Fleisch haltbar machen

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Lebensmittel haltbar zu machen. Nicht jede Konservierungsart eignet sich dabei für jedes Grundnahrungsmittel. Fleisch lässt sich allerdings relativ einfach präparieren. Und zwar so, dass es seinen Geschmack und seine Konsistenz behält. Das tierische Produkt ist mühsam zu produzieren. 1/3 der weltweit durch Lebensmittelverschwendung verursachten Emissionen kann auf Fleischverschwendung zurückgeführt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, sorgsam mit diesem Lebensmittel umzugehen. Es gibt viele Möglichkeiten, um Abfall zu vermeiden und frisches Fleisch für einen längeren Zeitraum hinweg verlustfrei einzulagern.

 

Aufbewahrung von frischen Produkten

Unabhängig davon, ob es sich um Kalb-, Huhn, Rind- oder Schweinefleisch handelt: Es gibt einige Tipps und Regeln, wie du diese Nahrungsmittel sicher aufbewahren kannst. Optimal wäre es, das Fleisch so schnell wie möglich verzehrfertig zu machen. Denn Bakterien siedeln sich auf der unbehandelten Oberfläche an und vermehren sich explosionsartig. 

Der einfachste Weg, frisches Fleisch zu konservieren, besteht darin, es in den Kühlschrank zu stellen. Moderne Geräte verfügen unten über ein spezielles Fach für leicht verderbliche Lebensmittel. Denn hier ist die Temperatur niedriger als im oberen Bereich des Kühlschranks. Abhängig von der Menge, der Frische und Verpackungsart, halten sich Fleischprodukte bis zu maximal 6 Tagen. Diese Angabe solltest du nicht als endgültig annehmen. Frisches Hackfleisch beispielsweise ist maximal 1 Tag haltbar. Es gibt noch einige andere Faktoren, welche diese Haltbarkeitsdauer verkürzen können. 

Folgende Punkte solltest du beachten:

  • Nicht in der Einwegpackung aufbewahren
  • Bevorzugt ein dicht verschlossenes Glas oder starren Kunststoffbehälter wählen
  • Geflügelfleisch sollte nicht mit anderen Produkten in Kontakt kommen
  • 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen
  • Gewolftes und Geflügelfleisch gründlich braten bzw. kochen

 

Die Lagerung im Gefrierschrank

Der Kühlschrank ist nur temporär zur Aufbewahrung von Fleisch geeignet. Wenn du zu viel gekauft hast oder aber Vorratshaltung betreibst, ist der Tiefkühlschrank besser zur Lagerung geeignet. Überprüfe vor dem Einfrieren die Frische deiner Ware. Aus Bequemlichkeit neigen viele von uns dazu, das Fleisch direkt nach dem Kauf einzufrieren. Auch hier gibt es jedoch einige Tricks, um die Qualität deiner Produkte zu erhalten und Gefrierbrand zu vermeiden. 

  • Nimm das Fleisch aus der Verpackung und tupfe mit einer Küchenrolle die überschüssige Flüssigkeit ab. Abwaschen ist überflüssig. 
  • Wähle ein geeignetes Gefäß, wie einen hermetisch verschlossenen Kunststoff- oder Glasbehälter. Auch Zip-Beutel haben sich bewährt. 
  • Wenn du regelmäßig Produkte einfrierst, solltest du dir ein Vakuumiergerät zulegen. 
  • Unbedingt die Verpackung bzw. das Behältnis beschriften. Datum und Inhalt sind wichtige Angaben. Denn bereits nach wenigen Wochen könnte es schwierig werden, den Inhalt deiner Gefriertruhe genau zuzuordnen.
  • Friere portionsweise ein. So kannst du die benötigte Menge leichter entnehmen und verwenden.

Fleischprodukte kannst du bis zu 12 Monate lang einfrieren. Besser ist es natürlich, die Vorräte zügig zu verbrauchen und durch frische Ware zu ersetzen. 

 

So lange lässt sich Fleisch einfrieren

Nicht alle Fleischstücke sind gleich und je nach Verarbeitung und Herkunftstier können sich auch Zeiten und Konservierungsmethoden ändern.

  • Hackfleisch ist mehr verarbeitet als andere Fleischstücke und muss innerhalb von 24 Stunden ab dem Zeitpunkt des Kaufs verzehrt werden.
  • Schweinefleisch kann für maximal 5 Tage im Kühlschrank und bis zu 6 Monate im Gefrierschrank bei einer Temperatur von -18°C aufbewahrt werden.
  • Kalbfleisch, richtig gelagert, kann 5 Tage im Kühlschrank und bis zu 12 Monate im Gefrierschrank bleiben, besser, wenn es in einem Frost- oder Vakuumbeutel versiegelt ist.
  • Das weiße Fleisch von Huhn und Truthahn darf nicht länger als 2-3 Tage im Kühlschrank bleiben, während es im Gefrierschrank vakuumiert oder in gut verschlossenen Behältern maximal 6 Monate aufbewahrt werden kann.
  • Rindfleisch lässt sich im Kühlschrank für 2 Tage und im Gefrierschrank für 12 Monate bei einer Temperatur von -18° C lagern.

 

Weitere Möglichkeiten der Konservierung

Die Lagerkapazität von Kühl- und Gefrierschränken ist endlich. Zudem nehmen die Geräte Platz weg und fressen Strom. Für viele Menschen sind das gute Gründe, um nur das Notwendigste darin aufzubewahren bzw. ganz auf Gefrierschränke zu verzichten. Es existieren jedoch noch andere Optionen, um Fleisch längere Zeit aufzubewahren.

  1. Pökeln: Diese Methode ist seit Jahrtausenden bekannt und bewährt. Das Fleisch wird mit einer dicken Schicht Pökelsalz bedeckt und in einem luftdichten Behälter aufbewahrt. Die Umgebungstemperatur sollte zwischen 2° und 4 °C betragen. Wie lange das Pökeln dauert, richtet sich nach dem Fleischstück. Pro Kilogramm sollte der Vorgang ca. 8 Tage betragen. Die Salzlake muss vollständig in das Fleisch einziehen. Nach der Konservierung ist Gepökeltes bis zu 4 Monate lang haltbar. 
  2. Trocknen: Kennst du Beef Jerky? Die dehydrierten Fleischstücke sind zäh und ihre Konsistenz erinnert an Leder, dennoch sind sie ein beliebter Snack. Mit ein wenig Vorbereitung kannst du diesen selbst herstellen. Verwende einen Gewürzsud, in welchen du dein Fleisch über Nacht einlegst und in den Kühlschrank stellst. Danach in dünne Streifen schneiden und langsam bei niedrigen Temperaturen im Backofen so lange backen, bis die komplette Feuchtigkeit aus dem Fleisch verschwindet. Dieser Vorgang kann mehrere Stunden dauern. Kontrollierte Bedingungen hast du, wenn du ein Dörrgerät verwendest. Übrigens eignet sich nicht nur Rindfleisch, sondern auch alle anderen Fleischsorten, dafür. Das getrocknete Endprodukt wird an einem trockenen, dunklen Ort aufbewahrt und ist bis zu 2 Monate lang genießbar. 
  3. Räuchern: Der Duft und Geschmack von geräucherten Fleisch ist einzigartig. Noch besser ist die Tatsache, dass du durch Heiß- bzw. Kalträuchern das Lebensmittel haltbar machen und ohne Kühlung in der Vorratskammer aufbewahren kannst. Abhängig von der Fleischsorte und -größe gibt es verschiedene Punkte beim Räuchern zu beachten. Wichtige Elemente dabei sind Geduld und Platz für den Räucherofen.  
  4. Einkochen: Es gibt nur wenige Grundlebensmittel, welche sich nicht zum Einkochen eignen. Mit ein wenig Aufwand und Vorbereitung kannst du fleischige Speisen einkochen und jahrelang haltbar machen. Hygiene und Sorgfalt sind bei diesem Vorgang wichtig. Knochenstücke zum Beispiel sollten komplett entfernt werden.

Unverzichtbare Tipps

Die hier aufgeführten Optionen zur Konservierung von Fleisch solltest du nur anwenden, wenn du wirklich vorhast, Lagerhaltung zu betreiben.

  • Wenn du frische Produkte bevorzugst, hole nur die Menge, die du wirklich brauchst. Angebote im Supermarkt oder beim Metzger verlocken oft zum Kauf größerer Mengen. Falle nicht darauf herein und widerstehe dem Impulskauf. Somit kannst du Zeit und Geld sparen.

  • Setze deine Sinne nicht nur bei der Verarbeitung von Frischware ein, sondern auch dann, wenn du auf deine eingelagerten Vorräte zurückgreifst. Wie riecht das Produkt? Wie sieht es aus und hat sich vielleicht ein schmieriger Film auf der Oberfläche gebildet? Wenn eingekochte Speisen verderben, ist das erste Merkmal dafür oft ein ausgebeulter Deckel. Wirf das gesamte Behältnis weg. Im Inneren des Gefäßes haben sich Faulgase gebildet. Selbst, wenn du auf den Verzehr verzichtest, besteht die Gefahr, dass dir der Inhalt beim Öffnen buchstäblich um die Ohren fliegt. 

  • Friere bereits aufgetaute Lebensmittel nicht mehr ein. Deine Gesundheit ist nicht in Gefahr, jedoch leiden der Geschmack und die Qualität darunter. Wenn du vorhast, rohes Fleisch erneut in den Gefrierschrank zu legen, koche bzw. brate es zuvor gründlich durch. 

 

FAQ

Aus Knochenstücken und -resten kannst du eine schmackhafte Brühe kochen. Entweder machst du daraus eine Suppe, verwendest es zum Anrühren von Soße oder aber kochst die Fleischbrühe ein. 

 

 

Rohes Fleisch lässt sich nur unter gewissen Umständen bedenkenlos verzehren. Es muss frisch sein und unter Einhaltung aller Hygienestandards hergestellt werden. Aufgetaute Produkte aus dem Gefrierschrank sind, mit Ausnahme von Speiseeis, nicht zur Verwendung als Rohkost geeignet.  

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