Notnahrung selber machen – die besten Tipps

Es ist gut, wenn du in Krisenzeiten einen Notvorrat dein Eigen nennst. Womit du dich und deine Familie für eine gewisse Zeit ernähren kannst, ohne den Supermarkt aufsuchen zu müssen. In einigen Artikeln auf unserer Seite gehen wir näher darauf ein, welche Lebensmittel du auf Vorrat daheim haben solltest. Dabei musst du jedoch keineswegs nur auf kommerziell zubereitete Produkte zurückgreifen. Denn es gibt auch einige Methoden, mit denen du selbst Nahrung konservieren kannst.

Gerade wenn du einen eigenen Garten hast und dort Obst und Gemüse anbaust, hast du Zugang zu frischen Lebensmitteln. Das Gleiche gilt auch bei einem Einkauf auf dem Bauernmarkt. Oder denk nur an die saisonalen Angebote aus dem Discounter, wie etwa Spargel im Frühjahr und Äpfel im Herbst. Mit diesen Produkten kannst du deinen Speiseplan aufwerten und mit den Restbeständen deine Vorratskammer auffüllen. Keine Sorge! Du musst kein Experte in der Küche sein oder ein langjähriges Studium dafür besucht haben. Wir werden dir hier einige Möglichkeiten zeigen, wie du Nahrungsmittel für einen langen Zeitraum haltbar machst bzw. einen Notvorrat für zu Hause anlegst.

 

1. Dörren

Das Trocknen von Lebensmitteln wird von Menschen seit Jahrtausenden angewandt. Für unsere Urahnen war es überlebenswichtig. Der Entzug von Wasser konserviert frische Nahrungsmittel und entzieht Bakterien, Viren und Schimmelsporen den Nährboden. Sobald der Flüssigkeitsgehalt auf in Richtung von 10 % sinkt, steigt die Haltbarkeit.

Dörrobst ist im Handel mittlerweile ein Luxusgut geworden. Der Geschmack der Speisen ist intensiv und geschmackvoll. Was auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass während der Produktion die geschmacksneutrale Flüssigkeit verdampft und lediglich die Aromastoffe zurückbleiben. Du musst nicht tief in die Tasche greifen, um deinen Vorrat um gedörrte Sachen zu ergänzen. Jedoch solltest du Zeit mitbringen, denn der Prozess dauert lang. Beim Dehydrier-Vorgang überschreitet die Temperatur selten 60 °C, kann dafür aber bis zu 20 Stunden dauern. In speziellen Dörrapparaten lässt sich dieser Vorgang einfach und simpel steuern. Zum Ausprobieren reicht es aber, die Lebensmittel im Backofen, bei nicht komplett verschlossener Tür, zu trocknen. Klemm einen Kochlöffel in die Ofentür, damit das verdampfte Wasser entweichen kann.

Zum Dörren eignen sich fast alle frischen Produkte. Bei der Verwendung von Fleisch ist besondere Vorsicht geboten. Es muss eine ausreichende Temperatur erreichen, um Bakterien, wie etwa Salmonellen, abzutöten. 

Du kannst die dehydrierten Nahrungsmittel zusätzlich durch Vakuumierung lagerfähig machen. Damit verhinderst du zudem, dass Insekten und Nagetiere an das Essen gelangen. Denn diese haben deine Vorräte ebenfalls wortwörtlich zum Fressen gern.

 

2. In Dosen einlagern

Konservendosen sind eine praktische und saubere Sache, um Lebensmittel zu lagern. Die Geschichte der Konserven geht auf das 18. Jahrhundert zurück, als der französische Kaiser Napoleon nach einer Lösung für die Ernährung seiner Soldaten suchte. Seitdem wird das Verfahren von Bauern und Privatpersonen genutzt, um ihre Ernte für den Winter zu konservieren. 

Einmal eingemacht, ist der Doseninhalt mehr als fünf Jahre lang haltbar. Wenn du ebenfalls Lebensmittel in Metalldosen packen willst, so benötigst du eine handelsübliche Verschlussmaschine und leere Dosen. Der Inhalt wird nach dem Verschließen für etwa zwei Stunden zum Kochen gebracht. 

Verwende keine Dosen, deren Deckel sich stark nach außen wölbt. Dies ist fast immer ein sicheres Anzeichen dafür, dass das Innere verdorben ist.

 

3. Einkochen

Einkochen ist eine beliebte Methode der Lebensmittelkonservierung und wird aktuell auch von jüngeren Menschen vermehrt eingesetzt. Nicht nur als Krisenvorsorge. Bei dieser Konservierungsart werden frische Zutaten bzw. komplette Mahlzeiten in Gläser mit Schraubverschluss abgefüllt und im kochenden Wasser für etwa 2 Stunden eingekocht. Die Temperatur ist dabei abhängig vom Inhalt der Gläser. Durch die Hitze sterben die Mikroorganismen ab, die den Verderb verursachen. Gleichzeitig wird die Luft entfernt und der Inhalt versiegelt. Einmal eingekocht, können Lebensmittel 5 Jahre und länger haltbar sein. Sofern du einiges beachtest. 

  • Verwende nur Gläser mit Schraubverschluss oder spezielle Einmachgläser
  • Hygienisches Arbeiten ist wichtig
  • Nicht jede Zutat lässt sich durch Einkochen haltbar machen. Reine Milchprodukte zum Beispiel sind ungeeignet.
  • Zwiebeln und Knochen können trotz Hitze Faulgase bilden und den gesamten Glasinhalt verderben. Knochen entfernen und Zwiebeln ausreichend anbraten vor dem Einkochen. 

Sterilisiere die Gläser ausreichend, ehe du sie mit Lebensmitteln füllst. Übrigens: Das Einfüllen heißer Konfitüre bzw. Marmelade hat nichts mit Einkochen zu tun. Hier ist der hohe Zuckergehalt für die lange Haltbarkeit zuständig.

Hinweis: Wusstest du, dass sich auch trockene Nahrung, wie etwas Kekse oder Brot, einkochen lassen?

 

4. Gefriertrocknung

Dies ist eine aufwändige Form der Konservierung. Nach dem Einfrieren werden die Produkte einem Vakuum ausgesetzt, wobei Wasserdampf herausströmt. Oder anders ausgedrückt: Bei dieser Art der Trocknung kommt es zur Sublimation. Darunter versteht man die besondere Eigenschaft von Wasser, vom gefrorenen Zustand direkt in den gasförmigen Zustand überzugehen. 

Einmal in einem sauerstoffdichten Beutel versiegelt, sind gefriergetrocknete Produkte unempfindlich gegen Sauerstoff und Feuchtigkeit. Auf diese Weise wird zum Beispiel Astronautennahrung konserviert. Und sogar Eiscreme könntest du durch diesen Prozess haltbar machen. Die Herstellung zu Hause ist jedoch relativ kompliziert und teuer. Du benötigst ein spezielles Gerät zum Gefriertrocknen. Eine Möglichkeit wäre es, diese Maschine mit Gleichgesinnten zu teilen, was deine Kosten minimiert. 

Bei dieser Möglichkeit, Notnahrung selbst zu machen, bleiben Nährstoffe und Geschmack erhalten. Neben Obst und Gemüse lassen sich nahezu alle Lebensmittel, einschließlich Fleisch, Milchprodukte und komplette Mahlzeiten, gefriertrocknen. Eine Langzeitnahrung, die etwas Vorbereitung und finanziellen Aufwand bedeutet. Die Lagerfähigkeit beträgt dafür zwischen 2 und 20 Jahre. 

 

5. Pökeln 

Es gibt verschiedene Verfahren zum Pökeln von Lebensmitteln, aber bei allen werden Salz, Nitrat, Nitrit oder Zucker verwendet, um den Nahrungsmitteln durch Osmose Feuchtigkeit zu entziehen. Viele Pökelverfahren werden auch mit dem Räuchern kombiniert. Hierbei wird die äußere Schicht des Lebensmittels versiegelt, sodass es für Bakterien schwieriger wird, einzudringen. Eine interessante Art der Vorratshaltung beim Prepping. 

 

Pökeln mit Salz

Fleisch kann auf 4 verschiedene Arten mit Salz gepökelt werden:

  • Einreiben 
  • Einlegen
  • Einlegen in Salzlake
  • Einspritzen einer Salzlösung direkt in das Fleisch

 

Pökeln mit Zucker

Diese Variante wird häufig für Speck, Schinken oder andere Teile vom Schwein angewandt. 

Dafür wird das Fleisch in eine Zuckersole getaucht und bei sehr niedrigen Temperaturen gelagert. Im Anschluss wird es zur Reifung in einer Räucherkammer aufgehängt.

 

Pökeln und Räuchern

Um Fleisch zu räuchern, brauchst du ein spezielles Behältnis. Einen Räucherschrank oder eine -kammer. Das Räuchern ist nicht schwierig, trotzdem musst du einiges beachten. So benötigst du beispielsweise die richtigen Temperaturen, um keine Lebensmittelvergiftung durch Bakterien zu erleiden. Die optimalen Temperaturen beim Heißräuchern betragen 65 – 140 °C. Abhängig von der Art des Lebensmittels. Beim Kalträuchern bewegen sich die Temperaturen hingegen zwischen 15 und 25 °C. 

 

6. Fermentierung

Hast du schon einmal von der Lacto-Fermentation gehört? Dabei helfen dir die in der Natur vorkommenden Lactobacillus-Bakterien dabei, Lebensmittel haltbar zu machen. 

Die Nahrungsmittel werden dazu mit einer Lake aus Salz und Wasser vermischt. Das Salz entzieht den Produkten Zucker, welcher von den Bakterien aufgenommen und in Milchsäure umgewandelt wird. Die gute Nachricht: Schädliche Bakterien können in dieser anaeroben, sauren Umgebung nicht überleben. Während der Gärung trägt das Salz auch dazu bei, die Sauerstoffmenge zu verringern. Dies fördert ebenfalls die Konservierung. 

Zur Fermentierung sind frische Produkte ebenso geeignet wie Fleisch und Milch. Beachte jedoch dabei, dass sich der Geschmack erheblich verändert. Fermentierte Lebensmittel sind bis zu 12 Monate haltbar. Einige Menschen berichten allerdings auch von einer Haltbarkeit von über 5 Jahren. 

 

7. Vakuumieren

Vakuumversiegeln funktioniert, indem du Luft aus der Umverpackung entfernst. Ohne Sauerstoff können Mikroorganismen nicht wachsen, Enzymaktivitäten werden verlangsamt und die Oxidation gehemmt. 

Fast alle Arten von Lebensmitteln lassen sich Vakuumverpacken. Optimal, um die Produkte für den Notvorrat haltbar zu machen. Bei dem Prozess wird jedoch keine Flüssigkeit entzogen und keine Mikroorganismen abgetötet. Sofern es sich nicht um trockene Nahrungsmittel handelt, musst du vakuumierte Sachen deswegen entweder einfrieren, kühlen oder dehydrieren. 

Oft wird empfohlen, sich einen Vakuumierer mittels Ziplock-Beuteln sowie Schläuchen und Spritzen selbst herzustellen. Diese selbstgebauten Vakuumgeräte funktionieren jedoch nicht wirklich. Denn es wird nicht der gesamte Sauerstoff entzogen. Zudem fehlt die Möglichkeit, dass die Öffnung durch Hitze versiegelt wird. Wenn du keine Lebensmittel verschwenden willst, verzichte darauf und hol dir ein Vakuumiergerät aus dem Handel. Diese sind kostengünstig bereits in vielen Supermärkten erhältlich. Plus der dazu nötigen Beutel. 

Die Haltbarkeit von vakuumierter Nahrung beträgt, sofern sie richtig gelagert wird, teilweise über 5 Jahre. Ein weiterer Vorteil dieser Konservierungsmethode: Weder Insekten noch Nagetiere werden durch einen etwaig ausströmenden Geruch angezogen. Der Notvorrat ist sicher.

 

8. Trockene Lebensmittel aufbewahren

Nahrungsmittel wie getrocknete Bohnen, Zucker, Reis, Mehl und Hafer können von sich aus sehr lange haltbar sein. Fast hat es den Anschein, als bräuchtest du für diese Produkte keine Konservierung. Allerdings ist diese Annahme falsch. Denn die getrockneten Zutaten sind besonders anfällig für Schädlinge, wie etwa Motten und Käfer. Einer der Gründe dafür ist, dass sich bereits Insekteneier in den Lebensmitteln befinden, wenn du sie kaufst. 

Ein Befall der eigenen Vorräte passiert fast immer folgendermaßen: Du holst trockene Produkte und lagerst sie in der Originalpackung oder in einem Behälter. Die winzigen, für das menschliche Auge kaum sichtbaren Insekteneier schlüpfen. Schon bald hast du Larven und Maden, welche die Nahrungsmittel anknabbern. Selbst das einfache Plastik der Verpackung wird oft von den gefräßigen Tierchen nicht verschmäht. Sobald die Insekten ins Freie gelangen oder aber du das Gefäß öffnest, verteilen sie sich munter weiter und befallen weitere Vorräte.

Einen Befall von Lebensmittelmotten oder Kartoffelkäfern zu bekämpfen, ist schwierig und kostspielig. Und kann deine Krisenvorsorge enorm erschweren. Es ist empfehlenswert, alle offenen oder schlecht verpackten Vorratsmittel zu entsorgen. Leimfallen und Schlupfwespen können dabei helfen, das Schädlingsproblem zu lösen. Allerdings ist deren Beschaffung teuer und der Erfolg stellt sich nicht sofort ein. Sinnvoller ist es deswegen, wenn du vorbeugst.

Töte die Eier der Insekten ab, ehe du Mehl und Co. einlagerst. Dies geschieht beispielsweise durch 4-tägiges Einfrieren. Oder aber du stellst die Nahrungsmittel für 5 Minuten in die Mikrowelle. Zusätzlich ist es empfehlenswert, die Trockenlebensmittel zu vakuumieren.  So ist es lange haltbar, zudem kannst du es auch als Outdoornahrung verwenden.

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