen. Das Material braucht Zeit, um weicher zu werden.

Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass der Einlaufprozess aus einer schlechten Passform keine gute macht. Wenn du die Schuhe in einem Fachgeschäft kaufst, was gerade bei unbekannten Schuhmodellen sinnvoll ist, wende dich an den Verkäufer.

Hier sind einige Tipps, wie du am besten deinen Wanderschuh einlaufen kannst.

1. Trage deine Schuhe im Haus

Unabhängig von der Passform brauchen deine Wanderschuhe Zeit, damit sie sich an deine Füße anpassen können. Eine der Möglichkeiten für diesen Prozess ist es, die Fußbekleidung Zuhause zu tragen.

Der Vorteil: Du kannst die Schuhe so lange tragen, wie du magst und sie ausziehen, noch ehe die Schmerzen anfangen.

Bereits nach kurzer Zeit wird ein Gewöhnungseffekt eintreten. Du kannst diesen Prozess beschleunigen, indem du die Schuhe nicht nur im Sitzen trägst, sondern auch damit stehst, gehst und Treppen mit ihnen steigst. Diese Aktivitäten ähneln eher den Bewegungen beim Wandern.

2. Kurze Spaziergänge machen

Ein kurzer Spaziergang hat den Vorteil, dass du die Schuhe ausziehen kannst, ehe die Füße schmerzen oder du Blasen bekommst. Ein weiterer Pluspunkt: Beim Tragen außerhalb werden die Schuhe unterschiedlichem Terrain ausgesetzt. Durch die Reibung bewegen sich deine Füße im Schuhinneren und du kannst feststellen, ob du dich auch bei einer längeren Tour damit wohlfühlen würdest.

Fange klein an. Zum Beispiel bei einer kleinen Runde um den Block. Wiederhole dies so häufig wie möglich. Im Laufe der Zeit kannst du die Distanz erhöhen. Füge einen weiteren Häuserblock hinzu oder laufe einen Feldweg entlang. Durch diese langsamen, schrittweisen Veränderungen passen sich die Schuhe immer besser an deine Füße an und schränken dich nicht ein.

3. Trage die Schuhe in Kombination mit einem Rucksack

Dieser Punkt mag auf den ersten Blick unsinnig erscheinen, ist er aber nicht. Das Ausüben von Druck und Gewicht ist ein wichtiger Part bei der Dehnung der Wanderschuhe. Deine Füße müssen einsinken und gegen das Futter drücken. Belaste deinen Körper mit zusätzlichem Gewicht, so wie du es beispielsweise auch während einer Trekkingtour machen würdest.

Die bequemste Art, dies zu tun, ist das Tragen eines Rucksacks.

Jener kann mit allem beladen werden, was du gerade zur Hand hast. Oder aber nutze die Möglichkeit, deinen Einkauf im Rucksack zu verpacken und mit der neuen Fußbekleidung nach Hause zu laufen. Je höher das Gewicht, desto schneller dehnen sich die Schuhe.

4. Trage dicke Socken

Wenn du deine Schuhe lieber wie gewohnt einlaufen willst, so kannst du diesen Prozess durch das Tragen dicker Socken angenehmer gestalten. Die Anschaffung eines guten Paars von Stiefelsocken ist in zweierlei Hinsicht von Vorteil. Erstens drückt das Material gegen das Innere der Wanderschuhe. Dadurch dehnen sich diese aus und passen sich deinen Füßen schneller an. Zweitens bieten dicke Socken eine gewisse Polsterung. Die Baumwolle oder Wolle kann einen Teil des Drucks, der auf deinen Fuß ausgeübt wird, absorbieren. Das macht den Einlaufprozess angenehmer und kann auch Blasenbildung vorbeugen.

Du kannst die Socken zum Einlaufen vielfältig verwenden. Wenn du ungeduldig bist und dir keine Zeit zum langsamen Einlaufen der Wanderschuhe nehmen willst, dann trage sie in Kombination mit den Socken direkt bei Wandertouren. Alternativ kannst du die oben genannten Methoden mit den dickeren Socken kombinieren und den Prozess angenehm beschleunigen.

Wandersocken aus Merinowolle (lese unseren Artikel hier) sind ideal. Sie sind warm und stinken auch nach längerem Tragen nicht sehr.

5. Verwende einen Schuhdehner

Schuhdehner sind eine interessante Sache. Denn sie dehnen das Material deiner Wanderschuhe, ohne dass du diese tragen musst. Du erhältst derartige Produkte in Schuhgeschäften oder im Internet. Dehner aus Aluminium beispielsweise sind stark genug, um selbst die steifsten Stiefel zu weiten. Das bedeutet, dass du dir den schmerzhaften und langwierigen Einlaufprozess ersparen und schneller auf Entdeckungstour gehen kannst.

Übertreibe es jedoch nicht, denn wenn du zu viel Druck mit dem Schuhdehner ausübst, könntest du die Wanderschuhe beschädigen. Gehe es vielmehr langsam an und verwende ihn täglich für jeweils 2 bis 3 Stunden. Dann probiere die Schuhe an und wiederhole den Vorgang nach Bedarf.

6. Tipps für den Kauf

Noch ehe du einem neuen Modell Wanderschuhe ein Zuhause schenkst, gibt es einiges zu beachten, was dir das Einlaufen erleichtert.

Überlege, wo und unter welchen Bedingungen die Schuhe zum Einsatz kommen. Es gibt unterschiedliche Formen und Materialien, welche sich an die unterschiedlichen Ansprüche von Wanderern richten.

Versteife dich nicht auf deine normale Schuhgröße. Denn diese ist bei Wanderschuhen nur ein grober Richtwert, meistens wirst du eine halbe bis ganze Nummer größer oder kleiner brauchen. Sofern du die Möglichkeit dazu hast, ziehe die Schuhe testweise im Geschäft an.

Lesen den Artikel “Welche Schuhe zum Wandern”, um mehr über die Wahl des richtigen Wanderschuhs zu erfahren.

Weitere häufig gestellte Fragen zum Thema

Wenn du vorhast, in Zukunft weite Strecken zu Fuß zurückzulegen, solltest du die Schuhe vorher lange Zeit Zuhause einlaufen. Trage sie auch, wenn du auf dem Sofa sitzt und Fernsehen schaust. Mit der Zeit wird sich zeigen, ob die Wanderschuhe deinen Fuß einengen oder auf eine andere Weise Probleme bereiten. So sollten sie sich zum Beispiel um die Form deines Unterschenkels biegen, ohne unangenehm zu drücken.

Hinweis: Während Wanderschuhe sich bequem biegen lassen sollten, sind Kletterschuhe immer steif, um das Verletzungsrisiko beim Erklimmen eines Felsen zu minimieren.

Wenn deine Füße schmerzen und dir damit sagen, dass etwas nicht in Ordnung ist, solltest du auf sie hören. Besonders, wenn es keine Anzeichen für eine schrittweise Verbesserung gibt. Gerade am Anfang ist es nicht ungewöhnlich, dass neue Wanderschuhe drücken und ein unangenehmes Gefühl dabei hervorrufen. Manche Wanderschuhe brauchen Zeit beim Einlaufen. Wenn die Probleme jedoch weiterhin bestehen, musst du etwas ändern. Es ist besser, wenn du diesen “Schritt” rechtzeitig gehst und nicht erst, wenn du dich auf einer mehrtägigen Wanderung befindest. Denn dann hast du keine Möglichkeit mehr, das Scheuern zu verhindern.

Ob ein Wanderschuh optimal passt, erkennst du an diesen Faktoren:

  • Die Ferse verrutscht beim Gehen nicht mehr als einen halben Zentimeter.

  • Beim Laufen bewegt sich die Ferse nicht permanent nach oben oder unten.

  • Wenn du dich auf die Zehenspitzen stellst, bewegt sich die Ferse nur gering.

  • Die Seiten des Schuhs drücken nicht.

  • Deine Füße fühlen sich nicht eingeengt oder gequetscht an.

  • Du kannst mit den Zehen wackeln.

  • Deine Zehen berühren nicht das Ende des Schuhs.

  • Im locker geschnürtem Zustand engt deinen Unterschenkel nichts ein, es gibt keine Druckstellen.

Wenn du nicht alle Fragen mit “Ja” beantworten kannst, solltest du deine Schuhe zurückgeben und ein neues Paar kaufen. Nur so wirst du viele Jahre Spaß mit deiner gut eingelaufenen Fußbekleidung haben.

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