Heizen im Notfall

Wenn die Temperaturen draußen sinken, drehen wir gerne die Heizung daheim auf oder werfen den Holz- bzw. Pelletofen an. Was aber ist, wenn ein Notfall eintritt und du keine Möglichkeit hast, deine Wohnräume zu heizen? In dieser Situation ist es wichtig, dass du verhinderst, dass dein Körper auskühlt. Die einfachste Lösung für dieses Problem wäre es, sich warm anzuziehen oder ins Bett zu gehen.

Besser ist es, wenn du auf derartige Krisen vorbereitet bist. Vielleicht bist du in einem derartigen Fall nicht in der Lage, in einem Geschäft alles notwendige zu besorgen. Sei es, weil die benötigten Dinge ausverkauft sind oder du erst gar nicht die Möglichkeit hast, einen Laden aufzusuchen. Dies kann zum Beispiel während eines Schneesturms der Fall sein. Ohne Strom funktionieren die Kassensyteme und automatischen Türen nicht. Vorbereitung ist also das A und O. Nicht nur, um dich warm zu halten sondern auch um genau zu wissen, wie du derartige Notfälle meisterst.

In diesem Artikel erfährst du alles, wie du mit einer derartigen Survival-Situation umgehst.

1. Vorbereitung

Befasse dich mit dem Ernstfall und triff Vorkehrungen. Eine gute Planung bereiten dich und deine Familie auf die Krisensituation vor und gibt dir zusätzliche Sicherheit. Besonders im Winter. Vermutlich musst du einige Änderungen in deinem Haus, in der Wohnung oder an deiner Heizungsanlage vornehmen, um eine weitere Heizquelle installieren zu können. Wenn du das nicht allein schaffst, hole dir fachkundige Hilfe. Jedes Gerät, das Kraftstoff verbrennt, benötigt eine Entlüftung nach außen. Dabei ist es unerheblich, ob Rauch oder Gas bei der Verbrennung entstehen.

So kannst du dich vorbereiten:

Wähle alternative Wärmequellen

Welche Arten von Wärmequellen hast du, die mit leicht verfügbaren Brennstoffen wie Holz, Kohle, Strom, Gas oder Öl betrieben werden können?

Vielleicht besitzt du einen kleinen Single-Ofen; einen Herd oder eine Elektro-, Gas- oder Ölheizung. Hast du einen Campingkocher? Vergiss auf keinen Fall den Backofen in deinem Gas- oder Elektroherd. Sofern Strom bzw. Gas vorhanden sind, aktiviere den Herd und öffne die Backofentür.

Denke bei der Wahl deiner verschiedenen Optionen daran, dass es nie verkehrt ist, mehrere Ausweichmöglichkeiten zu haben.

Brennstoff für die Heizung

Es gibt unterschiedliche Energielieferanten für Öfen. Einige der Gebräuchlichsten sind:

  • Holzkohle

  • Kerosin oder Benzin

  • Stroh

  • Heizöl

  • Brennholz und Holzabfälle

  • Holzspäne

  • Motoröl

  • Brennstoff für Campingkocher

  • Fette, Schmiere

  • Alkohol

  • Maiskolben

  • Zeitungen oder Zeitschriften

  • Holzkohlebriketts

  • Flüssigfeuerzeug aus Holzkohle

Bewahre die Materialien an einem praktischen, leicht zugänglichen Ort auf. Dieser sollte kühl und trocken sein. Das gilt insbesondere für leicht brennbare Gegenstände wie Benzin, Kerosin und Papier.

2. Wärmeverluste beseitigen

Jetzt, wo du alles vorbereitet hast, solltest du diese Punkte für den Notfall verinnerlichen:

  • Vermeide das Öffnen und Schließen von Außentüren. Über diese Handlung denken wir nicht viel darüber nach, wenn die Heizung funktioniert. Ein Kälteeinbruch kann aber die Temperatur leicht um 5 bis 10 °C sinken lassen. Ohne dass es eine einfache Möglichkeit gibt, die Wärme zurückzugewinnen. Wenn du nach draußen gehen musst, solltest du einen alternativen Weg finden. Zum Beispiel über die Veranda, eine Garage oder einen anderen Bereich, der als eine Art von Schleuse fungieren kann. So verhinderst du, dass kalte Luft in das Haus eindringt. Du kannst auch einen Raum zum Schlafen und Wohnen wählen und diesen geschlossen halten, bis die Krise vorbei ist.

  • Schließe alle Türen im Inneren des Hauses. Dadurch wird verhindert, dass ungenutzte Außenräume deinen Hauptwohn- bzw. Überlebensbereich kühlen. Verriegle etwaig vorhandene Lüftungsklappen im Haus, sodass die Kälte nicht in die warmen Räume gelangen kann. Denke daran, sie nach dem Stromausfall wieder zu öffnen.

  • Blockiere Zugluft. Lege ein zusammengerolltes Handtuch unter deine Haustür oder einer anderen zugigen Tür. Damit verhinderst du, dass Kälte eindringet. Hänge Decken über Fenster und Türöffnungen, um den Wärmeverlust in diesen Bereichen zu minimieren. Wenn noch genügend Zeit ist, könntest du auch auf spezielle Zugluftstopper aus dem Fachhandel zurückgreifen und diese an den Fenstern und Türen befestigen.

  • Isoliere die Fenster. Schließe deine Jalousien/Vorhänge, um die Fenster zu isolieren (und den Wärmeverlust zu verringern).

  • Ziehe einen Umzug in den Keller in Betracht. Auch wenn dieser Bereich normalerweise kälter ist, kann er aufgrund der isolierenden Eigenschaften des Bodens “wärmer” sein. Eine Bodentemperatur von 4 °C ist viel besser als eine Außentemperatur von 20 Grad unter Null, vor allem bei starkem Wind.

  • Schaffe einen beheizten Raum: Wähle ein Zimmer aus, in dem sich alle Familienmitglieder leicht versammeln können und mache diesen Ort zu eurem Lebensmittelpunkt. Decke alle Lüftungsöffnungen, Fenster und Türen mit Decken ab. So sorgst du dafür, dass der Raum gut isoliert ist. Die vorhandenen Heizquellen kannst du hier nutzen. Falls erforderlich, lege Matratzen zum Schlafen aus.

3. Heize das Haus sicher auf

  • Holzöfen: Wenn du einen Holzofen hast, zünde ihn an und lasse ihn brennen. Wenn der Vorrat an Holz begrenzt ist, verbrenne es in gleichmäßigen Abständen und lass es dazwischen richtig kalt werden.

  • Propan-Heizungen für Innenräume: Im Fachhandel erhältst du spezielle Heizkörper, welche für den Gebrauch in Innenräumen sicher sind. Achte vor dem Kauf auf diese Angaben auf den Geräten.

  • Offene Flamme: VORSICHT IST GEBOTEN!! Zünde in einer Wohnung nichts an, was größer als eine Kerze ist, ohne für eine ausreichende Belüftung nach außen zu sorgen. Halte den Feuerlöscher oder eine Löschdecke bereit. Kohlenmonoxid und Feuer können tödlich sein. Kinder und Haustiere haben in der Nähe von offenen Flammen nichts verloren. Gerade die häufig empfohlenen Teelichtöfen werden oft in ihrer Gefährlichkeit unterschätzt. Auch bei Stromausfall solltest du dir gut überlegen, ob du im Winter auf diese Art des Heizens zurückgreifen willst.

  • Nutze die Sonne als Wärmequelle. Wenn es ein sonniger Tag ist, öffne die Jalousien an den Fenstern. Lege dunkle Decken auf den Boden, die Möbel oder das Bett im direkten Sonnenlicht, um die Wärme “aufzusaugen”. Sobald die Sonne untergegangen ist, isoliere die Fenster so gut es geht.

  • Lasse eine Badewanne mit heißem Wasser einlaufen. Der Wasserdampf erwärmt die Umgebung und du kannst die Flüssigkeit gleichzeitig trinken. Sobald die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinkt, lass das Wasser ablaufen.

  • Sicherheit ist im Krisenfall von größter Bedeutung. In letzter Zeit sind nur wenige Menschen in ihren Häusern erfroren, aber viele sind an Verbrennungen, Rauchvergiftung oder Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Ein Heizungsausfall ist ein Notfall, der jedoch nicht zu einer Tragödie führen sollte.

4. Spare Wärme

Je kleiner der Raum ist, den du beheizt, desto einfacher wird die Arbeit sein.

  • Wenn du den Kamin oder einen Ofen benutzt, der einen Schornstein benötigt, hast du die Wahl der Räume bereits getroffen. Um optimal zu heizen, ist es relevant, den Wärmeverlust durch lange Rohrleitungen oder Kanäle verringern.

  • Solltest du ein tragbares Heizgerät verwenden oder die Wahl zwischen mehreren Standorten haben, wähle einen Bereich auf der wettergeschützten Seite des Hauses. Eine gute Isolierung und wenige Fenster minimieren den Wärmeverlust. Der Raum sollte über gut schließende Türen und Öffnungen verfügen, um Zugluft zu vermeiden.

Heizgeräte für den Notfall

1. Propan-Heizungen

Propanheizungen sind für die meisten Haushalte die besten Notheizungen.  Das hat vor allem mit dem Brennstoff selbst zu tun.  Propan wird nie schlecht und ist leicht zu lagern.  Du kannst Propangasflaschen sogar im Freien lagern.

Es gibt viele Arten von Heizgeräten und anderen Notfallgeräten, die mit Propan betrieben werden können. Darunter auch Notkocher und Laternen.  Im Vergleich zu anderen Brennstoffen verbrennt Propan sauber, sodass kaum die Gefahr einer CO-Vergiftung besteht.

2. Kerosin-Heizung

Kerosin ist ein traditioneller Brennstoff, der seit vielen Jahren zum Heizen verwendet wird. Es kann eine geeignete Alternative für Notheizungen sein – allerdings nur mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen. Du musst einen kleineren Heizstrahler für Innenräume wählen, vorzugsweise ein Modell ohne Entlüftung, das möglichst wenig Rauch freisetzt. Außerdem ist es eine gute Idee, den Heizstrahler neben einem Fenster aufzustellen und dieses leicht zu öffnen. So werden die Dämpfe und der starke Geruch besser abgeleitet.

3. Holzofen oder Kamin

Wenn du längerfristig aufgrund von einem Stromausfall nicht heizen kannst, aber reichlich Holz als Brennstoff zur Verfügung hast, könntest du einen tragbaren Holzofen aufstellen. Das Wichtigste dabei ist, dass du ihn in der Nähe eines Fenster installierst oder einen Schornstein baust. Durch diesen wird der gesamte Rauch abgeleitet. Das kostet Zeit und Energie, aber du hast eine zuverlässige Quelle zum Heizen und Kochen. Nicht nur bei einem Stromausfall.

4. Kerzen-Heizung

Kerzen allein sind nicht die beste Wärmequelle, um dein Haus im Notfall zu beheizen. Sie erzeugen nicht viel Wärme und stellen eine Brandgefahr für das Haus dar. Wenn du jedoch keine andere Wärmequelle hast und eine Heizung brauchst, kannst du mit ein paar Tontöpfen einen einfachen Kerzenofen bauen. Denke aber unbedingt daran, dass auch von diesem Heizgerät eine Brandgefahr ausgeht und der Raum regelmäßig durchlüftet werden muss. Halte sie außerhalb der Reichweite von Kindern, Haustieren und ungeschickten Erwachsenen. Oft unterschätzt wird auch die Gefahr durch Wachsbrand. Stelle die Kerzen bzw. Teelichter in einiger Entfernung zueinander auf.

5. Elektrisches Heizgerät

Nicht nur der Strom kann im Winter ausfallen. Wenn du mit Gas heizt, brauchst du eine alternative Heizlösung.  Elektrische Raumheizgeräte sind die einfachste Methode.

6. Stromerzeuger

Du könntest einen Generator verwenden, um einen elektrischen Heizlüfter zu betreiben.  Du brauchst mindestens einen 2000-Watt-Generator, um die meisten mobilen Elektroheizlüfter zu betreiben. Wenn du gleichzeitig andere Geräte anschließen willst, muss dieser eine noch höhere Wattzahl haben.

Generatoren sind jedoch eine sehr ineffiziente Methode, um das Haus im Notfall zu heizen.  Denn zuerst verlieren sie Energie bei der Umwandlung des Brennstoffs in Strom und dann noch mehr bei der Umwandlung des Stroms in Wärme.

7. “Katalytische” Gasheizgeräte

Katalytische Gasheizungen heizen ein Element auf, das wiederum Wärme an einen Bereich abstrahlt. Moderne Modelle sind sehr effizient und können geschlossene Räume, einschließlich Wohnmobilen, beheizen. Dennoch ist es wahrscheinlich sicherer, sie neben einem leicht geöffneten Fenster aufzustellen. Beachte, dass diese Modelle in der Regel einen Propangastank brauchen, um ordnungsgemäß betrieben zu werden. Und dass sie, wie alle anderen Öfen auch, ordnungsgemäß gewartet werden müssen.

8. Speckstein-Heizungen

Speckstein ist ein sehr zuverlässiger Wärmespeicher und überhitzt sich nicht so leicht. Wenn du also einen tragbaren Specksteinblock neben einer Wärmequelle wie einem Ofen oder einer Heizung aufstellst, nimmt er die Wärme schnell auf und strahlt sie dann stundenlang nach außen ab. Außerdem eignen sie sich hervorragend als Bettwärmer.


Lese den Artikel “Prepper-Liste”, um die notwenigen Dinge für die Krise einzukaufen.

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