Krisenvorsorge Checkliste

Katastrophen und Notfälle können überall und jederzeit eintreten. Meistens dann, wenn man sie am wenigsten erwartet.

Sind du und deine Familie darauf vorbereitet?

Wenn du heute von einer Naturkatastrophe, wie etwa einem Tornado, einem Flächenbrand, einer Überschwemmung oder einem Schneesturm überrascht werden würdest, hättest du alle notwendigen Vorräte zur Hand, um die Krise unbeschadet zu überstehen?

Oder was wäre, wenn du auf einer Wanderung bist und ein Unfall passiert. Hättest du die notwendige Ausrüstung parat?

Dies sind nur einige der Gründe, warum es unsere Checkliste für Krisensituationen gibt. Geh sie in Ruhe durch und stelle sicher, dass du über die richtige Ausrüstung verfügst, damit du und deine Familienangehörigen auf alles vorbereitet seid. Natürlich ist dieser Artikel keine allgemeingültige Einkaufliste. Du musst für dich selbst festlegen, was wichtig ist und welche Dinge du brauchst, um eine Krise sicher und komfortabel zu überstehen.

Unabhängig davon, ob es sich um eine natürliche Katastrophe oder um eine von Menschen verursachte handelt, Vorbereitung ist das A und O. Besprich zunächst mit deiner Familie, auf was ihr euch vorbereitet und erstellt gemeinsam einen Notfallplan zur Krisenvorsorge.

 

Vorausschauend planen

  • Lege Fluchtwege aus der Wohnung und Treffpunkte fest. Definiere Orte, an denen du und deine Familie euch im Fall eines plötzlichen Notfalls, beispielsweise während eines Brands, treffen könnt. Dieser Standort sollte in sicherer Entfernung zu eurem Wohnhaus liegen, sodass ihr Rettungskräften etc. nicht bei der Ausübung ihrer Pflicht behindert.
  • Bestimme einen Freund oder Verwandten im Ausland als Kontaktperson für die Familie, der für alle als Ansprechpartner fungiert. Dieser Kontakt könnte im Krisenfall als Verbindung zwischen den einzelnen Familienmitgliedern fungieren, falls diese getrennt voneinander unterwegs sind. Haltet die Person stets auf dem neuesten Stand, sodass es einen raschen Informationsaustausch bei Bedarf gibt.
  • Plane die Versorgung von Haustieren für den Fall einer Evakuierung.
  • Hänge Notrufnummern neben das Festnetztelefon und bewahre sie auch in der Brieftasche bzw. Geldbeutel auf. Bringe kleineren Kindern bei, wie sie bei Bedarf korrekt einen Notruf absetzen können und welche Nummer sie in diesem Fall wählen müssen.
  • Lege nicht verderbliche Vorräte und eine Notfallausrüstung an.

 

Grundausstattung für den Katastrophenfall

Bewahre die Utensilien in luftdichten Plastikbeuteln auf und pack die gesamte Notfallausrüstung in ein oder zwei leicht zu transportierende Behälter, wie etwa einen Seesack.

Dein Survival-Kit könnte diese praktischen Artikel enthalten:

  • Trinkwasser (pro Person und Tag 4 Liter)
  • tragbarer Wasserfilter (für den Fall, dass der Trinkwasser Notvorrat nicht ausreicht)
  • Lebensmittel (ein mehrtägiger Vorrat für mehrere Tage hat sich bewährt)
  • Radio, welches mittels Handkurbel oder Batterien betrieben wird
  • Taschenlampe
  • Erste-Hilfe-Kasten
  • Ersatzbatterien
  • Trillerpfeife, um Hilfe zu signalisieren
  • Staubmaske (um kontaminierte Luft zu filtern)
  • Plastikplanen und Klebeband (für den Schutz an Ort und Stelle)
  • Feuchttücher
  • Müllsäcke
  • Kabelbinder
  • Schraubenschlüssel
  • Zange
  • Hammer
  • Dosenöffner
  • Mobiltelefon mit Ladegeräten und Ersatzakkus
  • stets geladene Powerbank zur Versorgung kleinerer Elektrogeräte, wenn der Strom ausfällt

 

Zusätzliche Ausrüstung

Die obere Liste beschreibt die grundlegenden Gegenstände, die in keinem Notfall-Kit fehlen sollten. Du kannst die Ausrüstung natürlich noch auf die Bedürfnisse von dir und deinen Familienmitgliedern anpassen. Dann könnte die Packliste beispielsweise um folgende Punkte ergänzt werden:

  • Wichtige Produkte in der Corona Zeit: Einwegmasken, Seife, Handdesinfektionsmittel, Desinfektionstücher
  • Verschreibungspflichtige Medikamente. Während einer Krise kann die Beschaffung von Arzneimitteln schwierig sein. Nicht nur Supermärkte, sondern auch Apotheken sind dann oft geschlossen. Organisiere und schütze wichtige Medikamente. Neben verschreibungspflichtigen solltest du auch rezeptfreie Arzneimittel und Vitamine auf Vorrat daheim haben. Besonders Schmerztabletten, Mittel gegen Durchfall und Abführmittel sind wichtig. Halte deine Hausapotheke aktuell und lagere sie richtig.
  • Brillen, Kontaktlinsen und Kontaktlinsenflüssigkeit
  • Toilettenpapier und Papierhandtücher
  • Medizinische Ausrüstung
  • Babyfeuchttücher – diese können im Notfall auch zur Körperpflege von Erwachsenen verwendet werden.
  • Persönliche Hygieneartikel, wie Deo, Seife, Haarbürste, Zahnpaste und Zahnbürste
  • Toilettenartikel für Frauen
  • Eine Liste von Hausärzten, wichtige medizinische Informationen und die Art und Seriennummer von medizinischen Geräten
  • Babynahrung, Flaschen, Windeln, Creme und andere notwendige Pflegeprodukte
  • Tierfutter und Wasser für die Haustiere
  • Bargeld und/oder Reisechecks
  • Kopien wichtiger Dokumente der Familie, wie etwa Geburtsurkunden, Ausweispapiere, Versicherungspolicen und Bankunterlagen in Papierform und elektronisch auf USB-Stick gespeichert, in wasserdichten Behältnissen aufbewahren.
  • Schlafsack oder warme Decke für jede Person
  • Zwei Sätze Wechselkleidung und festes Schuhwerk, dem Klima angepasst
  • Streichhölzer und Feuerzeug in wasserdichten Behältern
  • Kochgeschirr, Plastikbecher, Teller und leichtes Kunststoffbesteck
  • Papier und Bleistift
  • Bücher, Spiele, Puzzles und andere Spielsachen für jüngere Kinder
  • Regenkleidung
  • Tragbarer Wasserfilter (wie oben bereits erwähnt zur Aufstockung der Trinkwasservorräte)
  • Wasserkanister
  • LED-Laterne
  • Benzin (für Auto und/oder Stromgenerator)
  • Propangas (sofern ein dementsprechender Grill oder Campingkocher vorhanden ist)
  • Holzkohle
  • Feuerlöscher
  • Werkzeuge
  • Seil
  • Multi-Tool mit Zange
  • Reflektierende Warnwesten
  • Besen und Mopp
  • Eimer
  • Gummihandschuhe
  • Getränke

 

Wo die Ausrüstung aufbewahrt werden sollte

Da du nicht weißt, wo du dich zu Beginn eines Krisenfalls aufhalten wirst, solltest du Notfall-Kits für dein Zuhause, den Arbeitsplatz und das Auto vorbereiten.

Zu Hause: Bewahre deine Ausrüstung an einem leicht zugänglichen Ort auf, sodass du es zur Hand hast, falls du deine vier Wände schnell verlassen musst. Vergewissere dich, dass alle Familienmitglieder diesen Platz kennen und Zugang dazu haben.

Am Arbeitsplatz: Bereite dich darauf vor, mindestens 24 Stunden in der Arbeit verbringen zu müssen. Deine Vorräte hier sollten Lebensmittel, Wasser und andere lebenswichtige Dinge, wie etwa Medikamente enthalten. Auch bequeme Wanderschuhe und Wechselkleidung sind sinnvoll.

Fahrzeug: Stürmisches Wetter kann schnell hereinbrechen und die Weiterfahrt behindern. Die beste Vorbereitung auf extremes Winterwetter mit starkem Wind und / oder heftigem Regen erfordert eine vorausschauende Planung. Fast jeder hat ein Handy dabei – halte es stets aufgeladen. Ebenfalls gehören eine Decke, Radio, Taschenlampe, Batterien, Erste-Hilfe-Kasten und ein Vorrat an Lebensmitteln und Wasser ins Auto. Idealerweise in einer Menge, welche für 3 bis 7 Tage reicht. Vergiss nicht, deinen Freunden und Verwandten deine Route und die Dauer mitzuteilen, wenn du verreist. Diese Informationen können dein Leben retten, wenn du irgendwo feststeckst und selbst keinen Notruf absetzen kannst.

 

Katastrophenschutz in Unternehmen

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit relativ gering ist, so sollten auch Firmen und Unternehmen sich auf eventuelle Krisen vorbereiten und Vorsorge für die Mitarbeiter treffen. Es muss nicht das Ende der Welt bevorstehen, aber bereits ein Schneesturm oder Orkan kann die Menschen im Gebäude dazu zwingen, für längere Zeit an Ort und Stelle auszuharren. Für diesen Fall eignet sich ein Katastrophenschutz-Kit.

Dies ist eine Checkliste von Gegenständen und Vorräten, die Einzelpersonen und Gruppen helfen, eine Krisensituation schadlos zu überstehen und unverletzt zu bleiben. Es sollte alles enthalten sein, was die Mitarbeiter brauchen.

Unternehmen können ihre Notfallausrüstung folgendermaßen pflegen:

  • Nicht verderbliche Snacks regelmäßig auswechseln. Besonders, wenn sie nicht mehr ansehnlich aussehen oder von Insekten befallen sind.
  • Batterien von Radios und Taschenlampen ersetzen, auch wenn sie noch nicht ausgelaufen sind.
  • Trillerpfeifen in ausreichender Menge bereithalten und regelmäßig reinigen.
  • Den Inhalt des Erst-Hilfe-Kastens überprüfen und notieren, ob und was fehlt.
  • Die Karte des Gebiets auf Aktualität und Lesbarkeit prüfen.
  • Ausgetrocknete antibakterielle Feuchttücher oder Desinfektionstücher auswechseln.
  • Verfallsdatum der gängigen Medikamente in der Notfallausrüstung prüfen und bei Bedarf ersetzen.
  • Die Zugangsberechtigungen bzw. Mitarbeiter-Ausweise sofort aktualisieren, sobald sich etwas geändert hat.
  • Füge zusätzliche Artikel hinzu, die für die aktuelle Jahreszeit relevant sein könnten. Wie etwa Handschuhe, Ohrenschützer und Schals für den Winter sowie Sonnenschutz für den Sommer.

 

Schritte zur Vorbereitung auf den Katastrophenfall:

Schütze deine Mitarbeiter und dein Unternehmen vor noch unerwarteten Katastrophen, indem du im Voraus planst. Befolge diese Schritte, um sicherzustellen, dass du auf alle Eventualitäten vorbereitet bist:

  1. Ermittle die Gefahr: Informiere dich zunächst über die üblichen und weniger üblichen Arten von Gefahren, welche in der Nähe deiner Firma auftreten können. Der Standort ist ein wichtiger Faktor, also bereite dich auf bekannte Katastrophen vor. Wenn du zum Beispiel im Ausland in einem Erdbeben-Risikogebiet lebst, solltest du dich auf kleinere und auch größere Erschütterungen vorbereiten.
  2. Erkundigungen über das Notfallmanagement einholen: Informiere dich über die lokalen Rettungsdienste und hinterlege zugriffsbereit bzw. gut sichtbar Telefonnummern und andere wichtige Kontaktdaten. Erstelle auch einen Notfallplan für dein Unternehmen. Berücksichtige dabei die Leitfäden von Regierungsbehörden und Rettungskräften und passe sie auf dein Sicherheitskonzept ab. In einer größeren Firma ist es sinnvoll, Mitarbeiter zu Sicherheitsexperten zu benennen und dementsprechend zu schulen.
  3. Handlungsfähigkeit des Betriebs überwachen: Es klingt banal, aber kann dennoch für dich und dein Unternehmen wichtig sein: Bewerte die Krisenanfälligkeit deiner Firma und finde heraus, welche Bereiche besonders für die Handlungsfähigkeit deines Geschäfts wichtig sind. Überwache proaktiv mögliche Bedrohungen und kreiere einen Notfallplan zur Auslagerung dieser wichtigen Geschäftsbereiche. In Deutschland beispielsweise musst du dir um Erdbeben keine Gedanken machen. Aber Überschwemmungen, Feuer, Erdrutsch und auch Stürme stellen reale Gefahren dar.
  4. Zusammenstellen eines Notfall-Kits: Wie bereits erwähnt ist es immer sinnvoll, Ausrüstung für den Notfall für die Mitarbeiter parat zu haben. Stelle sicher, dass alle Beschäftigten wissen, wo sich dieses Kit befindet. Übeprüfe in regelmäßigen Abständen den Inhalt und wechsle beschädigte oder abgelaufene Gegenstände aus. Bei Bedarf die Vorräte ergänzen.
  5. Lege einen Evakuierungsplan fest: Der Aushang bzw. die Kennzeichnung von Rettungswegen ist in vielen Gebäuden sogar Pflicht. Zusätzlich ist es sinnvoll, dass du die Mitarbeiter in Kenntnis setzt, was im Fall einer Evakuierung zu tun ist. Dies kann zum Beispiel im Rahmen regelmäßiger Feuerübungen stattfinden.
  6. Erste-Hilfe-Schulungen: Führe nach Möglichkeit Erste-Hilfe-Kurse und andere sicherheitsbezogene Schulungen durch, an denen die Mitarbeiter teilnehmen können. Dadurch wird sichergestellt, dass jeder Beschäftigte mit den lebensrettenden Maßnahmen vertraut ist und dieses Wissen bei Bedarf auch in der Praxis anwenden kann.

 

Zusammenfassung

In Westeuropa ist es für viele Menschen noch immer fast undenkbar, dass eine Krisensituation eintreten kann, welche das gesellschaftliche Leben zumindest zeitweise zum Erliegen bringt oder gar eine Evakuierung notwendig macht. Jüngste Ereignisse, wie etwa die Überschwemmung im Ahrtal 2021 oder die massiven Schäden in Großstädten, hervorgerufen durch Orkane, machen einem jedoch schnell klar, dass es auch in Deutschland und den Nachbarländern schnell zu solchen Situationen kommen kann. Krisenvorsorge im gewissen Rahmen zu treffen ist deswegen sinnvoll und kann einem auch schnell das eigene Leben retten.

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