9 Fragen & Fakten zum Thema: Welche Hose zum Wandern?

Die Wahl der passenden Bekleidung ist für eine gelungene Wanderung genauso entscheidend wie eine spannende Landschaft, richtige Streckenplanung oder gute Gesellschaft.

Verschwitzt und durchgefroren wird keine große Freude aufkommen. Bei der Oberbekleidung ist eine große Flexibilität gegeben: mit einem Schichtsystem aus etwa einem Longsleeve, einer Fleecejacke und einer leichten isolierenden Jacke kann auf die meisten Situationen reagiert werden.

Vor einem anstrengenden Aufstieg wird warme Kleidung abgelegt, die man sich bei der nächsten Pause wieder überziehen kann.

Aber auf halber Strecke eine Hose an- oder ausziehen? Das wird wohl kaum jemand tun wollen. Darum ist es umso wichtiger, von vornherein eine praktikable und vielseitige Lösung zu finden und sich Ärger oder körperliches Unbehagen zu sparen. Im Vorfeld einer geplanten Wanderung wird die Frage nach der richtigen Hose früher oder später aufkommen und unweigerlich zu ein paar Fragen vor der Kaufentscheidung führen.

 

1) Warum benötige ich überhaupt eine Wanderhose?

Tut es nicht eine normale Hose? Es mag verlockend erscheinen, an der Hose zu sparen. Wer nur gelegentlich wandert oder gerade den Einstieg wagt, könnte von diesem Gedanken verführt werden. Nach Stiefeln, dem Rucksack und einer Funktionsjacke kann das Budget schon gehörig geschrumpft sein.

Wieso sollte man überhaupt eine spezialisierte Wanderhose kaufen? Schließlich sind Jogginghosen, Jeans oder Arbeitshosen auch bequem und widerstandsfähig.
 In den meisten Fällen ist jedoch davon abzuraten, eine Alltagshose zum Wandern zweckzuentfremden. Je nach Jahreszeit, Gelände, Wegbeschaffenheit und Tourenlänge ergeben sich Ansprüche, die spezialisierte Kleidung erfordern.

Ein Beispiel: eine Jogginghose erlaubt zwar gute Bewegungsfreiheit und leitet Feuchtigkeit ab, aber schützt unzureichend vor Wind und führt bei Pausen schnell zum Auskühlen. Alltagshosen können manche Anforderungen adäquat erfüllen, vernachlässigen jedoch andere Aspekte völlig. Hersteller von Wanderhosen hingegen versuchen, alle Herausforderungen einer Wanderung an die Kleidung anzunehmen und (mitunter mit Kompromissen) ein angepasstes und funktionelles Kleidungsstück zu produzieren. 

 

2) Warum Du besser keine Jeans tragen solltest 

Jeans sind eines der vielseitigsten Kleidungsstücke und finden sich in jedem Kleiderschrank. Für viele Zwecke sind sie eine gute Wahl. Allerdings sprechen viele Argumente dagegen, Jeans auf einer Wanderung zu tragen.
 Jeans bestehen aus dickem Stoff und sind sehr robust. Leider geht das auf Kosten der Belüftung und Atmungsaktivität.

In Jeans ist Schwitzen in einem unangenehmen Ausmaß vorprogrammiert.
 Baumwolle ist zwar das verbreitetste natürliche Kleidungsmaterial, aber zurecht in Outdoorbekleidung eher selten anzutreffen. Baumwollstoff kann eine Menge Feuchtigkeit aufnehmen und trocknet langsam.

Einmal nass, durch Regen oder durch Schweiß, wird man in Jeans eine Menge Wasser transportieren müssen. Zudem wirkt nasse Baumwolle nicht isolierend. Wenn etwas schiefgeht, kann von Baumwolle sogar eine Gefahr ausgehen. Im englischsprachigen Raum sagt man daher zugespitzt, aber nicht zu Unrecht, „Cotton kills”.

Und schließlich: Der schwere Stoff ist nicht gerade sanft zur Haut. Genau wie Blasen an den Füßen haben wunde Oberschenkel schon Wanderungen ruiniert.

Beim Tragen von Jeans auf einer Wanderung ist in jedem Fall abzuraten. Zum einen aus Gründen des Komforts und der Funktionalität, nicht zuletzt aber auch aus Gründen der Sicherheit. 

 

3) Welche Hose für welches Klima? Sommer, Winter, Herbst & Co 

Es gibt zwar vielseitige Optionen, aber keine Hose, die in allen Jahreszeiten und in jedem Gelände ideale Leistung erbringt. So wie mit praktisch allen Ausrüstungsteilen spielt bei der Wahl der Hose auch immer persönliche Präferenz eine Rolle. Ein paar typische Szenarien und mögliche Lösungen werden im Folgenden erläutert.

Bei Sommerhitze werden die meisten ganz intuitiv an Shorts denken. Eine Brise um die Beine kann unglaublich erfrischend sein und sie bieten tolle Bewegungsfreiheit. Zudem sind Shorts leicht und bei Mehrtagestouren – ja nach Material – gut auszuwaschen und schnell trocknend. Es viele passende Optionen auf dem Markt, unter anderem die NordmarkSt.Short von Stoic. Aber Shorts haben auch Nachteile:

Sonnenschutz ist ein Problem, das niemals zu vernachlässigen ist. Auch kratzige Büsche, scharfe Felsen oder Insekten können in Shorts besonders unangenehme Erlebnisse bescheren. In manchen Situationen ist eine lange Hose überlegen. Hier sollte ein leichtes und lockeres Modell gewählt werden, was möglichst atmungsaktiv ist. Viele Hersteller bieten lange Wanderhosen an, bei denen der untere Teil aufgerollt oder mittels Reißverschluss abgenommen werden kann, um die Vorteile beider möglichen Ansätze zu kombinieren. Eine gute lange Wanderhose für sommerliche Bedingungen ist z. B. die Tajo 2 von Maier Sports.

Im Herbst und Frühjahr herrscht oft unbeständiges Wetter. Kälte, Hitze und Nässe können in kurzer Abfolge und in überraschendem Wechsel auftreten. Gefragt ist also eine Hose, die auch mit Regen gut klarkommt und weder zu kalt noch zu warm ist. Besonders der Wind kann in diesen Jahreszeiten für das Kälteempfinden verantwortlich sein.

Ein guter Kompromiss für diese anspruchsvollen Bedingungen sind Softshellhosen. Diese sind moderat warm, aber in der Regel besonders gut windabweisend. Außerdem verkraftet das Material etwas Regen, ohne sofort durchnässt zu werden.

Ein Produktbeispiel ist die Morän von Haglöfs. Alternativ kann auch auf eine sommerliche Hose mit einer langen Unterhose aus Merinowolle zurückgegriffen werden. Auch dieses System ist sehr vielseitig.

Nasskaltes Wetter hält viele Wanderer zu Hause. Wen es trotzdem nach draußen zieht, steht vor einer Herausforderung. Gefragt ist eine Kombination, die den Regen abhält, wärmt, aber trotzdem den Schweiß nach außen leitet. Eine lange Unterhose aus Merinowolle oder synthetischem Material sollte die Grundlage bilden. Damit kann man auch gemütlich warm bleiben, wenn man nass wird. Danach hat man zwei Möglichkeiten: eine wasserdichte Wanderhose oder eine Wanderhose und leichte Regenhose zum Überziehen.

Die meisten wasserdichten Wanderhosen werden bei Starkregen früher oder später durchnässen, Regenhosen sind dafür oft nicht ausreichend atmungsaktiv. Gerade bei mehrtägigen Touren empfiehlt es sich tendenziell, das flexiblere System aus mehreren Schichten zu wählen. Eine bewährte Regenhose ist die Torrentshell-Hose von Patagonia.

Im Winter ist für moderate Aktivitäten eine gefütterte Hose zu empfehlen. Hier wäre die Fjällräven Barents Pro Winter ein Beispiel. Für herausfordernde Anstrengungen sind leichtere und atmungsaktivere Modelle besser geeignet. Am Auto kurz frieren ist auf jeden Fall besser, als den ganzen Tag zu schwitzen. Für tiefen Schnee können Gamaschen eine gute Ergänzung zur Hose sein. 

 

4) Materialien: synthetisch oder natürlich besser?

Welchen Typ für welche Touren? Die Schwächen von Baumwolle wurden bereits diskutiert. Trotzdem gibt es einige Naturstoffe, die ihren Platz auf dem Markt der Wanderhosen gesichert haben. (Merino-)Wolle kombiniert viele positive Eigenschaften und Daunen sind eine bewährte Fütterung. Leichte Wanderhosen für den Sommer bestehen mehrheitlich aus synthetischen Materialien. Diese sind oft auch schnell trocknend und können so auf mehrtägigen Touren schnell ausgewaschen werden.

Bei mehrtägigen Touren bei kühleren Temperaturen hat hingegen Merinowolle den Vorteil, dass sie unangenehme Gerüche weniger schnell annimmt. Die Materialfrage kann man nicht allgemeingültig klären, da die Entscheidung oft situativ getroffen werden muss. 

 

5) Worauf sollte ich achten beim Kauf einer Wanderhose?

Was macht eine gute Hose aus? Zunächst muss eine gute Wanderhose bequem sein und gut passen. Es muss Spaß machen, die Hose zu tragen, auch für lange Strecken. Ebenso ist die Materialzusammensetzung zu beachten. Es gilt, Baumwolle weitestgehend zu vermeiden.

Es gibt gute synthetische und natürliche Alternativen, die funktionell einfach überlegen sind. Eigenschaften wie Atmungsfähigkeit und Wasserdichtigkeit müssen oft gegeneinander abgewogen werden. Hierbei hilft es, sich darüber im Klaren zu sein, in welchen Bedingungen man die Hose vorwiegend trägt. Auch die generelle Qualität sollte man im Auge haben: Wie sehen die Nähte aus und wie schließen Reißverschlüsse?
Im Prinzip sollte man beim Kauf einer Wanderhose alles im Blick haben, was für sämtliche Funktionskleidungsstücke gilt.

 

6) Was sind die besten Marken für hochwertige Wanderhosen?

Der Markt für Outdoorbekleidung ist hart umkämpft und es gibt gute Optionen von vielen bekannten Marken. Einige der bekanntesten Marken, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, sind Fjällräven, Patagonia, Mammut, Norrøna, Salewa, The North Face, Ortovox, Stoic, Schöffel, Salomon, Vaude, Lundhags, Schöffler und Columbia.

Auch einige der großen Sportmarken, z. B. Adidas und Under Armour haben einige Produktreihen, die auf Bergsport ausgerichtet sind. Es lohnt sich stets, Produkte verschiedener Marken zu vergleichen und nach funktionellen Gesichtspunkten zu entscheiden, sonst bezahlt man leider oft einen Aufschlag für den Markennamen.

 

7) Was ist die richtige Passform einer Wanderhose?

Die eine richtige Passform lässt sich nur schwer konkret festlegen. Im Sommer können etwa etwas lockerere sitzende Hosen für mehr Belüftung sorgen. Auf schmalen Wegen kann eine zu lockere Hose dafür an Sträuchern hängen bleiben und einfach stören.

Es ist also eine ganz persönliche Entscheidung, die man intuitiv für sich trifft. Auf jeden Fall sollte berücksichtigt werden, welches Schuhwerk man trägt. Bei hohen Stiefeln empfiehlt sich logischerweise eine Hose mit großzügigerem Schnitt an den Waden. Ansonsten gilt es, ein gutes, bequemes Mittelmaß finden.

 

8) Was ist der Unterschied zwischen einer Hose für Touren und einer fürs Wandern?

Hosen für Touren bedienen noch etwas höhere Ansprüche als einfache Wanderhosen. Tourenhosen sind oft für Aktivitäten mit höherer Intensität ausgelegt und Atmungsaktivität wird durch das Material und Belüftungsreißverschlüsse besonders sichergestellt. Meist sind sie zudem etwas leichter und minimalistischer als klassische Wanderhosen.

Tourenhosen sind vornehmlich aus synthetischem Stoff gefertigt, Baumwollprodukte wird man unter den Tourenhosen vergeblich suchen. Außerdem führen Bergtouren oft an relativ raue Orte, sodass auf Winddichtigkeit ein Fokus ist.

 

9) Für Frauen: Eignen sich auch Leggings zum Wandern?

leggings wandern

Leggings können eine gute Wahl zum Wandern sein. Man verzichtet zwar auf Taschen, aber der sportliche Schnitt und die Bewegungsfreiheit sind große Vorteile. Obendrein ermöglichen Leggings, sie entweder als Schicht in einem Kleidungssystem oder als alleinstehendes Kleidungsstück zu tragen. Sogar für Männer kann eine solche eng anliegende Hose, ggf. in Kombination mit einer leichten kurzen Hose, eine vielseitige Option sein. Das Material und dessen Dicke sind dann, wie bei allen Hosen, entsprechend des erwarteten Wetters zu wählen. 10) Welches sind die besten Modelle für Männer und Frauen? Der Markt für Wanderhosen ist groß und es gibt zahlreiche vielseitige Angebote. Für Frauen empfehlen sich z. B. die Fjällräven Abisko Trekking Tights und Lunghags Authentic Pant.

Das erste Modell ist eine sportliche Option für körperlich herausfordernde Touren, die zweite Option eine eher klassische, beliebig kombinierbare Wanderhose. Für Männer sind das Modell Exploration von The North Face und die Norrøna Falketind Flex1 als Allround-Hosen empfehlenswert. Beide Modelle lassen sich in Kombination mit langer Unterhose und Regenhose über ein weites Spektrum von Bedingungen einsetzen.

Weitere Geschenkideen für Outdoor Enthusiasten

Ob Geburtstag, Weihnachten, Namenstag oder Jubiläum: Es gibt immer Anlässe, um Naturfreunde glücklich zu machen. Folgende Geschenke sind ebenfalls für Outdoorer geeignet:

  • Dachzelt
  • Wärmebildkamera
  • Campinggeschirr
  • Stabiler Wanderrucksack
  • Thermostrümpfe
  • Solar Powerbank
  • Solar Dusche
  • 4-Season Schlafsack
  • Feuer-Set
  • Taschenofen
  • Gutschein für Survival-Training

Die Liste lässt sich beliebig lang fortsetzen. Ein Tipp von uns: Achtet beim Kauf nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Bewertung anderer Käufer. So könnt ihr Sichergehen, dass Euer nächstes Weihnachtsgeschenk auch wirklich zum Einsatz kommen kann. Oft genug täuscht der Schein und bereits bei der ersten Verwendung ist das Produkt nur noch eine Reklamation wert.

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